Von der NS-Zeit zur Demokratie

Ausstellung zur Nutzungsgeschichte der einstigen McGraw-Kaserne, 1945-1992

Sonntag   11.10.2026   13:00-14:30

Vor 80 Jahren, am 8. Dezember 1946, trat die Bayerische Verfassung in Kraft – sie war der wichtigste Baustein des von der US-amerikanischen Besatzungsmacht angestoßenen und eng begleiteten demokratischen Neubeginns nach dem Zweiten Weltkrieg. Da die Militärregierung für Bayern ab November 1945 an der Tegernseer Landstraße residierte, ist der demokratische Neubeginn Bayerns eng mit Giesing und Harlaching verbunden. Vor diesem Hintergrund zeigen die Historikerin Karin Pohl und die Geografin Elvira Auer im Oktober 2026 eine spezielle Auswahl aus ihrer Geschichts- und Fotodokumentation zur US-Präsenz im Münchner Süden, die 2025 in Erinnerung an 80 Jahre Kriegsende unter dem Titel „Amis in der McGraw-Kaserne“ auf dem ehemaligen Kasernengelände zu sehen war.

Im Fokus stehen die Gebäude, deren Nutzungsgeschichte den Wandel vom NS-System zur Demokratie, die Zeit des Kalten Krieges und die Nutzung durch staatliche Institutionen des Freistaats Bayern spiegelt: Der monumentale NS-Bau an der Tegernseer Landstraße 210, über dessen Eingangsportal einst ein Reichsadler mit Hakenkreuz prangte, wurde im Mai 1945 von der U. S. Army als Kaserne beschlagnahmt, die von 1948 bis 1992 den Namen des im Kampf gegen den Nationalsozialismus getöteten US-Soldaten Francis X. McGraw (1918-1944) trug. Nach der Rückgabe an den Freistaat Bayern zogen ab 1992 Abteilungen des Polizeipräsidiums München, das Staatliche Bauamt München 1 und weitere staatliche Einrichtungen ein. Seit ca. zehn Jahren ist das Areal erheblichen Veränderungen ausgesetzt: Prägende Elemente wie die Gebäude zwischen Warthofstraße, Stadelheimer Straße und Tegernseer Landstraße wurden abgerissen, da hier ein neues Wohngebiet entsteht. Das Gebäude der University of Maryland, Soyerhofstaße 17, wurde entkernt und 2026 als Wohnhaus für Staatsbedienstete bezogen.

Die US-Präsenz in Giesing und Harlaching dauerte fast fünf Jahrzehnte und war ein prägendes Element der Nachkriegszeit und des Kalten Krieges. Die amerikanische Ära ist ein wichtiger Teil der bayerischen Nachkriegs- und der Münchner Stadtgeschichte, der in den von Karin Pohl verfassten Texttafeln und im vielseitigen Begleitprogramm der Ausstellung wieder auflebt. Elvira Auer hat die verschwindenden Spuren dieser Epoche in zahlreichen Fotografien eindrucksvoll für die Nachwelt dokumentiert.

Kuratiert und gestaltet durch Elvira Auer und Dr. Karin Pohl

Die im Oktober 2026 kuratierte Ausstellung besteht aus Teilen der Großausstellung „Amis in der McGraw-Kaserne“, die anlässlich von 80 Jahren Kriegsende konzipiert wurde und 2025 im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Kulturreferats der LH München „Stunde Null? Wie wir wurden, was wir sind“ im Staatlichen Bauamt München 1 (Peter-Auzinger-Straße 10) zu sehen war. „Amis in der McGraw-Kaserne“ entstand i. A. des Vereins Freunde Giesings e.V. für die Veranstaltungsreihe des Kulturreferats der LH München „Stunde Null? Wie wir wurden, was wir sind“; gefördert durch die Bezirksausschüsse 17 (Obergiesing-Fasangarten) und 18 (Untergiesing-Harlaching). Sie basiert auf dem Buch- und Ausstellungsprojekt „Amis in Giesing“ (2012) von Dr. Willibald Karl, Dr. Karin Pohl, Elvira Auer, Thomas Hauzenberger und Willi Hanseder.

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Veranstalter Kulturzentrum Giesinger Bahnhof
Datum 11.10.2026
Uhrzeit 13:00 - 14:30
Referent/in Pohl Karin Dr.
Treffpunkt Giesinger Bahnhof
Preis gebührenfrei
Internet https://giesinger-bahnhof.de/programm/von-der-ns-zeit-zur-demokratie/
Veranstaltungsart Ausstellungsführung

Kulturzentrum Giesinger Bahnhof

Straße: Giesinger Bahnhofplatz 1
Plz/Ort: 81539 München
Telefon: 089 . 69 38 79 -30
Email: info@giesinger-bahnhof.de

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