Tod Karl Theodors und Regierungsantritt Max IV. Josephs
Reihe: Ein Jahrhundert München
Staffel 3· Folge 3 · Von Lorenz von Westenrieder · 04:52
Im Februar 1799 hält München den Atem an. Im kurfürstlichen Residenzschloss ringt Karl Theodor mit dem Tod. Zeitzeugen berichten von einer Stadt in Unruhe: verschlossene Tore, eilende Boten, flüsternde Menschen an offenen Fenstern. Im Herkulessaal warten Minister und Generäle, während sich Gerüchte und Hoffnungen überschlagen. Als um kurz nach drei Uhr die Nachricht vom Tod des Kurfürsten eintrifft, entlädt sich die Spannung schlagartig.
Diese Podcast-Folge erzählt – gestützt auf die eindringlichen Aufzeichnungen von Lorenz von Westenrieder – von den letzten Stunden eines ungeliebten Herrschers. Karl Theodor galt vielen als fremd und als schlechter Regent. Seine Politik, seine Nähe zu den „Mannheimern“ und vor allem Pläne, Bayern gegen andere Gebiete einzutauschen, hatten tiefe Abneigung erzeugt.
Doch mit seinem Tod beginnt eine neue Ära: Der Regierungsantritt von Maximilian IV. Joseph wird von der Bevölkerung mit Jubel gefeiert. Als er in München einzieht, erfüllt lautes „Vivat“ die Straßen, Wirtshäuser werden zu Orten ausgelassener Hoffnung, und viele glauben an einen politischen Neuanfang.