Name St. Benno
Architekt Romeis Leonhard  
Stadtbezirk 3. Maxvorstadt
Stadtbezirksteil St. Benno
Straße Ferdinand-Miller-Platz 1
Jahr Baubeginn 1895
Jahr Fertigstellung 1895
Baustil neuromanisch
Kategorie Religiöse Bauwerke
Kirche
Baustil Expressionismus
neuromanisch
Unterkategorie Kirche  
Suchbegriffe St. Benno 
St. Benno
St. Benno Ferdinand-Miller-Platz
Bildrechte: © Gerhard Willhalm, <a href='https://fotoagentur-muenchen.de/bilder/d_bilder.php?id=10860'>St. Benno</a>, <a href='https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode'>CC BY-NC 4.0</a>
St. Benno
St. Benno Ferdinand-Miller-Platz
Urheber:
St. Benno
St. Benno Ferdinand-Miller-Platz
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Bemerkung

Kath. Pfarrkirche St. Benno, neuromanische, kreuzförmige Basilika mit zwei Fassadentürmen und Vierungskuppel, 1888-95 von Leonhard Romeis; freistehend in Platzmitte; mit Ausstattung.

Beschreibung

<p><strong>St. Benno</strong> Wettbewerb für neue Pfarrkirchen in drei Neubauvierteln - St. Maximilian ( &gt; Auenstraße 1), St. Paul ( &gt; Sankt-Pauls-Platz 11) und St. Benno - 1884 ausgeschrieben; Letztere am vordringlichsten nach Plänen von Romeis 1888-95 errichtet. 1944 und 45 schwer beschädigt (Gewölbe), dabei teilweise Zerstörung der Ausmalung. 1947-52 wieder aufgebaut (ohne Rekonstruktion der malerischen Ausstattung). Mit grundlegender Außenrenovierung 1981-83 und Wiederherstellung des historischen Innern (1990-94) Wiedergewinnung einer der bemerkenswertesten neoromanischen Kirchen Münchens. Der genordete Bau auf einem von F. v. Miller d. Ä. zum Dank für die 1850 geglückte Aufstellung der &gt;Bavaria&lt; (-&raquo; S. 429) gestifteten Areal errichtet.</p> <p><strong>Äußeres:</strong> Der mit Muschelkalk verkleidete Backsteinbau klar gegliederte Basilika über kreuzförmigem Grundriss mit halbrund geschlossenen Querhäusern, achteckigem Vierungsturm und Apsis mit Umgang; über den Pultdächern der Seitenschiffe Strebewerk. Mächtige Fassade mit fünfstöckigen Doppeltürmen (64 m) unter Rhombendächern; in der Mitte Stufenportal mit Gewändefiguren (Propheten) und Tympanon (Christus als Weltenrichter); neben Portal zwei hoch angesetzte Gedenktafeln (für die Gefallenen des I.Weltkriegs) mit Hochreliefs der H11. Martin und Georg (von Killer, 1923 ?). An Außenseiten der Türme Kapellenanbauten: an Westturm die halbrund geschlossene Taufkapelle, an Ostturm die polygonal geschlossene sog. Miller-Kapelle. Vor der Kirche auf 11 m hoher Säule (Entwurf Bestelmeyer) Erzfigur des Hl. Benno (von Albertshofer, 1910). - Das dreischiffige Innere vom &gt;gebundenen Systerrx bestimmt: nach drei Jochen dieVierung mit Querhäusern, der erhöhte Chorraum (beiderseits Sakristeien) und dieAltarapsis; darunter Krypta (s. u.). Wandaufbau im Mittelschiff dreizonig: über Arkaden je Joch zwei Triforien, darüber gestaffeltes Drillingsfenster; heutige Ausmalung nach Entwurf einer Farbgestaltung von 1908: Architekturglieder in Rotsandstein vor hel-lockrigen Wandflächen, Scheidbogen und Gurtbogen (in den Seitenschiffen) keilstein-förmig zweifarbig abgesetzt; Gewölbekappen über Mittelschiff helles Grau. Hauptapsis und Apsiden der beiden Querhäuser reich mosaiziert, ebenso der Fußboden i m Mittelschiff mit Motiven frühchristlicher Symbolik (Fisch, Adler, Lebensbaum u. a.) von den&nbsp;Gebrüdern Bernardon. -Ausführliche Beschreibung der Ausstattung -&gt; Grundriss mit Angaben der Objekte. Krypta: Eindrucksvoller kreuzgratgewölbter Raum unter Presbyterium, 1986-90 renoviert und als Werktagskirche eingerichtet. Bronzenes Altarkreuz (von Schilcher, 1989/90); Benno-Büste um 1605 (bis 1987 in Frauenkirche); Muttergottes mit Jesuskind (Mitte 19. Jh.) aus Kloster Andechs; dreiteiliger Flügelaltar (von Baumgartner, 1990), zeitweise in Apsis der Krypta aufgestellt. Bedeutung: Der monumentale Kirchenbau ei n markanter Städtebau l icher Akzent im damaligen Neubauviertel zwischen Maxvorstadt und Neuhausen. Er &raquo;gehörtzu den stattlichsten, gestalterisch aufwendigsten und künstlerisch bedeutendsten Beispielen des neuromanischen Sakralbaus in Süddeutschland&laquo; (Heinrich Habel). Neben der St.-Anna-Pfarrkirche (-&gt; Sankt-Anna-Platz 5) die reinste Ausprägung des &raquo;doktrinärem Historismus: unverkennbar die Herkunft verschiedener Motive aus Limburg, Basel, Bamberg u. a. Bauten. Durch Erhalt eines Großteils der Originalausstattung und durch sorgfältige Rekonstruktion der Verluste vermittelt St. Benno exemplarisch die Vorstellung eines Sakralbaus um 1900, wie sie in dieser Vollständigkeit und Qualität in München und darüber hinaus kaum überboten werden kann.&nbsp;</p> <p><strong>1 &nbsp; Chorraum und Presbyterium</strong></p> <p>Chor einjochig mit vier Geschossen; über beidseitigen Chorgestühlen ursprünglich zwei Fresken )Übertragung der Gebeine des Hl. Benno von Meißen nach München&lt; (Schiestl 1909, zerstört 1944); im Chorbogen Mosaikmedaillons &gt;Kluge und törichte jungfrauerx. Apsis zweigeschossig mit Mosaiken: in der Kalotte Christus als Weltenrichten (Wahler 19057 06), in den fünf Fenstern darunter die geretteten Glasgemälde original erhalten: (von links nach rechts) die Hll. Paulus, Bonifatius, Benno, Korbi-nian, Petrus (Mayersche Hofkunstanstalt); alle anderen Glasfenster zerstört.</p> <p><strong>Hochaltar</strong> (gestiftet von Prinz-regent Luitpold) als Ziboriumsaltar gestaltet (Entwurf Romeis und Wadere, ausgeführt 1893-95): über quadratischem säulengetragenen Baldachin achtseitige Kuppel (A. Miller), an den vier Ecken Sitzfiguren der&nbsp;Evangelisten (A. Heß); unter Baldachin Altar in Form eines Reliquienschreins. beiderseits des Tabernakels Reliefs (von Wadere) mit Hll. Benno und Korbinian (Stadt- bzw. Bistumspatron) sowie vier Familienheilige des Stifters (Luitpold und Ludwig, Augusta und Theresia). Die <strong>Seitenaltäre </strong>in den Achsen der Seitenschiffe in flachen Rundbogennischen:</p> <p><strong>2</strong> Marienaltar: In MarmorretabelStatue &gt; Thronende Maria mit Kind&lt; und Reliefs (Verkündigung Mariens, Geburt Christi, Tod Mariens) von B. Schmitt; seitlich gemalte Altarflügel (außen: &gt;Kreuzigung&lt; und &gt;Kreuzabnahme&lt;, innen: &gt;jugendliche Maria &lt; und &gt;Mariä Himmelfahrt); in der Nische darüber Wandbild iKrönung Mariens&lt; (Rickelt 1899).</p> <p><strong>3</strong> Dreifaltigkeitsaltar: Marmorretabel mit Tabernakel, beiderseits in Nischen die &gt;HII. Wilhelm, Augustinus und Johannes Evangelist (links) sowie &gt;Paulus, Thomas und Vitus&lt; (Albertshofer), in der Nische darüberWandbild &gt;HI. Dreifaltigkeit (Haiss 1897). Die ha Ibrunden Konchen der beiden Querschiffe durch je fünf Bogennischen gegliedert; in den Zwickeln der Halbbogen je sechs Mosaiktondi mit Apostelköpfen (Wahler).</p> <p><strong>4</strong> Kanzel: sechsseitiger Kanzelkorb auf von Löwen getragenen Säulen (Entwurf Romeis); am Korb vier Bronzereliefs mit drei Szenen aus dem Leben Bennos, das vierte Verehrung der Benno-Reliquie durch&nbsp;Beteiligte am Kirchenbau.</p> <p><strong>5</strong> Expressiv bewegte Statue der &gt;Mater dolorosa&lt; (B. Schmitt), darüber Kruzifix.</p> <p><strong>6</strong> Taufkapelle: Rechts am Eingang zu dem halbrund geschlossenen Raum steinerne Gedenktafel für den Architekten Romeis ff 1904), von Wadere; die Wände zwischen den Fenstern und die Kalotte mit ornamentalen Mosaiken (Gebrüder Bernardon) belegt; das kelchförmige Taufbecken von vier Säulen auf Evangelistensymbolen getragen (Pruska).</p> <p><strong>7</strong> Millerkapelle: Unter Eingangsbogen links bronzene Gedenktafel für Stifter des Baugrundes F. v. Miller d. Ä. (t 1887) von F. v. Miller d. ]. (1913), rechts Bronzetafel für Fritz v. Miller (von R. v. Miller); in den Gewölbefeldern der 5/8-Kalotte zehn Namenspatrone der Familie Miller in Mosaik; auf Altar Marmorstatue &gt;Pieta&lt; (Pruska).</p> <p><strong>a-f</strong> Kreuzweg: je drei Stationen in vier Gruppen unter Seitenschifffenstern zusammen-gefasst, die erste und 14. Station am letzten Pfeiler zum Querschiff (Wadere 1906).</p> <p><strong>g</strong> Bronzerelief zum Gedenken an ersten Pfarrer l. Thanner ff 1923), von Busch.</p> <p><strong>h</strong> Bronzerelief Kreuzigungsgruppe mit Maria und Johannes Evangelist (Wadere). i Bodenmosaike: verschiedene christliche und biblische Symbole und Motive (mit Signatur der Mosaizisten Gebrüder Bernardon).</p> <p><strong>k</strong> Holzmodell der Benno-Kirche.&nbsp;</p> <p>&nbsp;</p> <p><strong>Nachtrag 2006</strong></p> <p>Links vor Hauptportal Plastik Fischer mit Schüssel (Symbol des 1106 verstorbenen Benno), von dem Türken Yediler(2005).</p>

Quellen

Benno-Kirche
Zauner - München in Kunst und Geschichte (1914)

Benno-Kirche. Ferdinand Miller-Platz. 1895 vollendet, von Prof. Leonh. Bomeis. Dreischiffige romanische Basilika (in mittel- und süddeutschen Formen) mit Querschiff (Querhausabsiden), Chorumgang, 3 Jochen im Mittelschiff und 6 Jochen in den Seitenschiffen. Giebelfassade mit Hauptportal und Fensterrose, flankiert von 2 massigen 64 m hohen Türmen; im rückwärtigen Teil die Vierungskuppel (innen 34, außen 48 m hoch) sowie Giebel- und Treppentürmchen. Außenmauern aus ziemlich dunklem, graugelben Muschelkalk.

Prächtigstes Ausstattungsstück der Hochaltar, „ein Muster des romanischen Sakramentsaltars“, gestiftet vom Prinzregenten; an der Marmormensa vorn die Wappen des Stifters und seiner Gemahlin (Bayern und Toscana) aus der päpstlichen Mosaikanstalt, auf der Mensa in Form eines romanischen Heiligenschreines der Tabernakel, getrieben in Goldblech, graviert und mit Email und Steinen überaus reich geschmückt; darauf das Gotteslamm; in den Aufbau-Arkaden Bronzereliefs der Schutzheiligen der Stadt und Diözese (S. Benno und Korbinian) sowie die Patrone der Stifterfamilie (S. Luitpold, Ludwig, Augusta und Theresia), von U. Wadere — entsprechend der architektonischen Umgebung streng symmetrisch und tektonisch eingefügt. Ueber dem Tabernakel das vergoldete Kuppeldach des Steinbaldachins; im Innern, inmitten leuchtender Goldstrahlen, die hl. Geisttaube; Säulensockel aus Untersbergermarmor, Schäfte aus grünweißgestreiftem Cipolino. Ueberbau und Figurenschniuck aus hellgelbem französischem Kalkstein; Füllungen und Zwergsäulen in buntem Marmor; in den Ecken über den Säulen die 4 Evangelisten, polychromiert, von A. Heß. An den Chorwänden 2 große Fresken von Mattli. Schiestl.

Dreifaltigkeitsaltar (Querschiff rechts) aus rötlichgelbem Marmor, in den Nischen Marmorreliefs von G. Albertshof er, Füllungen in rötlichem und grauem Marmor; Apsismalerei von K. Rickelt. streng archaistisch „Der Gekreuzigte“, überragt von Gott Vater und dem hl. Geist.

Am Marienaltar (Quersehiff links), bildnerischer Schmuck „von geradezu idealer Schönheit, eines der besten Werke des Balth. Schmitt“: Maria mit dem Kind (aus carrarischem Marmor), Reliefs aus dem Leben Mariä;

Altarflügel: innen Maria als Kind und Mariä Himmelfahrt, außen Kreuzigung und Kreuzabnahme. Im Langhaus der Kruzifixus, ein Meisterwerk des B. Schmitt. Kanzel (entworfen von Romeis) „ein künstlerisches Kleinod der Kirche“: sechsseitiger Siiulenbau aus farbigem Marmor; auf den vorspringenden Sockelecken streng stilisierte Löwen aus rotem Marmor, deren Rücken nach Art lombardischer Kirchenportale die breccienfarbigen Marmorsäulchen tragen; Kanzelbrüstung auf bunten Marmorpfeilern; an den Seiten 4 Bronzereliefs von Wadere (auf dem Hintergrund eines derselben dargestcllt der Künstler selbst und hr. Hagerer, der Stifter). Kreuzwegstationen von Wadere in Lyoner Muschelkalk; dramatisch bewegte Figuren mit Helen Gruppen. Taufstein in grauem und gelbem Marmor nach Entwurf von Pruska.

Bemerkenswertes Orgelgehäuse, in Farbe und Gold fast an die romanische Miniaturmalerei erinnernd. An den Wangen der Kirchenbänke mittelalterliche Fabelgeschöpfe und Flachornamente. In der Sakristei ein großes Altarkruzifix, Geschenk des bayerischen Adels, entworfen von Romeis.

Lang- und Querhaus sowie Chorabschluß in halber Höhe der Wandung von einer Arkatur umzogen, deren Säulen aus Kalkstein verschiedener Herkunft bestehen. Aeußere Mauerverkleidung in Marktbreiter Muschelkalk |BAJ; CK 08/2 und 10,15; KH 88], An der Langseite des Mittelschiffs Schmerzhafte Mutter von Prof. Balth. Schmitt.

St. Bennokirche
München und seine Bauten (1912)

Die St. Bennokirche auf dem Ferdinand Millerplatz wurde 1888—95 im Auftrag des Zentralkirchenvereins nach den Plänen des Professors Leonhard Romeis (ch) erbaut, welcher aus dem von diesem Verein veranstalteten Wettbewerb erfolgreich hervorging. Der Bau ist im romanischem Stile mit Langhaus, Querschiff und zwei Türmen von 64 rn Höhe durchgeführt. Von Außenseite zu Außenseite gemessen ist das Langhaus 21,2 m lang, während die innere lichte Weite bei 22 rn Mittelschiffhöhe 23,5 rn beträgt. Die Vierungskuppel besitzt eine innere Höhe von 34 rn, eine äußere von 48 m. Bei 1408 qm überbauter Bodenfläche vermag die Kirche ungefähr 2700 Personen zu fassen. An Sitzplätzen sind 600 vorhanden. Das Lang- und Querhaus, ebenso den Chorabschluß umzieht in halber Höhe der Wandung eine Arkatur, deren Säulen aus Kalkstein verschiedener Herkunft bestehen. Die Mauern wurden aus gewöhnlichen Backsteinen hergestellt, an der Außenseite aber mit Marktbreiter Muschelkalk verkleidet. Der unter einem Baldachin befindliche Hauptaltar setzt sich aus dem mit Goldblech beschlagenen Tabernakelaufsatz und dem von vier kleinen Säulen getragenen Altartisch zusammen. Künstlerische Mitarbeiter: die Professoren Heß, G. Albertshofer, H. Wadere, Balthasar Schmitt. Der ebrn umbauten Raumes kam aus M. 20 zu stehen.

Alte Ansichten

St. Benno
St. Benno
St. Benno - Grundriss
St. Benno - Grundriss
St. Benno - Altarraum
St. Benno - Altarraum