Geschichte 120 - 1290

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  • München-Graggenau - München-Angerviertel * Die Stadtumfassung wird bis zum „Kalten- oder Katzenbach“ erweitert.  

    An dieser Stelle befindet sich vorübergehend ein „Kaltenbachtor“ genanntes, isarseitiges Stadttor. 


  • München-Graggenau * Die Münchner „Seelhäuser“ mit ihren kleinen Gemeinschaften der „Seelnonnen“ haben ihren Ursprung in der „Armenbewegung“ und der „religiösen Frauenbewegung“ des Spätmittelalters.
    Sie stehen damit in Beziehung zu der weite Teile Europas erfassenden „Beginenbewegung“.

    In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts hat sich die Lebensform der weiblichen „Beginen“ und der männlichen „Begarden“ rasch in Flandern, Brabant, den nördlichen Niederlanden, in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz ausgebreitet.

    In einem Bericht aus dem Jahr 1241 heißt es dazu: „Die Anzahl gewisser Frauen, die das Volk Beginen nennt, mehret sich, vor allem in Deutschland, bis zu Tausenden und Abertausenden in unglaublicher Weise; sie geloben und beobachten die Keuschheit und fristen von ihrer Hände Arbeit ein Leben der Zurückgezogenheit“.

    Die frühesten zeitgenössischen Berichte über „Beginengemeinschaften“ verweisen auf das „Herzogtum Brabant“, auf die „Diözese Lüttich“.
    Als älteste nachweisbare Niederlassung gilt das „Beginenhaus“ von Tirlemont in Brabant.
    Es besteht bereits vor dem Jahr 1202.

    In die ersten Jahrzehnte des 13. Jahrhunderts fallen die Entstehung der brabantischen „Beginensiedlungen“ von Nivelles [1220] und Herentals [1226] sowie der große „Beginenhof“ von Löwen [1232].
    In der „Grafschaft Flandern“ entstehen die „Beginenhöfe“ in Gent [1234], Kortrijk [1238] und Brügge [1245].

    Die Hochburgen der „Beginen“ im deutschen Sprachraum sind Großstädte und Bischofssitze wie Köln, Straßburg, Mainz, Basel, Worms, Trier und Würzburg, die als soziale, wirtschaftliche und geistige Zentren günstige Voraussetzungen für das Entstehen von „Beginengemeinschaften“ bieten.

    Schon für das Jahr 1211 - oder kurz danach - ist der Ursprung eines „Beginenkonvents“ in Nürnberg bekannt, aus dem später das „Dominikanerinnenkloster Engental“ hervorgeht.
    Der erste „Beginenhof“ in Ulm, die „Sammlung“, wird kurz nach dem im Jahr 1229 entstandenen „Franziskanerkloster“ gegründet.

    Für 1241 sind „Beginen“ in Nördlingen, 1243 in Dillingen belegt.
    Anno 1242 wird eine „femina religiosa“ in Frankfurt, 1244 eine „sorores conversae“ in Straßburg genannt.

    Gegen Ende des 13. Jahrhunderts entstehen auch in München mehrere „Seelhäuser“ als „Stiftungen“ wohlhabender Bürger.


  • Kelheim * Herzog Ludwig I. „der Kelheimer“ heiratet Ludmilla, die Witwe des Grafen von Bogen, in Kelheim.


  • San Damiano * Der „Franziskanerorden“ - als erster „Bettelmönchsorden“ - wird gegründet.

    Franz von Assisi wandelt das benediktinische „Gelübde der Armut“ in ein „Gelübde des Bettelns“ um und schließt damit eine Lücke im System der katholischen Kirche.
    Er verkündet „völlige Armut und politische Machtlosigkeit“ und lehnt jede „hierarchische Unterordnung innerhalb des Ordens“ ab.

    Die „Franziskaner“ gehen barfuß, verfügen weder über Grundbesitz noch Vermögen, ihre Kleidung besteht aus einem groben grauen Umhang mit einer Kapuze, der mit einem Strick zusammengehalten wird.

    So gekleidet unterscheiden sie sich kaum von den damals populären „Wanderpredigern“.
    Nur für den täglichen Bedarf dürfen die Mönche betteln, doch außer für kranke Mitbrüder kein Geld annehmen.

    Besonders die Schichten der städtischen Bewohner, die sich früher wahrscheinlich den „Ketzern“ zugewandt hätten, geraten nun in den Bannkreis der „Minoriten“, die für sie das Ideal einer am „Urchristentum“ orientierten Kirche verkörpern.

    Obwohl die „Franziskaner“ von einer Woge des im Volk populären Armutsideal emporgetragen worden sind, nimmt sie die Kirche dennoch nur schrittweise auf.


  • München * Das „Cartular“ des „Klosters Ebersberg“ bezeichnet München als „civitas“.  

    Das ist die erste Nennung Münchens als „Bürgergemeinde“ = Stadt. 


  • München-Angerviertel * Das „Heiliggeist-Spital“ wird gegründet. 

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