Geschichte - Donnerstag den 30.11.1870

München Zeitensprünge
Donnerstag den 30.11.1870

Ludwig II. schreibt den „Kaiserbrief“ an König Wilhelm I. von Preußen

München * Bayernkönig Ludwig II. schreibt den sogenannten „Kaiserbrief“ an König Wilhelm I. von Preußen.

Darin regt er die „Wiederherstellung der deutschen Kaiserwürde“ und eines „Deutschen Reiches“ an.
Im Namen aller Bundesfürsten trägt er dem Preußenkönig die „Kaiserkrone“, die höchste deutsche Würde, an.  

„Oberststallmeister“ Max Graf von Holnstein hat gemeinsam mit Bismarck den Brief entworfen, den der mit Zahnschmerzen im Bett liegende Bayernkönig nur ab- und unterschreiben muss.  
Noch am selben Tag reist Graf Holnstein nach Frankreich und überreicht dort den entscheidenden Brief an Prinz Luitpold.  

Für diesen bayerischen „Ausverkauf“ wird König Ludwig II. allerdings persönlich mit rund fünf Millionen Mark aus Bismarcks „Welfenfond“ entschädigt. Jedenfalls wird dem König lange Zeit unterstellt, dass der „Kaiserbrief“ der noble Preis für diese „Rentenzahlung“ gewesen ist.  

Max Graf von Holnstein, der Überbringer des Geldes und Mitbegründer der „Bayerischen Vereinsbank“, ist mit zehn Prozent an diesem Deal beteiligt. 

© Rudolf Hartbrunner