Kleine Konziliengeschichte

Mit einem Bericht über das Zweite Vatikanische Konzil

Autor:in Jedin Hubert
Verlag Herder
Buchart Taschenbuch
Erscheinung 1990
Seiten 184 S.
ISBN / B3Kat 3451180405 (9783451180408)
Kategorie Geschichte
Schlagworte KonzilZweite Vatikanische Konzil

Beschreibung

Hubert Jedin, 1900 in Großbriesen (Schle- sien) geboren, studierte Theologie in Bres- lau, München und Freiburg. 1926 histori- sche Studien am Vatikanischen Archiv, 1930 Lehrtätigkeit über Kirchengeschichte an der Universität Breslau, 1933 erneut in Rom; Mitarbeiter am Concilium Tridenti- num der Görres-Gesellschaft. 1936 Archi- var des Erzbistums Breslau. 1939 zur Emi- gration gezwungen, Bibliothekar am Cam- po Santo Teutonico in Rom. 1949 Profes- sor an der Universität Bonn; 1955 Leiter des Corpus Catholicorum. Hauptarbeits- gebiet: Kirchengoschichte des 15. und 16. Jahrhunderts.

Durch seine auf langjährigen Quellenstudien im Vatikanischen Archiv beruhende, in mehrere Sprachen übersetzte „Geschichte des Konzils von Trient" und zahlreiche Spezialuntersuchungen hat Hubert Jedin auf dem Gebiet der Konziliengeschichte einen internationalen Namen. Jeder Satz zeugt von der meisterhaften Beherrschung des Stoffes und dem abgewogenen Urteil seines Verfassers.

Mit der Frühzeit der christlichen Kirche beginnend, wendet der Kirchen- historiker jedem Jahrhundert seine Aufmerksamkeit in gleicher Weise zu. Dabei stellt er die Konzilien nicht nur in ihrer Verknüpfung mit der Kirchen- und Profangeschichte dar, sondern er mißt den weltgeschicht- lichen Raum aus, aus dem jede dieser Kirchenversammlungen hervorge- gangen ist.

Die übersichtliche Gliederung des Stoffes, die einprägsame, ja fes- selnde Darstellungsweise, ihre Lebensnähe, Anschaulichkeit und Klar- heit machen das Werk zu einer anregenden Lektüre. Ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis am Schluß des Bandes geben jedem wertvolle Hinweise, der sich weiter mit dem Thema beschäftigen will. Dieses Werk wurde in sechs Sprachen übersetzt und hat sich als kir- chengeschichtliches Informations- und Studienbuch bewährt.

Zur Klärung der Begriffe

I. Die acht ökumenischen Konzilien des Altertums

  • Die „Große und Heilige Synode der 318 Väter" in Nicaea
  • Streit um das Nicaenum
  • ökumenisches Konzil in Konstantinopel (381)
  • Zwei Schulen - zwei Christusbilder
  • Cyrill gegen Nestorius
  • DasTheotokos von Ephesus (431)
  • Eine „Räubersynode"
  • Der Glaube von Chalcedon (451)
  • Nachwehen des Monophysitismus
  • Die Honoriusfrage
  • Eine andere Welt zieht herauf
  • Bildersturm und Bilderverehrung: das Nicaenum von 787
  • Nachspiel im Abendland
  • Das Schisma des Photius und dessen Beseitigung durch das 8. ökumenische Konzil (869/870)

II. Die päpstlichen Generalkonzilien des Hochmittelalters

  • Päpstliche Reformsynode und Friedenskonzil im Zeitalter des Investiturstreites
  • Die beiden ersten Allgemeinen Konzilien im Lateran
  • Kampf und Friede mit Barbarossa: das dritte Laterankonzil (1179)
  • Innozenz III. auf dem vierten Laterankonzil (1215)
  • Absetzung Kaiser Friedrich II. auf dem ersten Konzil von Lyon (1245)
  • Kreuzzug, Griechenunion und Konklaveordnung auf dem zweiten Konzil von Lyon (1274)
  • Der Schatten Bonifaz'VIII.
  • Das liturgische Zeremoniell der Eröffnungssitzung in Vienne (1311)
  • Templerprozeß und Kirchenreform

III. Steht das Konzil über dem Papste?

  • Der Ursprung der „konziliaren Theorie"
  • Das Große Abendländische Schisma
  • Konzil in Pisa: drei Päpste statt zwei
  • König Sigismund und Johann XXIII. berufen das Konstanzer Konzil (1414-1418)
  • Flucht und Absetzung des Konzilspapstes
  • Resignation Gregors XII. und Absetzung Benedikts XIII.
  • Wahl Martins V.
  • Kirchenref orm und Konkordate
  • Gericht über Johannes Hus
  • Eugen IV. und das Basler Konzil
  • Endgültiger Bruch zwischen Papst und Konzil
  • Unionskonzil mit den Griechen in Ferrara-Florenz
  • Beilegung des Basler Schismas
  • Das Weiterleben der Konzilsidee
  • Ein fünftes Laterankonzil (1512/17)

IV. Glaubensspaltung und Trienter Konzil

  • Ein „Gemein, frei, christlich Konzil in deutschen Landen"
  • Der Fehlschlag von Mantua-Vicenza
  • Religionsgespräch statt Konzil
  • Erste Berufung nach Trient (1542)
  • Schmalkaldischer Krieg und Konzil in Trient (1545/47)
  • Eine stürmische Generalkongregation
  • Rechtfertigung und Sakramentsbegriff
  • Verlegung nach Bologna
  • Rückkehr nach Trient (1551/52)
  • Die Protestanten in Trient
  • Calvinismus in Frankreich
  • Dritte Tagungsperiode (1562/63)
  • Die große Konzilskrise und ihre Überwindung
  • Morones große Reformvorlage
  • Abschluß und Durchführung

V. Das Erste Vatikanische Konzil

  • Der „Syllabus" Pius' IX.
  • Ankündigung eines ökumenischen Konzils 
  • Berufung in den Vatikan
  • Vorbereitende Arbeiten und Geschäftsordnung
  • Der Civiltä-Artikel und die öffentliche Meinung Europas
  • Eröffnung
  • Erstes Glaubensdekret
  • Debatten über Seelsorgsfragen
  • Die Unfehlbarkeitsfrage wird akut
  • Echo in ganz Europa
  • Debatte über den Primat und die Unfehlbarkeit des Papstes
  • Definition des päpstlichen Primates
  • Definition der päpstlichen Unfehlbarkeit
  • Annahme und Widerspruch

VI. Das Zweite Vatikanische Konzil

  • Ankündigung und Vorbereitung
  • Geschäftsordnung und Geschäftsgang
  • Die große Überraschung
  • Abschluß der ersten Tagungsperiode - ohne sichtbares Ergebnis
  • Koordinierung
  • Auf Johannes folgt Paulus
  • Zweite Tagungsperiode: die Struktur der Kirche
  • Hirtenamt der Bischöfe und Ökumenismus
  • Abschluß der zweiten Tagungsperiode: Liturgischer Aufbruch
  • Guter Anlauf der dritten Tagungsperiode
  • Neun Texte in sechs Wochen debattiert
  • Die „Novemberkrise"
  • Kirchenkonstitution und Ökumenismusdekret abgeschlossen
  • Die vierte Tagungsperiode
  • Die letzten Klippen
  • Der Ausgang

Quellen- und Literaturhinweise
Zeittafel
Nachwort