Der Stadt München Kriegswesen und Fehden
Reihe: Münchner Stadtbuch
Staffel 1· Folge 5 · 33:51
Im Mittelalter gab es keine stehenden Heere – und so mussten Städte wie München selbst für ihre Sicherheit sorgen. Diese Podcast-Folge taucht ein in eine Zeit, in der Bürger zugleich Kaufleute, Handwerker und Soldaten waren.
Die Münchner Bürgerschaft war streng organisiert: eingeteilt in Stadtviertel, geführt von Hauptleuten und bewaffnet mit Armbrüsten, später auch mit Kanonen. Schon junge Männer wurden im Umgang mit Waffen geschult, und große Schützenfeste dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der militärischen Übung. München galt bald als wehrhafte Stadt, deren Bürger sich in Schlachten und Belagerungen bewährten.
Doch die Gefahren lauerten nicht nur auf dem Schlachtfeld. Eine ständige Bedrohung ging von sogenannten Fehden aus – privaten Kriegen mit Rittern und Adligen, die oft in Raub, Brandstiftung und Entführungen ausarteten. Händler wurden überfallen, Reisende gefangen genommen, und immer wieder versuchten Feinde, die Stadt selbst in Brand zu setzen.
Der Alltag war geprägt von Alarmbereitschaft: Stadttore wurden bewacht, Türmer hielten Ausschau nach Feinden, und bewaffnete Patrouillen sicherten das Umland. Selbst einfache Reisen waren gefährlich und erforderten Geleitschutz.
Diese Folge zeigt eine wenig bekannte Seite Münchens: eine Stadt im permanenten Ausnahmezustand, die sich mit Mut, Organisation und Zusammenhalt behauptete – und gerade dadurch zu Stärke und Selbstbewusstsein fand.
Eine Geschichte von Unsicherheit, Wehrhaftigkeit und dem langen Weg vom Faustrecht zur Ordnung.