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Podcast

Die Raunächte

Reihe: Münchner Stadtbuch

Staffel 1· Folge 79 · 03:37

Zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag liegt eine der geheimnisvollsten Zeiten des Jahres: die Rauhnächte. In München und ganz Altbayern galt diese Phase seit jeher als Übergang zwischen den Welten – eine Zeit, in der Geister umgehen, das Schicksal sichtbar wird und uralte Rituale den Alltag bestimmten.

Diese Podcast-Folge führt tief hinein in die winterliche Vorstellungswelt vergangener Jahrhunderte. Sie erzählt von nächtlichen Bräuchen, vom sogenannten „Lößeln“, bei dem mit Blei, Eiern oder Spiegeln ein Blick in die Zukunft gewagt wurde. Besonders junge Frauen hofften, in diesen Nächten Hinweise auf ihre künftige Ehe zu erhalten – sei es durch Schuhwerfen, geheimnisvolle Sprüche oder nächtliche Visionen.

Doch die Rauhnächte waren mehr als nur Wahrsagerei: Sie waren auch eine Zeit des Schutzes. Häuser wurden mit Weihrauch ausgeräuchert, Türen mit den Segenszeichen C+M+B versehen und besondere Brote gebacken, denen man magische Kräfte zuschrieb.

Ein weiterer Blick gilt der fast vergessenen Klöpfelsnacht, in der Dienstboten und Lehrlinge kleine Gaben erhielten – begleitet von traditionellen Sprüchen und Liedern.