Hochaltarbild - Dreifaltigkeitskirche

Name Hochaltarbild - Dreifaltigkeitskirche
Stadtbezirk 1. Altstadt-Lehel
Stadtbezirksteil Kreuzviertel
Straße Pacellistraße
Standort Dreifaltigkeitskirche
Suchbegriffe Hochaltarbild Dreifaltigkeitskirche 
Künstler:innen Wolff Johann Andreas
Kategorie Kunstwerk Sakral 
Hochaltarbild - Dreifaltigkeitskirche – Denkmal/Kunstwerk in München
© Gerhard Willhalm

   

Das Hochaltarbild der Dreifaltigkeitskirche entstand nach inhaltlichen Vorgaben Maria Anna Lindmayrs. Entworfen wurde es vom Münchner Hofmaler Johann Andreas Wolff und nach dessen Tod 1716 von seinem Schüler Johann Degler vollendet. Das Bild zeigt die reuige Menschheit, die mit Marias Fürsprache bei der Dreifaltigkeit um die Abwendung göttlicher Strafe bittet. Nach Lindmayrs Visionen erscheint der Heilige Geist sowohl als Taube als auch als Jüngling mit sieben Flammen. Münchner Kirchtürme verorten die Szene lokal.

Die Bedeutung des Altarblatts.

1. Die himmlische Sphäre (Die Dreifaltigkeit)

Im obersten Zentrum thront die Heiligste Dreifaltigkeit:

  • Gott Vater: Dargestellt als Schöpfer des Universums (Kosmos, Gestirne und Erde). Das Bild kontrastiert die Schöpfung mit dem Sündenfall („zeitlicher und ewiger Tod“).

  • Gott Sohn: Jesus Christus wird als Erlöser gezeigt. Zentral ist sein Sieg über den Tod und den Teufel, symbolisiert durch einen Engel, der die Siegespalme hält.

  • Gott Heiliger Geist: Er vervollständigt das göttliche Trio als Geber der Gnade und Weisheit (oft als Taube dargestellt).

2. Die mittlere Ebene (Die Gemeinschaft der Heiligen)

Diese Ebene fungiert als Brücke zwischen Gott und den Menschen. Die Heiligen sind nach ihrer Bedeutung und Funktion gruppiert:

  • Maria & Johannes der Täufer: In der klassischen Deesis-Haltung (bittend) dargestellt. Maria als „Mutter der Barmherzigkeit“ und Johannes, der auf das Lamm Gottes weist.

  • Die Kirchenfürsten: Der Erzengel Michael als Bezwinger des Bösen und Beschützer der Kirche, sowie die Apostel Petrus (mit Schlüsseln) und Paulus (als Lehrer der Völker).

  • Die Vertrauten Christi: Der Evangelist Johannes sowie die familiäre Linie Jesu (St. Josef, St. Joachim und St. Anna).

3. Die untere Ebene (Erlösung der Seelen)

Der untere Teil des Bildes widmet sich der „streitenden und leidenden Kirche“:

  • Das Fegefeuer: Hier werden die „armen Seelen“ gezeigt, die in schmerzvoller Erwartung nach oben blicken.

  • Die Heilsbotschaft: Das Bild vermittelt, dass durch das Messopfer auf dem Altar und die Fürbitte der oben gezeigten Heiligen (besonders Mariens) die Seelen aus ihrer Pein befreit und zur ewigen Ruhe geführt werden können.

Zusammenfassendes Fazit

Das Altarblatt ist ein „visueller Katechismus“. Es verfolgt die Absicht, dem Betrachter die gesamte christliche Heilsordnung vor Augen zu führen: Von der Erschaffung der Welt über den Sündenfall und die Erlösung durch das Kreuz bis hin zur Hoffnung auf die Befreiung der Seele nach dem Tod. Der Leitspruch am Ende des Textes fasst die Intention zusammen: „Omnia ad Maiorem Dei Gloriam“ (Alles zur größeren Ehre Gottes).

Standortkarte