Abraxas

Werktitel Abraxas
Komponist Egk, Werner
Entstehungsjahr 1948
Uraufführung München, Prinzregent

Besetzung

Keine spezifischen Besetzungsangaben hinterlegt.

Inhalt & Werkbeschreibung

Am 6. Juni 1948 wurde Werner Egks Ballett *Abraxas* im Münchner Prinzregententheater*uraufgeführt. Das Werk basierte auf Heinrich Heines Tanzpoem Der Doktor Faust; die Choreographie stammte von Marcel Luipart.

Die fünf Aufführungen waren ein großer Erfolg beim Publikum. Dennoch untersagte der bayerische Kultusminister **Alois Hundhammer** die Wiederaufnahme in der folgenden Spielzeit. Besonders die Darstellung einer Schwarzen Messe, die vor allem von kirchlichen Kreisen als anstößig empfunden wurde, löste heftige Kritik aus.

Der daraus entstandene „Abraxas-Skandal“ entwickelte sich zu einer grundsätzlichen kulturpolitischen Auseinandersetzung. Im Bayerischen Landtag wurde über **Kunstfreiheit, Moral und die Grenzen staatlicher Einflussnahme auf die Kunst** gestritten.

Der Konflikt war damit jedoch nicht beendet. 1950 klagte Werner Egk auf Schadenersatz* das Verfahren endete mit einem Vergleich. Egk wurde dabei unter anderem zugesichert, dass bis 1955 drei seiner Werke in den Spielplan der Bayerischen Staatsoper aufgenommen würden.

Abraxas selbst konnte andernorts weiter aufgeführt werden. Allein eine Berliner Neuinszenierung kam zwischen 1949 und 1956 auf 95 Aufführungen* Auch Gastspiele in anderen Städten sorgten dafür, dass das Ballett bis in die 1960er Jahre präsent blieb.

Werkbeschreibung

Das Faustballett Abraxas wurde 1946 von Werner Egk (1901–1983) komponiert. Die Choreographie stammte von Marcel Luipart, Ballettdirektor der Bayerischen Staatsoper. Grundlage war Heinrich Heines Tanzpoem Der Doktor Faust.

Das Ballett erzählt in fünf Bildern die Geschichte Fausts, der einen Pakt mit dem Teufel schließt und sich auf eine Reise durch verschiedene Zeiten und Schauplätze begibt. Er begegnet unter anderem Hexen und teuflischen Gestalten, gelangt an den Hof König Karls IV. und nach Troja zu Helena.

Im letzten Bild begegnet Faust Margarete, in die er sich verliebt. Er widerruft seinen Teufelspakt und erhält sein ursprüngliches Alter zurück. Doch die Geschichte endet tragisch: Faust und Margarete werden von einer aufgehetzten Volksmenge zu Tode getrampelt.