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Münchener Stadtbuch

XXVIII. Ein Bäckersohn von München.

1553.

erwählte. — Als die Heiligsprechung des Ignaz Loyola, des Stifters des Jesuitenordens, erfolgte, saß auch hier Melchior Klesel im Collegium und ist die Kanonisationsbulle von ihm mit unterschrieben.

Da aber bisher das Bisthum zu Wien noch immer erledigt stand, begab sich Melchior Klesel, vom Pabste mit vielen Heiligthümern beschenkt und mit der päbstlichen Benediktion entlassen, wieder dahin, wurde in Wien im Triumphe empfangen und stand diesem Bisthume noch sieben Jahre bis zu seinem im Monate Oktober des Jahres 1630 erfolgten Tode vor. Sieben und siebzig Jahre war er alt geworden.

Kurz vor seinem Hinscheiden übersendete er seiner Vaterstadt München seinen Kardinalshut zum Andenken, daß er ein schlichter Bäckerssohn dieser Stadt sei. Dieser Kardinalshut wurde in der Pfarrkirche zu U. l. Frau im Chore an der Decke des Gewölbes aufgehängt, woselbst er bis in die jüngste Zeit zu sehen war, ein ehrenvolles Denkzeichen für die Münchener Bürger!
 

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