Rambaldi(1894) - Am Lilienberg

Rambaldi - 1894

Beschreibung: 379. Am Lilienberg. Zweigt vom Gasteig südlich ab und zieht sich parallel mit der Lilien- und Hochstraße in der Au bis zum Landgerichts-Gefängnis. Derselbe, früher »Gaisberg« genannt, trägt seinen Namen unverkennbar symbolisch mit Beziehung auf den Kult der unbefleckten Jungfrau, der auf jener Höhe mit Vorzug gepflegt wurde. Johann Max von Alberti, Bürgermeister von München und dessen erste Gemahlin Maria Franziska, geborne Prielmayr, wollten auf der Anhöhe neben der Gaisreiter’schen Kapelle ein Klösterchen für einige Jungfrauen gründen *). 1693 wurde der erste Stein hiezu gelegt, 1696 war es vollendet. In der Folge baute er dort auch eine Kirche in Form einer Rotunde, der ullbefleckten Empfängnis Mariens geweiht, welche 1705 die Konsekration erhielt. 1715 zogen Benediktiner-Nonnen aus dem Kloster Niedernburg zu Passau auf den Lilienberg, wo vorher Paulanerinnen wohnten (s. Lilienstraße), ein und wirkten dort bis zur Aufhebung ihres Stiftes 1803. Die Vermutung, daß dieselben in ihrem Garten Lilien pflanzten, kann auch neben der obigen Erklärung des Namens aufrecht bleiben. Die Amtsgebäude am Lilienberge (Bezirksamt München r. d. J. und Landrentamt München) waren früher ein Nonnenkloster, die anstoßende Fronfeste eine Kirche. Als am 25. Juli 1808 die Au offiziell zur Vorstadt Münchens erklärt wurde, erhielt sie eine dreifache silberne Lilie über drei grünen Hügeln in das Wappen.

*)Vgl. J. Burgholzer S. 384 ff. Und Geschichte sämtlicher Kirchen von Matthias Anders, S. 89.


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