/musikgeschichte/bilder/spielstaetten/spielstaette-27.jpg
Datei vorhanden
Geschichte & Entwicklung
Festplatz im Brunnenhof der Münchner Residenz
Der Brunnenhof der Münchner Residenz war im 17. Jahrhundert nicht nur ein repräsentativer Innenhof, sondern konnte in einen großen Fest- und Aufführungsplatz verwandelt werden. Bereits 1654 wurde der Hof erstmals mit einer aufwendigen Balkenkonstruktion überdacht. Dadurch entstand ein geschützter Raum, der für große höfische Veranstaltungen genutzt werden konnte.
Hier fanden Prunkumzüge, Festturniere und theatralische Aufführungen statt. Die sogenannten Trionfi verbanden Musik, Tanz, Kostüme und szenische Darstellungen miteinander. Der Brunnenhof bot damit ideale Voraussetzungen für die barocke Festkultur, bei der nicht nur die Aufführung selbst, sondern auch die prachtvolle Inszenierung des Hofes eine zentrale Rolle spielte.
Der überdachte Hof soll bis zu 4.000 Zuschauer gefasst haben. Damit war der Brunnenhof deutlich größer als die festen höfischen Theater der damaligen Zeit. Er ermöglichte Veranstaltungen, bei denen eine große Zahl von Zuschauern die aufwendigen höfischen Inszenierungen verfolgen konnte.
Der Brunnenhof war somit eine frühe Form eines temporären Hoftheaters und Festplatzes. Die Architektur des vorhandenen Residenzhofs wurde dabei flexibel für spektakuläre Veranstaltungen genutzt. Musik, Theater, Tanz, Reiter- und Festspiele verschmolzen zu einem barocken Gesamterlebnis.
Für die Münchner Musikgeschichte ist der Brunnenhof besonders wichtig, weil hier bereits Mitte des 17. Jahrhunderts jene Verbindung von Musik, Theater und höfischer Repräsentation sichtbar wird, die später die großen Münchner Opern- und Theaterbauten prägen sollte.
Spielplan
Für diese Spielstätte sind keine Spielplaneinträge vorhanden.