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Seite 37
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Malerische Topografie des Königreichs Bayern

Das Isarthal bei Schöftlarn

Abbildung zum Eintrag

Wenig reichhaltig sind reißende Gebirgs = Ströme an lieblichsanften Ufer = Gegenden, bis sie dieses ihr Element gänzlich verlassen, und die Ebene gewinnen; desto wildschönere, rauh = bewachsene, bieten sie dar. Durch die engen, steilen Felsen = und Sand = Ufer fortan sich windend, breitet die Isar ihr steiniges Strom = Bett in einer weiten Fläche aus. Hier, in düsterer Abgeschiedenheit, wählten fromme Einsiedler = Mönche ihre Zellen; der benachbarte Pfarrherr von Deining, Balderich, ein Edelmann von Geburt, machte die erste Stiftung hiezu im Jahre 780. Ehemals hieß der Ort Weydenbach, Peten = oder Pipenbach, nachher, von Fischer = Zillen oder Schifflein, Schöftilar, welche auch mit 2 Rudern über’s Kreuz in dem einen Schild des Kloster = Wappens enthalten sind, endlich Niederschöftlarn. Von bayerischen Herzogen reichlich bedacht, hatte das Kloster weitschichtige Grund = Besitzungen; selbst ein Theil der ursprünglichen Stadt München soll auf dessen Gebiete stehen, so wie es noch 3 Stunden außerhalb, jenseits der Isar, nach Keferlohe, durch Kaiser Ludwig den Bayer einen gefreiten Viehmarkt nebst Zoll verlegt erhielt.

Nach der Klöster = Aufhebung in Bayern wurden die weitschichtigen Gebäude, das Bräuhaus, die Mühl, nebst den herrlich kultivirten Getreid = Feldern und üppigsten Wiesen = Fluren verkauft; von erstern verwendeten Privaten einen Theil zu einer Porzelan = Fabrike, den andern zur Bad = Anstalt, deren Mineralquelle unfern entspringt, und mit der Ampermochinger (Maria = Brunn) in Hinsicht guter Wirkung um den Vorrang streitet. Der von einer Seite mit Gebäuden umgebene schöne Gottes = Tempel ward zur Pfarrkirche erhoben.