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Baumgartner-Polizei-Uebersicht von München - Kupferstich 41

Bild-Details
Titel
Baumgartner-Polizei-Uebersicht von München - Kupferstich 41
Datierung
Unbekannt
Bildart
Kupferstich
Quelle Buch
Regnet - München in guter alter Zeit
Verschlagwortung
Beschreibung

Erklärung der Kupferbeilagen

Der Kupferstich Nr. XXV zeigt die Häuser Nr. 144, 145 und 146 im Rosenthal im Augerviertel.

A. Das Stanghaische Haus Nr. 144

Das Gebäude bestand ursprünglich aus zwei Häusern und gehörte:

  • Mitte des 16. Jahrhunderts: Hanns Sigals der Ältere
  • danach: Sigals der Jüngere
  • 1581: Ursula Sigalsin
  • 1602: Johann Peringer, Doktor der Rechte
  • 1619: Susanna Rumblerin, geb. Reitmayerin
  • anschließend: Jakob Schöttl von Falkenberg, Hauptmann
  • 1680: Johann Albrecht Schöttl von Falkenberg, Bürgermeister
  • danach: Friedrich Ernst Sigals von Ascholding
  • 1702: Ferdinand Joseph Anton Freiherr von Sigals
  • danach: Maria Theresia Gräfin von Kuen, geb. Vicaria
  • 1751: Baptist Schidl, Handelsmann
  • anschließend: Johann Mader und Anton Herzog (Wechsler)
  • 1783: Julius Stangha, Hofbankier
  • danach: Baptista Stangha, Kaufmann in Landsberg

Besonderheiten:

  • Eigene Kapelle (mit gerettetem Allerheiligsten im Schwedischen Krieg)
  • Wappen u. a. der Familien Haag, Neuhaus und Stangha
  • Hof, Keller, Brunnen, Wasserleitung, Stallungen, Waschhaus
  • Großer Garten mit Zugang zum Stadthaus

👉 Historisch bemerkenswert:
Der Garten gilt der Überlieferung nach als ehemaliger Kirchhof mit Totenkapelle. Mehrfach wurden dort menschliche Gebeine gefunden; zudem sind alte Wandmalereien erhalten.

B. Haus Nr. 145

Geschichte:

  • Ursprünglich Kaplanhaus der Karmeliten („Pötschneidisches Kaplanhaus“)
  • 1792: Kauf durch Baptist Schidl
  • danach: Witwe Euphronia Schluttin

Besonderheiten:

  • Hausbild des hl. Josef mit brennender Lampe
  • Hof, Brunnen, Wasser, Keller, Holzlager

Bewohner (um 1805):

  • Erdgeschoss: Schuhmacher Anton Seher, Witwe Katharina Schmiedin
    1. Stock: Euphronia Schluttin
  • Rückgebäude: Buchdruckergeselle Joseph Mandlberger
    1. Stock: Advokat Mathias Schlutt
    2. Stock: Maler Richard Purnitel

C. Haus Nr. 146

Das Gebäude war seit jeher das Rudolphische Benefiziatenhaus.

  • Ursprünglich gestiftet von Rudolph, Bürger auf dem Anger
  • Um 1805: Benefiziat Franz Seraphicus Grundmaier, Priester bei St. Peter

Merkmale:

  • Priesterlaterne an der Fassade
  • Hof und Garten mit Zugang zum Angerbach

… gegen das Bar. v. Ruffinische Haus zu vorüber läuft, Holzlege, Waschhaus, einen Pumpbrunnen, welcher eine eigene Röhre hat, Keller und Retiraden.

Es wird bewohnt zu ebener Erde von der Näherin M. A. Wisterinn;
— in der ersten Etage von dem churfürstl. Hofkriegs- und Armeninstituts-Rath Herrn Ignaz von Fercher;
— in der zweiten Etage von dem churfürstl. Warenbeschauer Herrn Anton Ertl;
— und im Mittelstock von dem Herrn Benefiziaten Grundmaier selbst, in dessen Büchersammlung das Original-Gebetbuch Churfürst Maximilians sich befindet.

Dieses Gebetbuch ist lateinisch in Quart und führt den Titel:
Liber quotidianae devotionis in usum Serenissimi Maximiliani Emanuelis S. R. I. Electoris, Gubernatoris Belgii. Bruxellis Typis Eugenii Henrici Fricx Typographi Regii MDCC. Cum facultate superiorum.
Die Vignetten darin sind von J. Berterham.

 

D. (untere Hälfte des Kupferstichs)

Die untere Hälfte des Kupferstichs zeigt den unter der Aufsicht des Polizei-Wagenmeisters Smoda gefertigten Polizei-Spritzwagen, dessen Bestimmung es ist, dort, wo die Hausbesitzer das Gassenspritzen zur Sommerzeit unterlassen, von Polizei wegen nachzuhelfen.

Dieses Fass hält 12 Eimer und hat hinten fünf befestigte Spritzmündungen, welche, wenn die Pumpe aufgemacht wird, das Wasser ausspritzen und den Staub auf der Straße löschen.

Ist der Staub viel, öffnet man die Wippen ganz; ist er gering, nur teilweise.
Ist das Fass halb leer, fährt man mit dem Wagen schneller, um die Kraft des ausströmenden Wassers zu erhöhen.