Zum Inhalt springen
Menü

Alte Bücher

Zum Buch

Seite 3
PDF Export

Malerische Topografie des Königreichs Bayern

Maximillians-Platz

Abbildung zum Eintrag

Diesen Platz zieren zwar keine prächtigen Paläste, aber seine Umgebung besteht aus geräumigen und eleganten Häusern, welche rechts Arkaden haben, und links durch zwei von Bäumen besetzte, freie Plätze unterbrochen werden. Der von der hinteren Pranner=Gasse aus dem Max=Thor über den Maximilians=Platz in die Max=Straße u. s. w. führende Weg verbindet die Maximilians=Vorstadt mit der alten, inneren Stadt.

Auf dem vorliegenden Blatte sehen wir den fraglichen Platz von dem neuen Simpelschen Hause rechts und dem Garten des englischen Kaffeehauses links an, bis zum Gabbadinischen Bräu=hause im Hintergrunde, worin die Werkstätten des berühmten optischen Institutes von dem Herrn geheimen Rathe Utzschneider sich befinden. Neben demselben öffnet sich die Aussicht in einen Theil der Brienner=Straße. Was diesen Platz besonders auszeichnet, ist seine ungemeine Größe, welche ihn zur Abhaltung der beiden, 14tägigen Jahr=Märkte (Dulten), um Drei=Könige und Jakobi, und zu Volksfesten, öffentlichen Lustfahrten 2c. ganz vorzüglich eignet.

Bayerns Jahrbücher werden noch den spätesten Enkeln das freudige Andenken an die Feste aufbewahren, mit welchem das ganze Königreich und vor allen die Haupt= und Residenz=Stadt am 16. Hornungs 1824 das fünfundzwanzigste glorreiche Regierungs=Jahr unseres guten Königs Maximilians I. feierten. Bei der damaligen nächtlichen Beleuchtung war der Maximilians=Platz in einen prachtvollen Circus mit großen und kleinen Tempeln, Ehrenpforten, Obelisken und Urnen umgeschaffen. Fünfundzwanzig Transparent=Gemälde, von den berühmten Künstlern Adam, von Heidegger, Peter Heß, Lorenz Quaglio, August Grafen von Seinsheim und Stieler entworfen und ausgeführt, stellten das Große, Gute und Schöne dar, was seine ewig denkwürdige Regierung so glänzend, und sein herzliches Privat=Leben so herzergreifend ausgezeichnet hat. Die Hauptgegenstände dieser Gemälde waren: das unschätzbare Geschenk der Konstitution, die Vergrößerung des Reichs, das erneuerte Königthum, die Wieder=Belebung und Belohnung des nationalen Waffen=Ruhms, Festsetzung der durchgängigen Gleichheit vor dem Gesetze, einer schnellen und rücksichtslosen* Gerechtigkeitspflege, und voller Sicherheit der Person und des Eigenthums, die freundliche Annäherung zwischen Katholiken und Evangelischen, die Wiederherstellung der Bisthümer, die Beförderung der Landes=Kultur und der Bevölkerung, die großartige Begründung der Wohlthätigkeits=Anstalten, die Volks=Bildung durch verbesserte Schulen, die Unterstützung der Wissenschaften und Künste durch Restauration der Akademie der Wissenschaften, der Universität und der Akademie der Künste, der besser geordnete Straßen= und Wasserbau, die Verschönerung und Erweiterung Münchens, das in allen Zweigen beförderte gemeine Wohl im Ganzen sowohl als besonders das der dankbaren, immer treuen Hauptstadt. Ueberall sahen wir den zärtlichen Gatten und liebevollen Vater im Zirkel der Seinigen, den huldvollen gütigen Herrscher unter seinem Volke, den im Verborgenen Wohlthaten spendenden, und Thränen trocknenden Vater aller Leidenden; aber auch belohnt durch die zarteste Anhänglichkeit der Königlichen Familie, und durch die allgemeine Liebe und unverbrüchliche Treue aller Bayern. Der Königliche Stadt=Magistrat hat eine Beschreibung dieser Feierlichkeiten in einer Pracht=Ausgabe mit lithographirten Abbildungen veranstaltet, welche aber nicht in den Handel gekommen ist, sondern zu Geschenken bestimmt bleibt.