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Alte Ansichten aus München

Baumgartner-Polizei-Uebersicht von München - Kupferstich 18

Titel
Baumgartner-Polizei-Uebersicht von München - Kupferstich 18
Jahr
2026
Bildart
Kupferstich
Quelle Buch
Regnet - München in guter alter Zeit
Tags
Beschreibung

Erklärung der Kupferbeilagen (1805)

Der Text beschreibt Grabmäler und Bestattungen in der ehemaligen Franziskanerkirche.

Bereich A – Chor der Kirche

Direkt beim Eintritt in den Chor befand sich ein großer Grabstein. Unter ihm lagen die Gebeine von Gabriel Ridler, einem Mitstifter der Kirche († 1420), sowie seiner beiden Ehefrauen Anna († 1380) und Agnes († 1416).

Daneben, in der Agnes-Kapelle, war Maria Theresia von Jsolang († 1726) bestattet. Sie war eine geborene Gräfin von Martinego. Ebenfalls erwähnt wird ein früh verstorbenes Kind aus dieser Familie († 1736).

linke Spalte – Fortsetzung Personen / Familien)

  1. … Sebastian B. … † im Juli 1675.
  2. Von der durchlauchtigsten Frau Maria Maximiliana, Herzogin in Bayern † und wurde im Kloster Anger begraben 1614.
  3. Von Fr. M. A. Theresia Freyfrau von Fraunhofen, geborene Hegerin.
  4. Zu der Familie Sprinz.
  5. Familie von Berch.
  6. Familie von Portia.
  7. Ludwig Richter von Tolsing.
  8. Familie von Thöring.
  9. Familie von Geiseling und Häslang.
  10. Johann Conrad Gerolt von Fölsing in Schös… Probst in Petersberg.
  11. Ferd. Pfalzgraf bey Rhein, Herzog in Ober- und Niederbayern 1579.
  12. Dessen Bruder Herzog Wilhelm 1591.

 

O. Andere Merkwürdigkeiten:

  1. Die Kirche wurde erneuert 1612.
  2. Die neue Kanzel war erbaut von Franz Liebhardt, gewesener Ritter und Büchsenmeister 1613.
  3. Die kunstreiche Uhr war verfertigt von Andreas Sonnach von Mußach 1590.
  4. Das Portal des Chors wurde errichtet 1619.
  5. Auf der vordern Sakristey stand die Jahreszahl 1594.
  6. Auf dem Kirchenturme stand die Jahreszahl 1604, nebst den Namen Anfangsbuchstaben des verdienten Guardiens Franz Remminger, eines berühmten Predigers † 7. März 1606.
  7. In der Sommer-Sakristey stand die Jahreszahl 1593.
  8. Auf der Bibliothek 1601.
  9. Auf der Turmuhr 1588.
  10. Die Pulte und Stühle des Chors 1520.
  11. Die Stühle der Kirche 1621.
  12. Die Erbauung der Kirche 1723.
  13. Die Bilder den heil. Franziskus vorstellend waren gemalt 1620 durch den Maler Wilhelm Schöpfer.
  14. Die Fenster des Sommer-Refektoriums waren den 18ten Juny 1641 errichtet von Joseph Dorrmann, Glasermeister und nachmaligen Hofglasermeister.
  15. Der Maler Ignaz Schilling hat 1732 alle Figuren renoviert.
  16. Herzog Wilhelm stiftete das Seminarium.
  17. Die Renovation des Refektorii veranlasste man durch Churfl. Hofkammer, Herrn von Scharffeed, und den geheimen Expeditor Schmidt.
  18. Die Glocke wurde im Jahre 1480 von Ulrich von Röse gegossen. Die übrigen Glocken aber 1584, 1604 und 1588.
  19. Im Jahre 1682 wurde die Antoni-Kapelle durch die Stadtrichter Niklas Berto Mediolanensis und Hofbildhauer Dr. Wolfgang renoviert, und die Monstranz daselbst von den Jubeliers Benno Jäger und Johann Strobel mit mehreren Edelsteinen besetzt.
  20. Im Jahre 1684 wurde der Altar der Franziskaner auf dem Kirchhof renoviert.
  21. Der Grundstein zur neuen Gruft der Nonnen vom Ridler- und Bittrechtskloster wurde gelegt den 4. Juny 1714, dann zu jener der Franziskaner den 15. Juny 1715.
  22. Im Jahre 1697 ließ die Hofkammer den Eingang von dem Chor aus herstellen.

 

(rechte Spalte – weitere Hinweise / Künstler / Chronik)

  1. Wilhelm Aretzheim, Rathsherr in München 1616. Das Altarbild im Chor bemalt.
  2. Johann Rotenhammer, Hofmaler in München, malte die Bilder der unbefleckten Empfängnis, dann des heil. Sebastian und des heil. Christophorus.
  3. Die Portraits ihrer berühmtesten Männer, welche im Kapitel in München aufgehangen waren:
  • Herzog Sigismund, der Erbauer der Kirche
  • Fr. Andre Leib, Sohn des ersten Code 1581
  • Franz Wilhelm von Wartemberg, Bischof von Regensburg
  • Albertus Episcopus Salonenis
  • Pater Johann Has, berühmter Prediger und Bischof zu Brixen
  • Valerius Ritt, episcopus Mindensis, vicarius apostolicus in regno Cochinchina † 1737
  • P. Vivenc Ridler, † 7. Jan. 1408
  • P. Caspar Schatzger, † 1527
  • P. Wolfgang Schmidhofer, † 1585
  • P. Fr. Kemniger, berühmter Prediger † 1606
  • P. Casparus Cholers, † 1615
  • P. Franciscus Amors, 45 Jahre Concionator † 1646
  • P. Joannes Ketterle, jubil. & 30 Jahre Confessor in Anger † 1674

 

Schlussbemerkung der Chronik

Die Chronik dieser Merkwürdigkeiten hat man zu verdanken dem Fleiße der Franziskaner P. Anacletus Dreßel, P. Franciscus Siegl Vicarius, P. Hermann Sak Guardian, P. Fortunatus Huber, P. Barnabas Strauchhuber, und mehreren Mitbrüdern.

Es sind darin mehrere Notizen enthalten, welche dem Forscher der Genealogie und Vaterlandsgeschichte Stoff zum Nachdenken und weiterer Berichtigung darbieten, Bayern erneut ins Gedächtnis zurückrufen und die Namen vorzüglicher Künstler und Handwerker auf die Nachwelt bringen.

 

Bereich B – Antoni-Kapelle

In dieser Kapelle befand sich eine große gemauerte Gruft mit einem einzigen Sarg. Darin lag Wilhelm Lemp († 1613), ein hochrangiger bayerischer Hofbeamter.

Bei der Öffnung der Gruft zeigte sich ein eindrückliches Phänomen: Der Körper war zunächst vollständig erhalten, zerfiel jedoch bei der geringsten Berührung sofort zu Staub. Das Gewicht der Überreste betrug nur noch etwa 16 Pfund – ein drastischer Kontrast zum ursprünglichen Körpergewicht.

Bereich C – Weitere Gräber

Außerhalb der Kapelle lagen weitere Bestattungen, darunter:

  • Anna Katharina von Kirchberg († 1607)
  • Wolf Lautner von Gevelsberg († 1605)

Die Grabsteine waren mit Familienwappen verziert.

Bereich D – Hegnenberg-Kapelle

Hier stand ein bedeutendes Monument für Georg Sigmund von Hegnenberg (16. Jh.), einen adeligen Militär. Er galt als herausragender Soldat seiner Zeit und diente unter Kaiser Karl V. Für seine Verdienste wurde er mit dem Orden vom Goldenen Vlies ausgezeichnet.

3. Frl. M. Emerentia von Hegnenberg. Ihre Leiche wurde den 20. März 1718 vom Sterbeg hierher gebracht.

E. Außerhalb dieser Kapelle:

  1. Moriz Graf zu Ortenberg, fürstl. Rath, † 6. July 1551.

Auf dem schönen steinernen Monumente stand unter das Motto: alle vermag. – Ihm folgte war Graf Alexander Ortenberg, bey Herzog Wilhelm am Hof in großen Gnaden, und starb zu München am Montag seligen Standes.

  1. Wolf Graf von Ortenberg, welcher eine Schwester im Kloster Anger hatte. † 1510.
  2. Joh. Demno Leser, herzogl. Cubicularius ac Geheimarius, dieses Convents Syndicus. † 17. Jänner 1690.
  3. Doctor Leonhard ab Eck, geb. 1480, und † 17ten März 1550 seines Alters im 70. Jahre. – Dann dessen Ehegemahlin, eine geborne Felicitas von Freyberg. (Siehe Fallenstein baierische Geschichte 3ten Th. Seite 540 u. s.) – Ein Monument, das jetzige Gericht betreffende, ist von dem Maler Johann Michael 1554 gemalt worden. – Dieses Gemälde hängt gegenwärtig in der U. L. Frauenkirche, wenn man bey der großen Kirchtüre hineingeht, linker Hand. – Unten ist auf der Erde ein gemaltes Crucifix gemalt. Dieses Crucifix war einst an mehreren Orten mit kleinen Löchern durchbohrt. Obwol einige behaupten, daß diese von einem Marbtilben geschehen seyn möge; so sagt doch der Franziskaner Chronikschreiber, daß es eben so gut aus Wuthhiebe von einem Buben mit der Spitze eines am Rosenkranze hängenden Kreuze, oder von einem Maler aus Neid geschehen seyn könne. – Das Monument ist gesetzt von dem baierischen Ritter Oswald ab Eck.
  4. Magdalena Hund von Sulzemoos und Lenting, Pfleger zu Dachau, der von den baierischen Herzogen Wilhelm und Albert in den wichtigsten Geschäften gebraucht wurde. Er setzte diesen Grabstein sowohl sich selbst als seinen beiden Ehefrauen Magdalena von Fraunberg, und Ursula von Pienzenau. – Er starb den 18. Febr. 1588, und Frau Magdalena den 3. May 1569. (Mehrere Nachrichten von diesem wichtigen Manne sind zu lesen in Janner’s Bibliothek der baierischen Staatskirche und gelehrten Geschichte 1ten Bd. S. 197.)
  5. Eremodus Draexl et conjux Dymudis.
  6. Fr. Magvandus Weisnachr, † 29. May 1327. (vide Raderi Bavariam sanctam Fol. 155.)
  7. Agnes Muttlin.
  8. Mechtildis Sendlingerinu.
  9. Anna Schremin.
  10. Conrad Altler mit seinen Töchtern.
  11. Beatrix Ziglasin.
  12. Kunigundis Burggräfin de Lunz.
  13. Georgius Stupf, propinquus Fautor ordinis, † 12. May 1495.
  14. Henricus Perelmaister.
  15. Georg Patereich de Reichershausen.

 

17. Simon Thaddäus Eckius Abb. Ducis Bav. Consiliarius, Johannis Eckii magni illius Theologi Germanus. † 1574. (vide Adelzreuter 2ter Theil pag. 237 et 242.)

  1. Domina Kunigondis de Sevelle.
  2. Eberhardus de Tort † 1472.
  3. D. Johannes, Capellanus Imperatricis.
  4. Fridericus Müllner † 27. Aug. 1421.
  5. Adelheidis Wilbrechtin.
  6. Juta Eghartin.
  7. Elisabetha Potherin.
  8. D. Rupertus Ochs de Lachsberg.
  9. Sofia, uxor Preutilini in Domo de Schieren.
  10. D. Albertus Bohenus cum uxore sua Catharina.
  11. Sigun Püttrichin filia illius Toter tota annis FF. † 1380.
  12. Reibottus Ottenhofer.
  13. Vor dem Altare aller Seligen (wo jährlich die gestiftete Messe für die Confraternität der Metzerschmiede gelesen wurde) Ulricus famulus Gabrielis Ridler.
  14. Henricus Ridler, Stifter der Klosterfrauen dieses Namens † 1324, mit seinen beiden Ehefrauen Gela und Irmengard Schrenkin.
  15. Franz Ridler † 1362.
  16. Raphael Ridler † 1373.
  17. Hieronymus Ridler singularis fautor ord. † 1527, cujus uxor Ursula Zellern † 1512.
  18. Alexius Ridler, sing. fautor † 1522.
  19. D. Vincentius Ridler, Patriz. deinde Franc. et Capiculi gratis procurator † 17ten Jänner 1408.
  20. Petrus Saller, Sacerdos † 1362.
  21. Ludwicus Poechner † 1413 et ejus uxor Elisabetha.
  22. Agnes Zachlerin, Dominicella Marchionissa.
  23. Erentrudis nata de Walchek † 1526, uxor Hieronymi de Seuberstorf sepulti in Scheuern 1520. Magna Benefactrix conventus.
  24. Amalia eorum filia, Virgo.
  25. Erentrudis alia filia uxor Dominicelli N. Pfessingers 1524.
  26. Michael Kastner, Agnes uxor, et Barbara filia.
  27. Fr. Leonh. Helfendorfer, guardianus 1476.
  28. Elisabeth Weankhlin, Urban Mädl’s Witwe und Bürgerin.
  29. Dm. Gutta de Hornbach.
  30. Dm. Richlinn filia Sendlinger.
  31. Jacobus Schambeck.
  32. Johannes Schiermair.
  33. Conradus Flonschitz, Miles.
  34. Petrus Hyrnsufer.
  35. Bertholdus Schrenck † 1355 et uxor sua Margaretha.
  36. Domina Clara Pyenzinowerin.
  37. Richardis Fostin.
  38. Adelhaidis Symplarin.
  39. D. Wichard de Kambia.
  40. Marguardus Pauzier.
  41. Diemut Chemnaterin.
  42. Otto Muteurer.
  43. Joannes Christ. Münich olim Can. Pas. deinde Religiosus ord. † 7. Juny 1600.

[…]

  1. Henricus Hummel Miles.
  2. Agnes Sendlingerinn.
  3. Dms. Eberhardus Eczenhufer Plebanus in Rizzbach.
  4. Margaretha Ringwirtinn.
  5. Dms. Eckardus de Nansheim.
  6. D. Agatha uxor Magistri Coquinae de Lochusen.
  7. D. Joannes quondam Plebanus in Ysmeningen.
  8. Ottilia Chauslein 1594.
  9. Halwig Almeninn.
  10. Wilhelmus Kollner.
  11. Diemudis Achlenerin.
  12. Mechthildis Ludweiginna nobilis Domina.
  13. Conradus Ympleri.
  14. H. D. Miles de Nansheim.
  15. Bertha Frölichinn magna amica fratrum.

 

G. In der Schwarzenbergischen Kapelle lagen begraben:

  1. Christoph Freyherr zu Schwarzenberg und zu Hohenlandsperg, 19 Jahr bairischer Landhofmeister, † 9ten Jan. 1538, alt 50 Jahr; liegt hier nebst seiner Hausfrau und 3 Kindern. Stifter dieser Kapelle.
  2. A. D. 1638 obit M. Anna Comitinia de Zollern, filia principum de Zollern, Menardi et A. Mariae natae comitissae de Törring, aetatis suae septimae XIX.
  3. Wegen besonderer Größe und Dicke des Körpers lag in einem ungeheuren Sarge Herr Heinrich Graf zu Schwarzenberg, Herr zu Hohenlandsperg auf Wiesenfelden, Sandbach, Regenstaufen und Winzer, römisch-kaiserlicher und bairischer geheimer Rath, Land- und Obersthofmeister, Obristämmerer, † 11. August 1590 seines Alters 55 Jahre.
  4. Ill. et Exc. Princeps ab Hohenzollern, Johannes Comes in Sigmaringen, Veringen et Schwabeck, Dom. in Haigerloch, Werstein et Vischbach S. R. I. Camerarius haereditarius, † 22. März 1638 alt 60 Jahre; wurde den 7. März 1680 nach Sigmaringen geführt, wo die Leiche noch ganz unverwest gewesen sein soll.
  5. Herr Marx Graf von und zu Pörtia und Brugnera, Herr zu Ragotina und Teierina auf Ober- und Unterlanterbach, Fornegg und Willenhofen, kurfürstl. Kämmerer und dero geliebten Frau Gesmählin gewester Obersthofmeister, Pfleger zu Neuenötting, geheimer Landschreiber in Baiern, verordneter Rechnungskommissär, † 12. Jan. 1679.
  6. Fr. Maria Maria Gräfin von und zu Pörtia und Brugnera, geborne Freyin von Sprinzen, ihrer hochfürstl. Durchl. Prinzessin M. A. Herzogin in Baiern gewesene Obersthofmeisterin, † 4. Febr. 1685, und wurde im Clavierenkleide begraben, wie der Kostum in der Carthäuser der vormahligen Klosterzisterzienser noch zu sehen ist.
  7. Frau Barbara Kochstumm, geb. des H. R. R. Erbmarschalls, Freyfrau zu Burghausen, Witwe und Hofmeisterin, † den 1. Jan. 1531. Am Grabsteine sind folgende Wappen: Mörlbach und Burg, Neuburger und Oetting, Ortenburg und Haagburg, Weissenbach und Wern.

[…] (rechte Spalte)

[…] deren Magdalena Gräfin zu Montfort, geborene Gräfin zu Oettingen. Der Stein sagt, daß ihr toter Leib, wie gewohnt, nicht begraben worden. Ihr Gemahl war Ulrich Graf zu Montfort † 1520. Sie war eine Tochter Ludwig XIII. Grafen von Oettingen und Walderstein † 1517. – Ihre Tochter heiratete Christoph B. zu Schwarzenberg.

  1. Leopold von und zu Haimhausen auf Habelspach, Palzing, Gerblingen und Herr auf Auerstetten, churfürstl. geheimer Rath, Oberst zu Fuß und Pfleger zu Erding † den 12. Nov. 1626.
  2. Frau Anna von Haimhausen geborne Paumgartnerin zu Obermenzing † 31. Dec. 1600.
  3. Grabstein der Frau Eva zu Montfort † 16. März 1527 ihres Alters 32 Jahre, nachdem sie 10 Kinder geboren hatte. – Darauf standen die Wappen von Montfort und Oettingen, Hohberg und Schwarzenberg.
  4. Grabstein Elisabetha Maria Francisca Weixner, Tochter Conrads B. in Vennelsberg, und Annae Constantiae Gräfin zu Fürstenberg, Helfenberg und Werenberg † im Jahr 1605.
  5. Christophorus de Schwarzenberg, geb. den 29. Jul. 1488, † 9. Jan. 1538, ein besonderer Verteidiger der katholischen Religion. Seine erste Frau war Eva geb. Gräfin von Montfort, vermählt 1509, † 26. März 1527. Seine zweite Frau war Clara Tochter Caspars von Motschaft genannt, † 1528, † 1592. Ihr Sohn war Otto Heinrich Graf zu Schwarzenberg geb. 1535, † 11. August 1590.
  6. Im Jahre 1720 wurde die Gräfin Maria Josepha von Seinsheim, geb. Gräfin von Thierheim, Gemahlin des churfürstl. Hofrathspräsidenten Grafen v. Seinsheim † den 31. Jan. 1726 alt 34 Jahre, hier begraben, von welcher Zeit angefangen die gräflich Seinsheimische Familie die Unterhaltung dieser Kapelle übernommen hat.
  7. M. A. Carolina Gräfin von Thierheim, churfürstl. Hofdame † in Fürstenried den 28. Jun. 1730.

Nota: Bey Niederreißung dieser Capelle wurden in der Gruft noch 4 beigesetzte Leichen gefunden, welche auf dem äußern Gottesacker begraben worden sind.

H. In der von Max Grafen von Kurz 1655 gebauten Kapelle lagen begraben:

  1. Frau Magdalena Gräfin von Kurz, die Mutter.
  2. Hr. Philipp von Kurz.
  3. Friedrich von Gaisberg, churfürstl. Kämmerer und Obsilier.
  4. Catharina Curtia comitissa de Valley nata Baronissa de Rohrbach, † 4. März 1657.
  5. Maximilian Kurz, Graf von Valley, erster Minister unter Churfürst Maximilian und Ferdinand Maria, geb. den 10. Jul. 1595, † 10. Jul. 1662.

6. Maria Susanna Gräfin von Irch, geb. Gräfin von Haunsperg, zweite Gräfin Kurzinn † 26. April 1692.

7. Ein Söhnchen Graf Tattenbachs, churfürstl. Obersthofmeister, † 20. Jan. 1709.

Nota: Die Franziskaner wollten bey dieser Begräbniß einen Chorherrn von U. L. F. Kirche nicht annehmen, wofür letztere ihnen auf etliche Jahre das Ceremonien-Amt entzogen haben.

8. Ein Graf Tattenbachisch Söhnchen † 7. April 1714.

9. Maria Margaretha Gräfin von Tattenbach, Wittwe, geborne Gräfin von Colonna † 1. März 1734.

10. Fräulein Carolina Gräfin von Rheinstein und Tattenbach † 14. Jan. 1743.

11. Max Philipp, Graf Kurz, Baron von Senftenau, churfürstl. geheimer Rath mit seiner Ehegemahlin Sabina, und Enkelinn Maria Elisabetha.

12. Frau Martha Zellerin mit ihrer Tochter Christina.

 

Die Wand dieser Kapelle war mit 8 Platten aus Bronze geziert, in welchen sich die in honorem rogatae atque clariatae palladis familiae Kurzianae nachfolgende Inschriften befanden:

 

I.

D.O.M. — Maximilianus Kurz — Comes de Vallai — Baro a Senftenau & Drosendorf — vetusta et nobili gente — decimus a Remberto — qui anno 1300 familiae caput fuit, — fecit perpetuo ordine — Fridericus, Arnoldus, Henricus, Engelhardus, Ulricus, Sigismundus.

 

II.

Avum habuit Sebastianum Kurz — a Senftenau bello Schmalkaldico — et de hinc multis et anticipibus obsequiis — Carolo V. Caes. opt. Max. — carum ac probatum — parentem et parvus — illustribus omnes officias — Engelhardum Vienna urbi — et deductus in Belgicam Galliam — Hungariam legionibus strenuum — Jacobum S. R. I. Vicecancellarium — Carolum equestri gloria — et nobilibus praefecturis inclitum.

 

III.

Philippum parentem — quem aula Bavarica annis L. — pari reverentia et amore amplexa est, — is seren. electori Maximiliano — ab arcanis consiliis et cubiculi — et multis annos servivit — Principis Elisabethae — ac postea augustae archiducis Mariae Annae Austriacae — supremus aulae praefectus — comitate modestia, usu aulae — et ejusque rerum plurimarum peritia — charus acceptusque omnibus fuit — in que munia et decora Maximilianus F. — tanquam in paternarum hereditatem successit.

 

IV.

[…] (teilweise beschädigt)
[…] Ferd. IV. ac Leopold I. — ut diadema caelar eum.

 

V.

Bello Bavariam inundante — rebus asperrimis — civilis affectibus, consiliis, armis — dominii latus nunquam destituit — quoad an. 1648 extorta ab armis et fere victoriis pace — tanquam re gesta omnium maxima — Maximilianus Elector — paulo post mortalitatis judicio subductus est — post ejus fata filium et virtutum ac Provinciarum heredem — seren. Ferdinandum Mariam — ex Regia Allobrogum stirpe — bis legationibus domum ducta est.

 

VI.

Reliquis deinceps annis — non minus quam antehac aperto marte — pugnandum fuit — adversus machinationes inimicas publicae tranquillitati — curarum praecipuas habuit — ut potissimum Bavariae vetusta facies — religionis cultus — nobilitatis honos et pretium — Justitiae sui limites — principi — sua majestas et dignitas essent.

 

VII.

Et nunc — sub frigidante hoc saxo compositus — armis, clypeis, coronis, titulis — munerum ac honorum insignibus — secum una depositis — aeterni judicis vocantem tubam — exspectat. Extinctus est A. CID. ICLXII — Die X. Julii — H. P. M. VII. Quae huic eadem dies et hora — aetatis LXVII — primum natalem extulerat — tantum et viator. Abi et piis manibus — bene precare.

 

VIII.

Conjuges fuere I. Catharina Baronissa a Rohrbach — lectissima virtutis et prudentiae matrona — II. Maria Susanna Baronissa de Haunsperg — fide amore et matronali — erga maritum observantia insignis — ex neutra cum liberis superstites habere — sparsa in dei famulos haereditate — sumentem memoriam posteritati — tanquam certum impensi hactenus obsequii — pignus reliquit.

 

Nota: Bey Niederreißung dieser Kapelle wurden in der Gruft noch 13 Leichen gefunden, welche von der gräfl. Tattenbachischen Familie weggeführt, und auf dem äußern Kirchhofe allhier begraben worden sind.

 

I. In dem innern Kreuzgange des Klosters, welcher zwischen der Klausur, Pforte und der Kirche zum Chore lag, befanden sich folgende Monumente:

  1. P. Fr. Leonhardus Inchohofer, Sacerdos † 1513.
  2. P. Fr. Paulus Frankenstein, Sacerdos † 30. Nov. 1518.
  3. Hanns Velnhäuser, der Goldschmied.
  4. Fr. Simon Genstätter, Confessor clarissimus, qui multa bona conventui reliquit in libris et aliis † 1427.
  5. Fr. Martinus Enzenberger, Laicus † 26. Nov. 1518.
  6. R. P. Simon Erhardus, Conv. Westobrunn, Confessor † 21. Jan. 1630.
  7. Joh. Phil. Müller de Freyburg, conf. et Archiater elect. † 4. April 1663 aet. 90.

Linke Spalte (Fortsetzung der Geistlichen / Klosterangehörigen)

  1. R. P. Joh. Puchler, Sacerd. † 8. Okt. 1591.
  2. V. P. Joannes Winhart aet. 75, Thierhaupten 59 an., Prof. 50 pene sacerdos, qui a Sueciae Reg. pulsus † 4. Aug. 1632 hic †.
  3. V. P. Ludovicus Pecherer, Sacrif. † 1. Nov. 1603.
  4. R. P. Casp. Perkhofer, convent. Benedictihaiern † 26. April 1596.
  5. P. Fr. Christophorus Landavus Sac. † 21. Nov. 1591.
  6. Fr. Carolus Ligfalz, Sacerdos † 8. Dez. 1532.
  7. P. Wunbaldus Lechner aet. 27 ann. † 20. Nov. 1668.
  8. P. Urbanus Zwinkler † 24. Nov. 1668.
  9. P. Cletus Emereich † 10. Jan. 1649.
  10. P. Alois Mezger † 27. Febr. 1668.
  11. P. F. Ludovicus Aßmauer † 13. Jun. 1668.
  12. Fr. Jacobus Engwiller Laicus † 8. May 1668.
  13. P. Fr. Ernestus Pechenlainer, vir operae et sermonem, quondam potens † 26. März 1668.
  14. Fr. Didacus Kobold, Laicus Pharmapola Tarcinarius hanc hic deposuit 13. May 1667.
  15. P. Fr. Oswaldus Widmann aet. 29 ann. † 15. Febr. 1667.
  16. P. F. Agnus Seiz † 7. März 1666.
  17. P. Nemesius Luccas phil. Neob. Lector et concionator cathedral. Fris. † 3. Jul. 1685.
  18. R. P. Athanasius Faber 16 annis Concionator general † 24. Sept. 1687.
  19. Fr. Georgius Rait laic. † 1584.
  20. P. Erasmus Schaldorfer, fidelissimus promotor relectoris Rosarii † 4. Aug. 1536 aet. 96 ann.
  21. P. Joh. Christ. Münich † 7. Jan. 1600, welcher für seinen Vetter Adam von Eiched sein Kanonikat in Freysing resignierte, und Mönch wurde.
  22. P. Franc. Thomas Diminitor et Lector † im Jul. 1645.
  23. P. Joseph Lang Lector † 24. Dez. 1640.
  24. P. F. Franc. Hauenbucher † 1592.
  25. P. Fr. Petrus Lucanus † 10. May 1612.
  26. P. Fr. Damianus Egl † 7. März 1599.
  27. P. F. Wolfgangus Saldorfer, Sacerdos † 25. Jun. 1520.
  28. Fr. Georgius Stephanus Sacerd. † 12. Jan. 1509.
  29. Fr. Conradus † 1200 (vermutlich ist etwas ausgelöscht).
  30. P. F. Michael Pellicius † 19. Aug. 1506.
  31. Fr. Hainricus Boes.
  32. Fr. Adjutor Haekl † 1632.
  33. Fr. Martinus Lector Loci.
  34. Fr. Ulricus Depalzini.
  35. Fr. Michael grad. Minister.
  36. Fr. Leo Ertl Subdiaconus † 1607.
  37. Fr. Joannes Piscatoris Conf. in Anger † 1547.
  38. P. Fr. Henricus Hintenberger Sacerd. † 1523.
  39. Fr. Georg Traglang Sac. † 1496.
  40. Fr. Michael Mayer Sac. qui venit ab Haylbrun, confrarius omnibus membris contractus † 27. März 1575.
  41. Fr. Barthol. Mair Sac. † 1506.
  42. P. Fr. Sebaldus Eslinger, Viceguard. et Lector singulari pietate et eruditione praeditus † 17. Okt. 1582.
  43. Fr. Richardus Unverdorben † 21. Mai 1511.

 

Rechte Spalte (Adelige / Familiengräber)

K. Nach Juno berühmten genealogischen Nachrichten (welchen der Chronikschreiber nach mehreren Notizen aus neueren Zeiten beifügte) liegen weitere edle Familien begraben:

  1. Herr Johann der Aeltere, ein gar frommer Herr, war in väterlichen Kriegen gut bayerisch, ward Landhofmeister zu München und starb 1542.
  2. Wolfs Gebran andere Hausfrau Margaretha von Wolfrain aus Franken † 1539.
  3. Ritter Carl von Fraunberg, Hofmarschall zu München, nahm zur anderen Frau Benigna von Tannberg und Margaretha Langin Tochter. Er † 1569, sie † 1572.
  4. Conrad IV. von Freyberg † 1401.
  5. Ambrosius von Freyberg zu Haimenberg der Ältere dieser Linie † 1517.
  6. Ursula dessen Tochter, Hausfrau Herrn Willibald von Pienzenau Ritters † 1503. Ihre Tochter Sibylla verheiratete Hieronymum von Seyboldsdorf.
  7. Georgius von Freyberg war Hofmeister zu München im Frauenkloster, unverheiratet † 1531.
  8. Dolesa, Uxor Ritter Jacob Püttrich zu Reichertshofen, filia Henrici II. Senioris dicti de Gumppenberg † 1396.
  9. Wilhelm filius Georgii de Gumppenberg, Wolfs Bruder † 1516.
  10. Walther von Gumppenberg † 1536.
  11. Margareta Tochter Georg Püttrichs und Magdalena (geb. Senghoferin von Pienzenau), Johannes von Pienzenhausen erste Ehefrau † 1502.
  12. Hanns von Pienzenhausen der alte war 1501 Herzog Albrechts Gemahl Hofmeister † 1513.
  13. Siegmund von Pienzenhausen, dessen Ehe Herzog Wilhelm Kurfürst zu München und Hauptmann zu Burghausen † 1542, sein Sohn Christoph † 1546.
  14. Agnes einzige Tochter Alberti von Plechbergs und dessen Ehefrau Anna von Fraunberg; ihre andere Gemahlin war von Seyboldsdorf, Ritter zu Egmating. Er starb 1438, sie † 1439.
  15. Conrad oder Hermann von Gandersfel † 1472, dessen Sohn vermutlich Hanns geheißen.
  16. Dessen Sohn Heinrich Pfleger zu Tölzing 1500, † 1529 alt 86 Jahre.
  17. Thorer Sigmund (de Porta), uxor Ludovici Putrichs † 1362 oder 1360.
  18. Eberhard de Porta oder vom Thor † 1475. Am Grabsteine waren zwei Schilde – Sienhofen und Laning. Seine Hausfrau war Cunigunda v. Layming.
  19. Margaretha Nesa Strombergerin zu Haag Tochter, Gemahlin Wolfgang von Waldkirch, von Torsenhausen † 1481, liegt in Krems oder im Stift.
  20. Erhartha Caspars von Althain Tochter, Gemahlin Hanns Georgs von Auersdorf † 1539.
  1. … von Lichau, eine Gemahlin Hannsens von Apen…tal, Sohn Sigmunds und Bruder Georgs. Ihre Mutter Elisabeth, geborne von Vesterstetten, der Herzogin von Württemberg Hofmeisterin zu München, hat die beiden Kinder, die diese ihre Tochter bey Hanns Apen…tal erzeugt, nach Absterben der Eltern erzogen † 1540.
  2. Wolfgang von Freyhofen, Herrn Georgs Bruder, zu Halley zu Frauenstein, Landkometer und Komtur zu Ellingen, der letzte dieses Geschlechts männlichen Stammes 1515 noch am Leben. Er starb 1500. Dessen Schwester war die Gemahlin Ritter Burkhards v. Endering. Auf dem Grabsteine waren die Wappen der Knöringer, Schwabisch-Grevenberg, Seyboldsdorf und Westernach.
  3. Margaretha Tochter Georg von Hohenrain und Amalia Tochter von Werenberg, Gemahlin Ritter Caspar Winggers † 1514.
  4. Hieronymus Adelshaim, Sohn Georg Pfleger zu Dachau † 1500. Dessen Ehefrau Barbara Zätscherin von Bergstall † 1536, begraben in Altomünster.
  5. Friedrich Aichstetter. Seine Hausfrau war Catharina Turltlin, Tochter des Magd. Simpserinn.
  6. Martin Pichler. Dessen Hausfrau Elisabeth Heglmerinn, sein Sohn Hanns, seine Tochter Margaretha † 1466.
  7. Georg Pichler zu Argeth † 1452.
  8. Maria Teurer, Ulrichs und Cathr. Pfefferinn Tochter, ledig, 1577.
  9. Hanns Landhofer zu Pittenbach 1432. Sein Vater war Wolf, Pfleger zu Wolfrath, Herzog Albrechts des alten Rentmeister in Oberbaiern, dann Herzog Wilhelms Rath und Küchenmeister zu München † 1528. Auf dem Grabstein waren die Wappen der Landhofer, Winzer, Palsang, Sennach, oder Kröll. Seine Hausfrau Elisabetha Zollerin von Straubing † 1540.
  10. Ursula Landschloferin, Uxor Antonii von Ros, 1531.
  11. Wilhelm Lösch, Ritter zu Hilgertshausen, Stefanskirchen und Altenburg, fürstl. Rath, Pfleger zu Friedberg und Hofmeister Herzog Albrechts Gemahlin. Dessen Ehefrau Jacobae von Bolesa, Aloysius. Er starb 1572.
  12. Wilibald Pühinger, Ritter. Dessen erste Gemahlin Ursula Ambrosi von Fraunberg Tochter † 1503.
  13. Regina Tochter Ulrich Rommingers und Margaretha von Waging aus Tyroll, Gemahlin Simon Stetteners zu Altenpeuern, fürstl. Rentmeister zu München † 1543.
  14. Thomas Salzinger zu Freising und Perlesheim, Rentmeister in Oberbaiern, Uxor Pfefferin von Tapping † 1526.
  15. M. von Geble † 1727.
  16. Anna Regina von Wilhelm † 1722.
  17. M. Catharina Euphemia Gräfin von Thöring zu Stettin, geborne Gräfin von Thöring zu Jettenbach 1723.
  18. Fr. Salomea Capelostein † 1699.
  19. M. Magdalena Gruberin, geborne Siglerin von Seiboldsdorf † 1711.

 

Rechte Spalte

  1. Georg Mathias von Thier… † 1711.
  2. M. Ursula Thierbeckin, geb. Seidlin…
  3. Antonius Franciscus Pisonini von Tilling und Winberg, kaiserl. Hofkammerrath, churfürstl. Schatzmeister und Hofkammerrath † 1710.
  4. Jacob Schambeck † 1323.
  5. Hanna Schendorfer † 1463.
  6. Kristof Stäzlhauser † 1514.
  7. Otto Stäzlinger Kastner zu München † 1380.
  8. Jacob Thanner † 1514. Seine Hausfrau Anna Hofmeisterin † 1521.
  9. Catharina Thierndl, Gemahlin Friederich Achstetter † 1468. Sie † 1460.
  10. Georg Ursacher † 1512.
  11. Caspar Münzer, vormals fürstl. Zollner zu München, dann Pfleger zu Tölz † 1440. Dessen Gemahlin Anna † 1463.
  12. Jacob von Sell zu Thalzenberg des Wilhelms Bruder † 1499.
  13. Ein Wappen aus der Familie Ringl.
  14. Hanns Pächler von Leitenfeld, fürstl. geheimer Rath und Oberstkammerer in München † 19. Oct. 1651.
  15. M. J. E. Eva Freyfrau von Valoise, geborne Freyin von Berlo auf Schwemmach und Hundoheim † 26. März 1730.
  16. M. Ursula Marquise de Massei, geb. Jünzlin † 1733.
  17. M. M. Mago von Caraboldi, geb. von La Roi † 1736.
  18. M. Ant. Gräfin von Tauskirchen, Gemahlin des churfürstl. Kämmerers, General-Wachtmeisters und Hofmarschalls zu Freysing, geb. von Neuhause, † 12. Dec. 1736.
  19. J. Jacob Unguin von Eisendorf auf Gräfing, churfürstl. Hofkriegsrath und General-Wachtmeister † 1739.
  20. M. Ursula Gräfin von Thöring zu Jettenbach, geb. Freyin von Traunmond † 1725.
  21. A. Beatrix Freyfreyle von Lederburg, Hofdame † 1724.
  22. M. Monica Freyfrau von Morawitzky, geb. Gräfin aus königl. böhmischen Stammen v. Cernai † 1742.
  23. Johann Casimir von Kriegern auf Neuenkreit, Rebel und Perlach, churfürstl. geh. Rath und Hofratstaxmeister † 1727.
  24. Wilhelm Heinrich Bär v. Schmiedhofen † 1741.

 

L. Der äußere Kreuzgang des Franziskaner-Klosters befand sich zwar in dem Gebäude, war aber gänzlich von der Klausur getrennt […] In diesem Kreuzgange befanden sich die Monumente.

 

I. Platz mit dem Gemälde der Erweckung Lazarus aus dem Grabe

An dieser, so wie an den folgenden Mahlereyen, waren die Stifter der Grabstätte mit Frau und Kindern jedesmal knieend abgemahlt.

  1. Joachim von Limpach, innerer Rath und Bürgermeister allhier, † 25. März 1705, alt 79 Jahre.
    Hatte 3 Ehefrauen:
    • M. Magdalena, geb. Lobstin, † 24. May 1664
    • M. Stroblin, † 1666
    • M. Theresia Praxnin, † 1721
  2. Christoph Constantin, Handelsheer allhier, † 1651.
  3. Georg Kloepfer, fürstl. 40jähriger Diener und Hofkontroller, † 21. Dec. 1617. Seine Hausfrau eine geborne Starnbergerinn, † 23. Jan. 1618.

 

II. Platz mit dem Bilde der von ihrem Sohne auf dem Kreuzwege Abschied nehmenden Maria

  1. Georg Guggler von und zu Zeilhoven, des innern Raths allhier, † 12. Okt. 1669. Seine Ehefrau Anna Elisabetha geb. Hafnerinn, † 10. Mai 1686.
  2. Georg Guggler der Jüngere von und zu Zeilhoven, † 18. Dec. 1675.

 

III. Platz mit dem Bilde des englischen Grußes

(Begräbnisplatz der Grafen von Preysing)

  1. M. A. Barbara Freyfrau von Steinau, † 13. März 1690, alt 33 Jahre. Ihre Eltern waren Sigmund Graf von Tattenbach und Pfannenberg zu Hohenzollern, Herr zu Sielen, kaiserl. Kämmerer und Oberstjägermeister zu Passau, geb. 17. Febr. 1628, dann M. Franz, Tochter Johann Viti Freyherrn von Obern- und Untern-Zeringa, Gräfin von Wartenberg.
  2. Johann Max Graf von Preysing, churfürstl. geheimer Rath, Pfleger zu Burghausen und Landschaftsverordneter, † 9. Jan. 1657, alt 59 Jahre.
  3. M. Sophia Bar. de Closin zu Haysenburg, † 25. Dec. 1701.
  4. Anna Sidonia Catharina Gr. von Preysing, geb. Gräfin von Thurn und Weinberg, geb. 29. Dec. 1657, † 27. April 1692.
  5. M. N. Ferd. Felix Graf von Preysing, Obersthofmeister Sr. Durchlaucht der Frau Churfürstin Theresia Cunigunda, Großkreuz des Georgs-Ordens; † 3. Dec. 1739, 84 Jahre alt.
    Er hatte 3 Ehegemahlinnen:
    • Sidonia Gräfin von Thürheim (9 Kinder)
    • Rosalia Baroness von Closen (8 Kinder)
    • Eleonora Gräfin von Törring (3 Kinder)
  6. M. M. N. Isabel Freyfrau von Elsen, geb. von Pinzenau. Deren erste Gemahl war Franz F. B. von Fraunhofen † 21. Okt. 1743.

 

(rechte Spalte Fortsetzung)

  1. Johann Wilhelm Dr. von Preysing, Sohn des Hofraths-Präsidenten … Baron von Preysing, Canonicus in Salzburg, † 1624.
  2. Regina Catharina Fräulein Gräfin von Rheinstein und Tattenbach, † 20. May 1660, ein Kind.
  3. Johann Wilhelm Gr. von Tattenbach, † 25. Dec. 1666, ein Kind.
  4. M. Jesuita Freyin von Tannberg, † 28. April 1621, ein Kind.
    Auf dem Grabsteine befinden sich die Wappen der von Tannberg und Preysing.
  5. Anton Alois Freyherr von Hagenau in Holzhausen, diente 52 Jahre theils bey der Regierung in Straubing, theils als Hofkriegsrath, † 25. Aug. 1742, alt 74 Jahre. Seine Ehefrau M. Jos. war eine geborne von Zendt.

 

IV. Platz – führte zur Kurzischen Kapelle

  1. Grabstein Sabina, Gemahlin des Ferd. Sagitarius, fürstl. Leibarztes. Sie war eine geb. Kloepferin, † 20. Dec. 1621, alt 23 Jahre. Hier liegt auch ihr Sohn Max Ferdinand.
  2. Johann Ernst, churfürstl. geheimer Rath, † 21. März 1667.
  3. Christ. Wilhelm Jung zu Sulzemoos, † 1. May 1634, alt 12 Jahre.

 

V. Platz mit dem Bilde des Engels, welcher den Frauen am leeren Grabe die Urständ Christi verkündet

  1. Johann Emmermann, churfürstl. Rath und Rechnungscommissär, † 17. Nov. 1646.
  2. Philipp Ludwig Kurz, churfürstl. Rath und Lehensbriefsverwalter, † 29. July 1694.
    • Erste Ehefrau: M. A. Emmermannin † 15. Nov. 1670
    • Zweite Ehefrau: M. Catharina Zeherin † 17. Mai 1711
  3. M. Christina von Märlbach, Freyfrau zu Wald… geb. Freyin von Gumppenberg, † 13. März 1631.
  4. M. Fr. Freyfrau von Gumppenberg, geb. Gräfin von Fugger zu Kirchberg und Adelshofen, † 8. Jan. 1747.

VI. Platz mit dem Bilde der Kreuzabnahme Christi

  1. Sebastian Zortan, Herzog Wilhelm in Bayern Kammer-Sekretär, dann dessen Ehefrau Margaretha Zellerin, † 30. Jan. 1532.
  2. Anna Regina Schrenklin von Mörting, geborne Freyfrau von Ranberg, Wittwe, der verwittweten Churfürstin von Baiern Erzherzogin M. A. zu Österreich geweste Oberste Kammerfrau, † 17. März 1658.
  3. Fräulein Maria Felicitas Stibichin, † 3. April 1663, alt 23 Jahre.
  4. Johann Wolf Peltshofer von Hohen-Puechberg, der beiden Churfürsten Maximilian und Ferdinand Maria in Baiern Erbkoch, Silberkammer-Verwalter und Burggraf, † 23. Juny 1660.

VII. Platz mit dem Bilde der Apotheose des hl. Franziskus

  1. Franz Guggler auf Jettenbach, des Raths und Handelsmann, dessen Frau Francisca Johanna geb. Abundina † 16. März 1679.
  2. … (Rest abgeschnitten im Bild)

VIII. Platz mit dem Bilde der heil. 3 Könige

  1. Hr. Sebold Millner v. Iveraben, gewester fürstl. Rath, Rubel- und Stadtkämmerer in München, auch landgräflich Leuchtenbergischer Rath und Hofmeister, † 16. November 1584.
  2. Catharina Bertinn † 1600. — Ein Kind.
  3. Alexander Kälß, churfürstl. Hauptmann und Burgpfleger, † 20. März 1638.

 

IX. Platz – Das Bild der Grablegung Christi an der Spitze

  1. Hr. Georg Conrad Freyherr von und zu Thöring, Herr auf Werth, Amentrin und Waldstätt, churfürstl. Rath, Obersthofmarschall, Kämmerer und Pfleger zu Kling, † 20. July 1625.
    Dessen Ehefrau Anna, geb. Hugerin, Freyfrau von Kirchberg und Weißenhorn, † 12. May 1633.
  2. M. A. Theresia Freyfr. von und zu Fraunhofen, geb. Hagerinn, † 24. März 1695, alt 56 Jahre.
  3. Fr. M. Sabina Freyfrau von alte und neuer Fraunhofen, geb. Freyinn von Alten und Traunberg, verwittwete churfürstl. Frauenzimmer Hofmeisterin, † 28. Nov. 1686.
  4. Maria Anna Theresia, Tochter des Bonaventura von Hager und dessen Ehefrau Clara Freyfrau von Werth, † 21. Okt. 1653; ihr Bruder Baptista † 15. März 1654, beide Kinder.
  5. M. Ursula Gräfin von Thöring zu Jettenbach, geb. Freyinn auf Gudo † 19. July 1686.
  6. M. J. Regina Neobastinn, Baroness von Weisenstein † 28. Nov. 1673.
  7. M. Theresia Fräul. von Closen † 9. Jan. 1652.

 

X. Platz – mit dem Bilde die Himmelfahrt Maria vorstellend

  1. Ludwig Barstorfer, Bürger und Handelsmann † 13. Sept. 1602.
    — Ehefrau Catharina Hörninn † 10. Jun. 1647.
    — Tochter Catharina Pödin, deren beider Eheleute Hausfrau † 7. Jun. 1612.
  2. Melchior Mair, des Raths und Handelsmann † 5. April 1684.
    — Clara Maierin geb. Barstorferin † 1664.
  3. Fr. Anna Marg. Adelhaid Freyfr. von Scharffeed zu Tolerach, geb. von Dornilla von Caslstedt † 24. Febr. 1702.
  4. Fr. M. Catharina Freyfrau von Scharffeed zu Tolerach und Kiegering, geb. Freyinn von Schön und Pöcking † 9. Mai 1713, alt 33 Jahre.
  5. Hr. Fr. Felix B. von Scharffeed etc., churfürstl. Hofkammerrath, Vizedirector — diente 40 Jahre — † 15. Nov. 1703.
  6. Hr. Max Franz B. von Scharffeed, Herr in Tolerach, Kiegering, Tunzenberg, Letten und Sittenhofen, churfürstl. Kammerdirector † 16. August 1729, alt 56 Jahre.

 

XI. Platz – Hier waren begraben:

  1. Hr. Franz Pangratius Graf von Leibelfing, Baron in Thrain, Herr in Hainhausen und Grafen… (Text abgeschnitten)

 

Rechte Spalte

(Fortsetzung XI und folgende Abschnitte)

  1. Fr. Joh. Vinz. Fahro, churfürstl. Hofkammerrath und Hofrentmeister † 24. März 1719, alt 57 Jahre.
    Dessen Gemahlin M. Elisabeth Fahro, geb. von Eisenhofer.
  2. Fr. Mathias von Rivat, fürstl. Bayr. Hofmeister † 25. März 1681.

 

XII. Platz – mit dem Bilde der 14 Nothhelfer

  1. Hanns Prunner, Gastgeb † 22. Mai 1614.
    — dessen erste Hausfrau Anna Neumairinn † 17. Juli 1591
    — dessen zweite Hausfrau Anna Schißlin † 4. März 1643
  2. Hr. Marx Antoni Peltzer zu Hofen, churfürstl. Truchseß † 2. Febr. 1664.
  3. Fräul. M. A. Gräfin von Thöring Jettenbach † 11. Jan. 1740, alt 22 Jahre.
  4. Benigna Färchshimmerin † 23. Dez. 1620, ein Kind.
  5. Ferd. M. Ign. Gr. von Pörtia † 28. Okt. 1654, ein Kind.
  6. Fräul. M. Francisca v. Muggenthal † 8. Febr. 1650, ein Kind.
  7. Hr. G. Wilh. von Muggenthal zu Hennengerg, Gumpershausen, Erlting und Hohenpühl, der beiden hochlöbl. bayrischen Herzöge Maximilian Philipp Ferdinand und Albrecht gewester Kämmerer, Oberstjägermeister, Rath und Pfleger zu Friedenberg † 24. Juli 1638.
    — Auf dem Grabstein sind die Wappen der Muggenthal und Auer von Pullach, Heben, Hagenau und Veit.
  8. Margaretha Ludwig Rothbast B. v. Weissenstein † 22. Aug. 1712.
  9. Fräul. Euphemia Helena Gräfin von Thöring auf Jettenbach, geb. von Stinglheim zu Kürn… und Gegenhofen † 31. Mai 1661.
  10. Fräul. M. M. Franz von Eisenried † 4. Aug. 1661, ein Kind.
  11. Georg Wilhelm von Muggenthal.
  12. Ferd. Megger † 20. April 1594, ein Kind.

 

XIII. Platz – mit dem Bilde der Einbalsamierung Christi in das Grab

  1. Hanns Megger, Sr. Durchl. Herzog Ferdinand in Baiern Sekretär † 28. März 1612.
  2. Fr. Anna Catharina Meggerinn, geb. Huberinn † 1737.
  3. J. Graf von Tannfird in Tuchenberg, Kaxenberg und Engelburg, churfürstl. Kämmerer, General-Wachtmeister und Hofpfleger zu Werdenstein, Sr. Durchl. Herzog Theodor in Baiern, Fürstbischof zu Freysing und Regensburg, geb. trat und Hofmarschall, des hohen Georgienordens Commenthur † 28. Jan. 1737.

 

XIV. Platz – mit dem Bilde der Kreuzigung Christi

  1. Hr. Heinrich Fes, Sr. Durchl. Herzog Wilhelm in Baiern … (Text abgeschnitten)

XV. Platz, die Geburt Christi vorstellend

  1. Georg Pesenwirch, fürstl. Salzmeister.
  2. Regina Pesenwirchinn, geb. Rumblerin † 1624.
  3. Hr. Emanuel Joseph Joachim Pangraz, Reichsgraf von und zu Pabach † 12. Febr. 1693.

 

XVI. Platz mit dem Bilde die Himmelfahrt Maria vorstellend

  1. Hr. Engelhard von Benischhausen, zu Ayerich Ritter, der fürstl. Durchlauchten in Baiern Kämmerer, Kriegsrath, Obrist zu Pferd, Zeugwart, Hauptmann zu Roß und Pfleger zu Daisterstaufen, welcher von dem 15. Jahre seines Alters sich in vielen Feldzügen, ungarischen und deutschen Kriegen bis in das 56. Jahr hat gebraucht lassen, † den 4. Febr. 1622.
    — Das Denkmal ist gesetzt von der hochbetrübten Witwe Renata von …
  2. Maria Jul. Gräfin zu Hohenwaldeck, eine geb. Grivelinn, Freyin auf Gudo † 16. Sept. 1651.
  3. Hr. Hanns Albrecht von Weichs † 1634, ein Kind.
  4. Fräul. M. A. Barbara von Weichs † 2. Sept. 1632, ein Kind.

 

XVII. Platz, nebst einem Besserbilde

  1. Hieronymus Faber von Weißenhorn, geb., der Med. Doctor, fürstlicher Leibarzt in der Nähe, muß den gleichen und schönen Wissenschaften wohl erfahren sein † im Jan. 1617.
    — Hier ist auch begraben seine erste Ehefrau Regina, eine geborne Rothschuhinn.
    — Das Denkmal ist gesetzt von seiner zweiten Ehegemahlin Maria, einer geborenen Schmausin.
  2. D. Johannes Georgius de Luegorn in Hachenberg, churfürstl. geheimer Rath und Hofratstkanzler, vir in adversis probatus, et annis melioribus dignus † 22. März 1719.
  3. Johann Sebastian von Siggenbach, churfürstl. geheimer Rath und Hofratstkanzler † 21. Sept. 1709.

 

XVIII. Platz

war mit der Geschichte des Lazarus und der süße trauenden Magdalena etc. geziert.

 

XIX. Platz, mit einem Oelberg-Bilde geziert

  1. Hr. Albrecht von Ackenfeld zu Kemmerland und Perg, fürstl. Hofkammerrath, Kastner und Kriegskommissarius in München † 24. Okt. 1620 in Lößling.
  2. Dessen Ehefrau, die Edelfrau Maria Jacobe, eine geborne Recklingerinn.

 

(Abschnitt über Umbettungen / Begräbnisverlegungen)
Wegen Vergrößerung der Gebäude wurden auf Begehren der Familien mit hoher Erlaubniß nachfolgende Leichen unter Aufsicht der Polizei ausgegraben und auf den Kirchhof begraben; nämlich die Ehegemahlin des Herrn Obersthofmeisters der verwitteten Frau Churfürstin, Reichsfreyfrau von Gumppenberg, geborne Freyin von Berneck — die Gemahlin des churfürstl. Oberstjägermeisters Grafen von Waldkirch — der Oberstjägermeister von Preysing, Freyherr von Freyberg — der Sohn des churfürstl. Herrn Generalleutnants Grafen von …

 

(rechte Spalte – weitere Monumente und Notizen)

N. Verzeichnis mehrerer von den Gräbern entfernter Monumente

Dolendum nimis, tot Monumenta … (lateinischer Abschnitt über Verlust von Grabdenkmälern)

  1. Fr. Rosina Roslerin, des Gattlings eheliche Hausfrau † 24. Juni 1562.
  2. Stephan Gslich.
  3. Wolf Sölling, fürstl. Kammerhofprokurator † 16. Sept. 1556.
  4. Sepultura fratrum 1653 — ein Grabstein, welcher 1739 zum Fischgraben gebraucht worden ist.
  5. Ein fürstl. Küchenmeister † im Mai 1545, alt 52 Jahre.
  6. M. Salome Zellerin † 7. Jan. im 89. Jahre.
  7. Sepultura soror. Domus St. Christophori (Muß der Gruftstein über der Gruft der Klosterfrauen vom Bittrechtskloster gewesen sein).
  8. Der Junggesell Georg Lev, Sohn des fürstl. baierischen geheimen Räths Paulus Lev und Felicitas dessen Hausfrau † 11. Nov. des 84. Jahres.
  9. Eine fürstl. Kämmerjungfrau † 1546.
  10. Franz Albert Rieder, ein Arzt, der vorzüglich den Armen viel Gutes tat † 4. Mai 1672. Dieser Stein wurde aus dem Waschhause noch in die Sakristei gerettet.
  11. Hr. Wilhelm Maier, Herzog Albrecht V. und Wilhelm V. Oberst Silberkammerer † 27. Sept. 1591.
  12. P. Augustin Praendl, canonica Seeberg Decanus † 10. Nov. 1651.
  13. D. Johann de Scala, supr. totius Bav. Praef. Provincialis † 1542.

 

N. Die vorzüglichen Altäre dieser Kirche, und andere beträchtliche Kirchengeräthe wurden erbaut und gestiftet von:

  1. Eberhard a Porta
  2. Herzog Albrecht und dessen Gemahlin Kunigunda, einer kaiserlichen Prinzessin (1492)
  3. von Herzog Mar I. und dessen Gemahlin Elisabetha (1621)
  4. von Maximilian Sager, Graf zu Kirchberg
  5. von Georg Sigismund von Lösch
  6. von Vitus Megger, einem Bürger von Augsburg † 13. April 1615
  7. von Ludwig Lindauer
  8. Der Altar der heil. Jungfrau von Peter Canid gemahlt, war errichtet von dem Hofeleemosinarius Sacerdos et Sacellanus Johann Sauer † 1616
  9. Von dem churfürstl. Rathe Balthasar Gerols …

Eine ungünstige Anzahl Handwerksleute an. Die Dächer wurden abgetragen, die Gewölbe eingeworfen, die starken Mauern am Fuße der inneren Seite untergraben und von außen durch Balken, welche von wenigen Menschen mit Winden getrieben wurden, unterstützt, wodurch mir eine verzügliche Geschicklichkeit eingeflößt wurde.

 

Die Steinstöcke wurden heraus, mit Meißeln gehoben, die Steine davon getrennt und abgetragen, um eine große Quantität Ziegelsteine, Balken, Kupfer, Blei und Eisen zu gewinnen, welche wieder verkauft und zur Herstellung anderer Gebäude, besonders jener in den neuen Alleen an der Dachauerstraße, verwendet wurden.

 

Da man unter dem Fußboden eine Wasserleitung entdeckte, so sind ehrbare Leute, Schauspieler, Engel und Kaminmacher (welche mit mir durchschlossen), um zu sehen, wohin die Communication beständig gehe, wo mir dann nach vielen Krümmungen in einem Gewölbe des neuen Opernhauses wieder herauskamen. — Daß ein heimlicher unterirdischer Gang in das Nonnkloster Bittrecht hinübergegangen sei, fanden wir, nachdem wir alle unterirdischen Klöster durchgelaufen hatten, gänzlich ungegründet.

 

Die Kirche bestand bekanntlich aus dem Chore, dem Hauptschiffe und den zwei Schiffen rechts und links zur Seite. Es war ein majestätischer Anblick, als nach eingeworfenen Gewölben die Säulen des Hauptschiffes auf der einen Seite auf einmal gestürzt wurden, welche dann die Gewölbe des Seitenschiffes einschlugen, und die Mauern ganz langsam sich lösten, und immer tiefer ineinander herabstürzten. — Man sah es beim Abbrechen der Kirche sehr deutlich, daß die Chor- kirche die ursprüngliche alte Kirche gewesen, und die größere Kirche in der Folge daran gesetzt worden ist; denn überall bemerkte man nach abgerissenen neueren Gemäuern die gothischen Verzierungen an dem alten Gemäuer.

 

Alle diese lebensgefährlichen Arbeiten geschahen unter unmittelbarer Aufsicht der Polizei, um beständigen Mißbrauch der Polizei (welche die Einwohner warnte, nicht in die gefährlichen Plätze zu gehen) zu verhindern, mit der größten Vorsicht und Schnelligkeit, und im November 1803 noch vor dem Einzuge Sr. Majestät des Königs von Schweden war der ganze Platz durch Mitwirkung des Volkes und churfürstl. Hauptmannschaft allhier durch freiwillige Zuthat vom Adel, dann von Bürgern und Bauern von allem Schutte gereinigt und geebnet. (Siehe Polizey-Erinnerung vom 22. Juny 1804, No. 659, wo allen diesen öffentlich gedacht wurde).

 

R. Bei der ganzen Arbeit hat ein einziger Mann, welcher an der Quermauer des Stiegen-Nonnenklosters arbeitete, sein Leben verloren, weil er eine Mauer, die ohnehin schon ganz faul war, erst noch unterstetzen wollte, wo denn die Mauer eher gewichen ist, als man es vermutete.

 

Der von Ferdinand Schieß auf dem Platz selbst gerichtete Gegenstand (No. XXII) stellte den 18. Sept. 1802 vorgenommene Einsturz des Franziskanerthurms vor, welcher von mir als Augenzeuge in der Polizei-Erinnerung 379 den 21. Sept. 1802 nach folgendermaßen erzählt worden ist:

 

„Den 18. dieses machte man Anstalt den an der Franziskaner-Chorkirche noch stehenden Glockenthurm herabzustürzen. Man ließ aus dieser Ursache die ganze Kirchenlänge ein Brett aus Schutt machen, um die herabstürzende Masse aufzunehmen, und zu verhindern, daß selbe in der Nachbarschaft keine gefährliche Erschütterung mache.

 

Die Polizei bemerkte, daß das erste Unterfangen — opera, consilio, autoritate adhibita et incerta positionem per tot annos — (lateinischer Einschub) — daß das Gewölb denselben Maße, und beleitete den Gegensturz der abgehobenen Stücke.

 

Man brachte die Gefahr ein, und die Bauleute versuchten in Augenblicke, wo die Winden den Thurm zum Uebergewichte zu bringen anfingen, auf diejenigen Balken auszubreiten, die auf dem ganzen Gewölbe standen. In dieser Voraussetzung wurde das Binden an dem Thurme angefangen, die Mauer fing an zu rieseln, und zu sinken, an die Hälfte der Arbeiter entfernte sich, die anderen aber, die solche Vorsicht nicht vernachlässigten, standen mit der ganzen Masse herab.

 

Als die Staubwolke vergangen war, überzeugte man sich von der ganzen Lage. Ein Mann hing noch außen zwischen den Balken, wurde losgemacht, und weggetragen; man hörte nun aber erst das Jammern von zweien, die unter dem Schutte begraben lagen.

 

Man verhinderte das Zufließen des Volkes, und überzeugte sich, wo sie lagen. Man fand sie zwischen zwei Mauerklötzen, welche mehrere hundert Zentner schwer waren. Diese Mauerklötze waren von den mitgebrachten Balken gestützt, daß sie nicht zusammenfielen, und zwischen diesen Balken (Stücke und mehrere zwischen Brettern und Balken auf verschiedene Art verworren und verstreut lagen zwei Menschen, die noch lebten, und deren Beine mit Schutt und Mörtel bedeckt waren.

 

Wenn ein Balken angehoben worden wäre, wäre die übrige Masse nachgerückt, und wenn man den oben liegenden Schutt gerüttelt hätte, hätte der herabfallende Staub die Verunglückten erstickt. Man sorgte also dafür, daß keines von beidem geschah. Es wurde jedem ein Essig getränktes Tuch vor den Mund gelegt, sofort beschickt man den Menschen selbst wegzubringen, ein Glied nach dem andern aus den Balken herausgenommen, und so wurden sie in einer halben Stunde, ohne daß ein Knochen gebrochen war, herausgebracht.

Der Beinwirth Hölzer empfing die Verunglückten mit wahrer Menschenliebe und pflegte sie auf seinen Betten; Wundärzte verbanden sie daselbst, und 2 davon wurden in das Stadtkrankenhaus, einer aber bey den barmherzigen Brüdern untergebracht. Man fand keine lebensgefährliche Verletzung an den Verunglückten, und bis heute zeigt sich keine Gefahr an ihnen.“

Um die Rettung verdienen sich da man nicht wissen konnte, ob während der Arbeit die oberen Mauern und Balken nicht noch einstürzen, vorzüglich verdient gemacht der Bauinspektor, die Maurer und Zimmerleute, und besonders der Zimmermann Dollmacher und Handlanger Schneider, der Kammmacher Zinsberg, der den Platz, wo die Verunglückten lagen, zuerst entdeckte, und Bäcker Lammhobel, dann der Maler Simon Herold.

Um die Pflege derselben hat sich vorzüglich beschäftigt der Stadtarzt Scholl und Kaufmann Retter nebst mehreren Chirurgen. Das anwesende Publikum hat durch dessen Teilnahme, Sorgfalt und Stillschweigen in dem Augenblicke, wo ein einziges Wort der Verunglückten so wichtig war, sich sehr würdig erwiesen.

Die Verunglückten hießen: Michael Reiner und Joseph Leitner.

Seine Churfürstliche Durchlaucht geruhten den an diesen Tage mitleidenden und tapfer handelnden Personen ein Denkmal der Anerkennung zu geben, und sie nach ihrer Genesung gnädigst zu beschenken.