Klaus Tenfelde
Proletarische Provinz. Radikalisierung und Widerstand in Penzberg/Oberbayern 1900 bis 1945
- Einleitung
Punktuelle Industrialisierung in Oberbayern, Stadt-Land-Kontraste (1 - 4),
Radikalismus (4 ff.), Forschungslage und Quellen (6ff.)
- Bergbau und Gemeinde bis 1914
- Probleme des Pechkohlenbergbaus in Südbayern
Frühe Kohlenförderung (8 f.), Entstehung der Grube Penzberg (9 - 12), Kohlenqualität, Absatz, Verkehrsverhältnisse (12f.), Förderstatistik (13ff.), Konjunkturen (15 - 18)
- Isolation und Abwehr. Industriekommunale Entwicklung in der oberbayerischen Provinz: St. Johannisrain/Penzberg bis 1914
Kolonisation in Maxkron (18ff.), Konflikte mit der bäuerlichen Bevölkerung (20f.), Bevölkerungsstatistik (21 f ), Schulhauskonflikt und Ausgemeindungskämpfe (22ff.), frühe Kommunalpolitik (24 ff.), Wachstumsphasen und Kommunalpolitik (26 ff.), Bevölkerungsverhältnisse (28 -31)
- Zur Entwicklung der Arbeiterschaft 1890 bis 1914
Belegschaftsstruktur und Lohn- bzw. Arbeitsverhältnisse (31 - 34), Bergarbeit, Arbeitszeit, Strafwesen, soziale Kontrolle (34 - 38), Konsumverein (39f.), Wohnungswesen (40 - 43)
- Anfänge der Arbeiterbewegung
Arbeits- und Daseinsverhältnisse, soziale Konflikte und frühe Organisationsformen (43ff.), Klassenbildung und Bergarbeiterstand (45ff.), Vereinswesen (47 - 50), Frühe Sozialisten in Penzberg (50ff.), Agitation von außerhalb (51 f.), Gründergeneration, 1 land werk und Arbeiterbewegung (52), Organisationsbildung 1899/1901 (52-55)
- Streikbewegungen bis zum Kriegsausbruch
Berggewerbegericht und Arbeiterausschuß (55 - 58), Christliche Arbeitervereine (58f.), Versammlungs- und Streikbewegung 1906, Lohnbewegung 1907(59-63), Konfliktbereitschaft jugendlicher Arbeiter, Frauen (63f.), Streik 1910 (64 ff.), Widersprüche in der Arbeiterbewegung und Bildung einer Gelben Organisation (66 ff.)
- Sozialdemokratie und Gemeindepolitik 1900 bis 1914
Versammlungsagitation (68ff.), Feste und Vereinskultur (70ff.), Jugendverein (72f.), Mutterschutzverein (73f.), Heimat- und Bürgerrechtsverein (74 - 77), Kommunalwahl Ende 1911 (77ff.), Reichs- und Landtagswahlen vor 1914 (79f.), Soziale Schichtung vor 1914 (80ff.), Zeche, Mittelstand und Arbeiterschaft in der
Kommunalpolitik (82 - 85)
- Der Weg zum »roten« Rathaus. Weltkrieg und Revolution in Penzberg 1914 bis 1920
Kohlenförderung im Krieg, Belegschaftsentwicklung, Arbeitsleistung (85 - 88), Arbeitszeit und Löhne, Inflation (88 - 91), Soziale Konflikte, Berggewerbegericht, Tarifverträge (91f), Veränderungen im Verhältnis von Unternehmern, Staat und Arbeitern (92-97), Revolution in Penzberg (98 ff.), Revolutionäre Forderungen, Sozialisierung (99f.), Wahlen 1919 (l00f.), Sozialisierungsdiskussion (101 ff.), Stadterhebung (103), Kommunalwahlen (103 ff.), Bürgermeister Rummer (105f.), Parteipolitik, Spaltung der Arbeiterbewegung (106f.), Rätewesen (107f.), Sozialdemokratische Gemeindepolitik (IO8ff.), Gemeindewahlen Juni 1919 (110), Einwohnerwehr (111 f.), Bergarbeiterschaft und Kommunalpolitik (112f.), Hauptstadt und Peripherie in der Revolution (113 ff.)
- Inflation und Stabilisierung 1920 bis 1929
- Zeche und Belegschaft. Die Lage der Arbeiter in den 1920erJahren
Probleme des Pechkohlenbcrgbaus (H6ff.), Förderstatistik und Konjunktur (118f.), Angestellte im Bergbau (119), Löhne und Preise (120 - 123), Bevölkerungsstatistik (123f.), Wohnungswesen (124 f.), Arbeitslosigkeit, Verelendung (125 - 128), Lohnindex und Lohnstruktur (128ff.), Arbeitszeit (130f.), Sozialpolitik (131 - 135)
- Sozialer Protest und soziale Bewegung
Kollektiver Kartoffeldiebstahl 1923 (135 ff.), Unsicherheit im Ort (137ff.), Kriminalität (139), Frauenprotest (139f.), Familie, Nachbarschaft und sozialer Protest (140f.), Verweildauer (141 ff ), Wohnungskonflikte (143 f.), Einschätzung der Protestbereitschaft, Belegschaftsdemokratie (144f.), Streikbewegungen (145ff.). Gewerkschaftliche Organisation (147f.), Betriebsrat (148 f.)
- Parteien fahlen und Kommunalpolitik
Nationalsozialistische Ausbreitungsversuche (149ff.), USPD (151), KPD (151 f.), Organisationsstand 1932 (152f.), KPD in den frühen 1920er Jahren (153), Proletarisches Vereinswesen (153 f ), Vereinskultur, Spaltungen (154 - 160), Reichs- und Landtagswahlen (160ff.), Reichspräsidentenwahlen (162 f ). Weibliche Wähler (163 ff.), Gemeindewahlen (165 - 168), Probleme der Kommunalpolitik (168f.), Zeche und Stadl (169f.), Wohnungsbau (170ff.), Konflikte im Gemeinderat (172 ff.), Auseinandersetzungen in der Sozialdemokratie (174), Stadthallenbau (174 f.)
- Stadt und Umgebung
Penzberger Revolutionäre (176), Reichstreue (176f.), Einwohnerwehr, Bund Oberland (177ff.), Konflikt August 1923 (179), Notpolizei in Penzberg (179f.), Ordnungszellenideologie und Penzberger Sozialisten (180 f.)
- Erschütterungen im »roten« Rathaus. Wirtschaftskrise und Parteipolitik 1930 bis 1933
- Wirtschaftskrise und Radikalisierung
Ländliche Industrialisierung (181 f.), Radikalisierung (182ff.), Zeche, Mittelstand und Bergarbeiterschaft (184 f), Krisenjahre der Zeche (185), Stillegung 1931 (185ff.), Feierschichten (187f.), Löhne und Preise (188f.), Reichstagswahlen 1928 bis 1933 (190ff.), Wählerinnen (192 f.)
- Die schwierige Entwicklung der NSDAP
Anfänge der Partei in Penzberg (193f.), Otto Bogner (194 f.), Ortsgruppe Penzberg (195ff.), Versammlungsklima (197ff.), Soziale Zusammensetzung (199s.), Ursachen der Erfolglosigkeit (200ff.), Trägerschichten der NSDAP am Beispiel Penzbergs (202 f.)
- Die Linksparteien in der Krise und der Kampf um das Rathaus Ende 1932
Wiederaufschwung der KPD (204 f.), Gewerkschaftsopposition (205ff.), Soziale Zusammensetzung der KPD (207f.), Sozialdemokratie in der Krise (208f.), Demonstrationen am -Stachus« (209f.), Verhalten der Polizei (210), Versammlungsbewegung (210f.), Erwerbslosenagitation (211 f ), KPD-Unterbezirk Penzberg (212-214), Konflikte zwischen SPD und KPD (214 f.), Spaltungen im Vereinswesen (215 f.)» Bürgerliche Fraktion im Stadtrat (216), Kämpfe um den Volksentscheid zur Stadtratsauflösung Ende 1932 (216 - 221)
- Machtübernahme, Gleichschaltung, Unterdrückung und latente Opposition 1933/34
- Vom •roten• zum •braunen- Rathaus
Letzte Versammlungen der Linksparteien (221 f ), Reichstagswahl März 1933 (222), Machtanmaßungin Penzberg (222 ff.), Provisorischer Stadtrat (224), Nationalsozialistische Stadtherrschaft (224), Bürgermeister-Einsetzung (2241.), Gleichschaltung (225 - 229), NSDAP und -Marxisten« (229), Die NSDAP an der Macht (230 f.)
- Die Ausschaltung der Gewerkschaften
Der 1. Mai 1933 (232), Diffamierungskampagne (233), Auseinandersetzungen mit älteren Arbeiterführern (234), Übernahme des Betriebsrats (234 f.)
- Ein Auf stand in Penzberg? Die Kommunisten und der Hochverratsprozeß 1933/34
Die Aufdeckung der Untergrundorganisation der KPD durch Verrat (235), Verhaftungen, Hausdurchsuchungen, Ermittlungen (236 ff.), Rekonstruktion der Untergrundaktivitäten (238 f.), Waffendiebstähle (239), Organisationsstruktur (240f.), Mitglieder in der Untergrundorganisation (24 1 f.), KPD-Propaganda 1932/33 (242f.), KPD und Machtübernahme (243f.), Aufstand in Penzberg? (244 ff.), Der Prozeß (246f.), Haft und Konzentrationslager (247ff.)
- Latente Opposition. Das »Straßenparlament
Politik auf der Straße (249 - 252). Lokalpresse und Nationalsozialismus (252 ff.), Gerüchte (254), Gruppenbildungen und Diskussionen (254 f ). Latente Opposition (255 ff.)
- Arbeiterstadt und Nationalsozialismus
Probleme der NS-Kommunalpolitik (257f.)
- Soziale Schichtung und Strukturprobleme der Bergarbeiterkommune
Schichtung in den oberbayerischen Bergbaukommunen (258ff.), Rolle des Bergbaus (260 - 263)
- NSDAP und Gemeindepolitik bis zum Kriegsausbruch
NSDAP und angeschlossene Organisationen (236 - 266), Reorganisation der NS-Ortsgruppe (266f ), Rechnungsführer und »Alte Kämpfer«: Auseinandersetzungen um die Partei und Gemeindeführung (267 f.), Bürgermeisterwechsel (268 - 272), Konkurrenz in der Kommune (273 f.), Denunziation (274 f.). Politische Organisation seit 1934 (275 ff.), NS-Kommunalpolitik (277f.), Wohnungsbau (278f.), Führerprinzip (279f.), Disziplinierung der Einwohnerschaft (280f.)
- Zeche und Belegschaft unter dem NS-Regime. Die Lage der Arbeiter 1933 bis 1939
Nationalsozialismus und Bergmannsstand (282 f ), NSBO, Proletariat und Unternehmerschaft (283 ff.), Wirtschaftliche Probleme der Oberkohle (285 ff.), Förderstatistik (287ff.)» Konjunkturen (289), Arbeitskräfe und Arbeitsmarkt (289ff ), Löhne und Lebenshaltungskosten (291), Lohnstruktur (292 ff.), Altersstruktur der Belegschaft (295), Familienstand (296f.)
- Sozialpolitik, Bergmannsstand und »Schönheit der Arbeit«
Nationalsozialismus und Entfremdungsproblem (297f.), Betriebsgemeinschaft (298), Betriebsordnung 1934 (299), Sozialpolitik: Unfallverhütung (299f.), Wohnungsbau (300 ff.). Sonstige soziale Leistungen (302 ff.), Ausbildungswesen (304 - 309), Betriebsgemeinschaft (309 f.). Bergmannsfest und Bergarbeiterstand im Nationalsozialismus (310-316), Schönheit der Arbeit im Bergbau (3l6f.), Bergarbeiterdichtung (318)
- »Vertrauens« -Rat und latente Opposition
Vertrauensratswahlen 1934/35 (320 - 323), Organisation der DAF (324 f ), Tätigkeit des Vertrauensrates (325 f.), Kompetenzstreitigkeiten (327f.)» Konflikt zwischen Zeche, Vertrauensrat und DAF 1938 (328 f.), Arbeitszeitverordnung (329ff.), Streik August 1939(331), Bummelei und andere Konflikte (331 f.), Fluktuation, Überarbeit (332 ff.), »Stimmungsberichte« (334), Leistungszurückhaltung (334 f.), Arbeitsverrichtung, Gruppenbildung und latente Opposition (335ff.)
- Einwohnerschaft, Kirchen und Widerstand
Reichstagswahlen 1933 - 1938 (337 - 340), Zustimmungsdruck (340), Verfolgungsmaßnahmen (340 f.), Kommunikationsformen (34 I f.), Zusammenhalt unter ehemaligen KPD-Mitgliedern (342ff.), Bedingungen für Widerstand (344ff.), Opposition im katholischen Lager (346ff.). Widerstand des Pfarrers Steinbauer (348 ff.), Erste Auseinandersetzungen: Landeskirche, Kirchenbeflaggung (349ff.), Inhaftierungen, Solidarität des Kirchenvorstands und der Gemeinde (352ff.), Entlassung, neuer Widerstand, Konzentrationslager (354 ff.), Einschätzung (355), Religiosität in der NS-Zeit (356)
- Arbeiterschaft im Zweiten Weltkrieg
Produktionsverhältnisse im Krieg (357f.), Belegschaft, Löhne und Oberschichten (358 ff.), Krankenstand und Unfälle (360ff.), Kriegsgefangene und Ausländer (362-367), Leistungsdruck, Bummelei, Arbeitsverweigerung und Arbeitszwang (367 ff.
- »Morgenrot in der Wüstenei«. Der Aufstand vom 28. April 1945
Generelle Einschätzung der Lage der Bevölkerung unter Kriegsbedingungen und unter nationalsozialistischer Herrschaft (369ff.), Nationalsozialistisches Novem- bertrauma (371 f.), Fälle von Widerstand während des Krieges (372 f ). Verbots-druck und Versorgungsengpässe (373f.). Die letzten Kriegsmonate (374 f.), Standrecht (375), Werwolf und Werwolfmentalität (375), Zöberlein (375 f.), Aufstand in Penzberg (376f.), Zöberleins Rache (377 - 380), Der Aufstand vor dem Hintergrund der Geschichte Penzbergs (380ff.)
Zdenek Zofka
Dorfeliten und NSDAP. Fallbeispiele der Gleichschaltung aus dem Kreis Günzburg
- Einleitung
Machtusurpation (383f.), »Herrschaft der Minderwertigen« (384 f.), Honoratioren als NS-Mandatsträger (385 f.), Forschungsstand (386), Quellenlage (387 f.)
- Wirtschaftlich-soziale und politische Struktur des Bezirks
Agrarkreis Günzburg (388 f.), Industrie (389), Bevölkerung und Kirchen (389f.), Politische Parteien (390f.), NSDAP (391 f.)
- Allgemeine Vorgänge der Gleichschaltung im Frühjahr und Sommer 1933
Reichstagswahlergebnisse vom 5. März 1933 (392 ff.), Gleichschaltung (395), Verfolgung von SPD und KPD (395), Neuverteilung der Gemeinderatssitze (395f.), BVP und Bauernbund (396), Presse (396), NSDAP-Taktik gegenüber BVP (396 f.) und Bauernbund (397), Beibehaltung der alten Eliten (397f.)
- Fallbeispiele einzelner Gemeinden
Parteiwille gegen Gemeindewille - der Kreisleiter als Entscheidungsinstanz (398 - 401), Der Kreisleiter läßt den Dingen ihren Lauf - Selbstregulierung in der Gemeinde (401 - 404), Die Umarmung der Bayerischen Volkspartei - Strategie zur Ausschaltung eines großen Oppositionspotentials (404 - 407), Vereinzelte Machtdemonstrationen - Die vorhersehbaren Folgen (407ff.), Persönliche Rivalitäten - auf dem Rücken der Gemeinde ausgetragen (409 - 412), Die Partei als Bühne lokaler Machtkämpfe (412 - 415), Die Macht der Ortsgruppenleiter (415 - 419), NS-Personalpolitik in den Gemeinden - Anspruch und Wirklichkeit (419 - 422)
- Schlußbetrachtung
- Dokumente aus oberbayerischen Landgemeinden
Schmale Personaldecke der NSDAP in den Landgemeinden (424), Das Bezirksamt sorgt für korrekte Durchführung der Gleichschaltung (424), BVP Mehrheitsgemeinde ersucht um Bestätigung des bewährten Bürgermeisters (425f.), »Zurückhaltung« bei der Machtergreifung (426f.), Zwiespalt der BVP-Gemeinderäte (427), BVP-Gemeinderäte kämpfen um ihre Ämter (427f.), BVP Mimikry (429), Maßregelung von SA-Leuten wegen Störung der Fronleichnamsprozession (429f.). Soziale Aspekte bei der Auswahl der Bürgermeister und Gemeinderäte (431 ff.), Führerprinzip (432f.)
Peter Hüttenberger
Heimtückefälle vordem Sondergericht München 1933- 1939
- Einleitung
Literatur (435), Tätigkeit der Sondergerichte (435 tL), Gesetzesgrundlagen (437 f.), Heimtückevergehen und Kriegssonderstrafrechtsverordnung (438f.), Zuständigkeitsbereich des SG München (439)
- Das Verfahren und die Entscheidungen des Sondergerichts München
Sonderheiten des SG München (439s ), Strafprozeßordnung (440), Delikte (440f.), Heimtücke-Verordnung (441 f.), Freister zum NS-Strafrechc (442 f.). Quantitative Analyse (443f.), NSDAP-Angehörige vor dem SG (444 f.), Aufschlüsselung der Heimtückefällc (445 - 448), Individualbeschuldigte (449), Strafmaß (449 - 452)
- Urteilsbegründungen bei Heimtücke-Äußerungen
Übersetzung der Umgangssprache in Amtssprache (452). Offensichtliche Rechtsbeugung (452f.), Interpretationsspielraum des SG (453f.), Regimekritik statt Werturteil (454). Bestrafung der Gesinnung (454 f ), Katalog strafwürdiger Äußerungen (455), Kriterien für Strafverschärfung bzw. Strafmilderung (455f.), Schichtenspezifische Urteilssprechung (456 f.)
- Die Angeklagten vor dem Sondergericht
- Eine quellenkritische Erörterung
Aktenlage (458 f.), Kompetenzen des SG (459 f.), Relevanz des Schriftguts (460), Formale Struktur der SG-Akten (460f.). Unterschiedliche Tathergangsbeschrcibung in verschiedenen Überlieferungen (461 f.), Polizeiprotokolle (462f.), Personalbögen (463), Urteilsniederschrift (463f.)
- Quantitative Auswertung: Die Sozialstruktur der Angeklagten
Herkunftsmilieu (465ff.), Berufsklassifikation (467 - 470), Frauen (470f.), Altersstruktur (471 f.)
- Heimtückereden und Heimtückediskurs
Heimtückerede als fragmentarischer Sprechakt (473), Sprunghaftigkeit und überpointierte Kontrastierung (474 f.), Dialekt (475f.). Typische Motive des Diskurses (476), Machtergreifung (476f.), Führer und Führerpersonal (477f.), Konzentrationslager (478ff.), Enttäuschung und parteipolitische Reminiszenzen (480f.), Vorhersagen (481), Kriegsängste (481 f.), Travestie der zehn Gebote (482f.), SA, HJ und NSDAP (483 f.), Feldherrnhallenkult (484 f.), WHW (485), NS-Führungsschicht (485f.), Hiller (486ff.), Motive der Angeklagten (488), Reflexion der eigenen Situation (488f.), Soziale Lage der Bauern und Arbeiter (489f.), Der Heimtückediskurs als Gegenbild zur NS- Selbstdarstellung (490 f.). Politische Bedeutung (491 f.)
- Milieu-Bedingungen und Motivationen
Soziales Umfeld der Heimtückerede (492), Dialog zwischen Erbhofbauer und Stützpunktleiter (492 ff.), Heimtückerede als Partikel eines Gesamtdialogs (494 f.), Bedingung der Örtlichkeit (495), Gaststätten und Wirkung von Alkohol (496f.). Momentane und strukturelle Provokationen (497f.), Enttäuschungssyndrome (498 f.), Bäuerliche Unzufriedenheit (499), Mittelstand (499 f.), - Asoziale- (501 f.), Abneigung gegen Funktionäre (502), Auflehnung gegen Repressionen (502f ), KL Dachau (503), Widerstandskarrieren (503 ff.). Vornationalsozialistische Auslösemomente (505f.), Inflation und Weltwirtschaftskrise (506ff.), NS-Bedingungen für Heimtückereden (508), Sozialer Druck der Heimtückeredner (508f.), Denunziationsmechanismen (509 f.), Gezielte Überwachung (510f.), Soziologie der Denunzianten und Denunzierten (511 f ), Politische und berufliche Motive für Denunziationen (512 - 516), Private Denunziationsgründe (516ff.), Kontrolle des Unmutspotentials (518), Verfolgungsorgane (518)
- Schlußbetrachtung: Heimtückefälle und Widerstandsbegriff
Der Widersundsbegriff seit 1945 (518 ff.), Widerstand und Opposition (520), Relationale Deutung von Widerstand (520), Interessenn ahrung (520 f.), Sozialer Druck (521), Herkunft und Ursache der Ungehorsams-Artikulationen (521 f.), Widerstand und Öffentlichkeitsbegriff (522 f.), Unorganisierter Ungehorsam (523), formen der Nichtduldung des NS (523f.), Polyvalenz der NS-Normen (524), Rolle der Gerichte (524 f.). Formen zivilen Ungehorsams (525 f.)
Arno Klönne
Jugendprotest und Jugendopposition. Von der HJ-Erziehung zum Cliquenwesender Kriegszeit
- Vorwort
Forschungslage (527f.), Ambivalenzen der HJ-Sozialisation (528 f.). Widerstandsbegriff (529 f.)
- Hitlerjugend-Sozialisation: Anspruch und Wirklichkeit
- Die organisatorische und strukturelle Entwicklung der HJ
Jugendverbände und HJ vor 1933 (531 f.), Monopolanspruch der HJ 1933 (532 f ), Machtergreifung bei den Jugendorganisationen (533f.), Konfessionelle Jugendverbände und NS (534 f.), Zustrom zur HJ (535), Auf dem Weg zur Staatsjugend (535), Militarisierung (535 f.), Jugenddienstpflicht (536), Widersprüche im sozialen System der HJ (536ff.), Leitbilder der NS-Erziehung (538f.)
- Bruchstellen und »Defizite« der HJ-Sozialisation
Modernitätsangebot der HJ in der Provinz (539ff.), Kampf gegen die kath. Jugend (541 - 544), Führer und Führermangel der HJ (544 - 547), HJ, Schule und Lehrer (547f.), Traditionalistische Vorbehalte gegenüber BDM (548ff.), Verlust an Attraktivität (550- 553), Anspruch und Realität der HJ-Sozialisation (553f.)
- Ausschaltung, Verfolgung und Widerstand politischer, konfessioneller und bündischer Jugendorganisationen
- Die Jugendorganisationen der sozialistischen Arbeiterbewegung
Anteil Jugendlicher am kommunistischen Widerstand (555 f.), KJVD in Nürnberg (556 f.) und Südbayern (557 - 560), Zerschlagung des KJVD (560 f.), SAJ und SJ VD (561 ff.), Naturfreunde (563), Das Ende des sozialdemokratischen Jugendwiderstands (564)
- Evangelische und katholische Jugendarbeit
Evangelische Jugend und »nationale Bewegung« (564 f.), Eingliederung der ev. Jugendverbände in HJ (565 - 568), Weiterführung kirchlicher Jugendarbeit (568 ff.). Katholische Jugend und NS-Staat (570ff.), Auseinandersetzungen zwischen HJ und kath. Jugendgruppen (572f.), Kath. Jugendzeitungen (573f.), Verbot der konfessionellen Jugend verbände (574 f.), Beispiele für Konflikt zwischen HJ und kath. Jugend 1934/35 (575ff.), Verhaftungen (557), Konzentration auf innerkirch- lichen Raum (577f.), Endgültiges Verbot (578), Illegale Weiterführung kath. -bündischer Gruppen (578 f.), Ländlich-kath. Opposition gegen HJ (579f.). Politischer Widerstand (580)
- Bündische Jugend
HJ und Bündische Jugend (581 s.), Säuberung des Jungvolks von hündischen Elementen (582 f.), NS-Beschreibungen hündischer Opposition (584), Verbot (584ff.), Illegale Bündische in Bayern (586ff.)
- Jugendliche Cliquen und ihre Bekämpfung während der Kriegszeit
- Die Anfänge in den Jahren 1937 - 1939
Spontane Opposition: Meuten (589ff.), Edelweißpiraten (590f.), Swing-Jugend (591), Elitäre Schulgruppierungen (591 f.), Münchner -Blasen- (592), Die Reichsjugendführung zu den -wilden- Jugendgruppen (592 f.)
- Nonkonformität der Jugend im Krieg und verschärfte Sanktionen
Ablehnung des NS-Leistungssolls (593f.), Verschärfung staatlicher Sanktionen (594 f.). Abweichendes Verhalten Jugendlicher im Krieg (595 - 599)
- Verstärkung der jugendlichen Cliquen während des Krieges
Gefährdung der HJ-Sozialisation (599f.), Hamburger -Swing-Jugend (601 ff.), Edelweißpiraten (603 ff.), Zusammenhänge mit Tradition der Jugendbewegun (605 f.)
- Jugendliche Cliquen in Bayern und München
Landshuter Gruppe (606), Münchner »Blasen- (606ff.), Systemopposition oder Jugendkriminalität (608f.), Ausbreitung der Edelweißpiraten nach Süddeutschland (609 ff.), Bericht einer intellektuellen Jugendoppositionsgruppe (611 ff.)
- Repressionen gegen nonkonforme Jugendliche
Das Instrumentarium der Unterdrückung (613f.), HJ-Streifendienst (614f.). Der Vorwurf der Homosexualität als politisches Mittel der Diffamierung (615 f.), NS-Berichte zur Bekämpfung jugendlicher Opposition (616ff.). Bilanz des Reichsführers-SS 1944 (618f.). Der Stellenwert jugendlicher Opposition (619f.)
Gerhard Hetzer
Ernste Bibelforscher in Augsburg
- Die Augsburger Bibelforscher seit dem Ersten Weltkrieg
Anfänge der Religionsgruppe (62iff.), Flugschriftenverteilungen (623), Verbot (623 f.). Aufbau eines reichsweiten Schriften Verteilungsnetzes (624), Verhaftungen und Überwachung (624 ff.), Illegale Aktivitäten (626ff.)
- Die Verhaftungswelle der Jahre 1936/37 und die Propagandaaktionen der Bibelforscher
Festnahmen in München und Augsburg (628ff.), Wiederaufbau 1936 (630), Resolution des Luzerner Bibelforscherkongresses (631), Verteilung der Resolution als Flugblatt (631 f.), Verurteilungen und KL-Aufenthalte (633 f.)
- Soziale Herkunft und politische Affinitäten der Bibelforscher
Frauenanteil und Allersstruktur (634 f.), Topographische Verteilung und geographische Herkunft (635 f.), Kontakte zu Linksparteien (637f.), Ähnlichkeit zur NS-Ideologie (638 f.)
- Die Verfolgungen während der Kriegsjahre
Wehrdienstverweigerung (640), Haftstrafen (640f.), Neue Gruppenbildung (641), Verhaftungen und Verurteilungen 1943 (642 f.)
Hildebrand Troll
Aktionen zur Kriegsbeendigung im Frühjahr 1945
- Vorbemerkungen zur Quellenlage
Archiv der bayerischen Widerstandsbewegungen (645), Strafurteile wegen NS-Tötungsverbrechen (645 f.)
- Der allgemeine Hintergrund
Vormarsch der Alliierten (646), Wunsch nach Frieden in der Bevölkerung (646f.), Standgerichte (647), Volkssturm (648 f.)
- Lokale Aktionen bis zum 28. April 1945
Neuhof a. d. Zenn (649), Gehorsamsverweigerung beim Volkssturm (650), »Weibersturm von Windsheim« (650 - 654), Frauendemonstrationen (654), Regensburg (654 f.), Mord in Burgthann (655f.), Übergabe Erlangens (656f.), »Flaggenbefehl« (657f.), Unterstützung amerikanischer Fallschirmagenten (658f.), Robert Limpert in Ansbach (659 f.)
- Die Freiheitsaktion in Bayern (FAB)
Vorgeschichte (660 f.), Planung (661 f.), Versuchte Einbindung des Reichsstatthalters Epp in den Aufstand (662 f.), Besetzung der Sender Erding und Freimann (663 f ), Rundfunkaufruf der FAB (664 f.), Rückzug der FAB (665 ff.), Folgeaktionen nach dem FAB-Aufruf (667ff.). Psychologische Wirkung der FAB (669), Übergabe der Stadt Augsburg (670), Die Penzberger Vorgänge (671 f.), Altötting (673f.), Gotting (674), Burghausen (675), Landshut (677)
- Widerstandsaktionen in den letzten Kriegslagen
Inzell (677f ), Bericht aus Ismaning (678f.), Einzelereignisse (679f ), Bericht des Oberst v. Hobe (680f.), Waffenehre contra Schutz des Eigentums (681 f.), Die Rolle der Wchrmachtsärzte (682 - 685)
- Der »Heimatschutz« im Allgäu
- Die »Alpenfestung«
Strategische Sandkastenspiele (687f.), Welchen Nutzen hatte der Widerstand in letzter Minute? (688 f.), Aktivisten des Widerstandes (689)
Martin Hroszat
Resistenz und Widerstand. Eine Zwischenbilanz des Forschungsprojekts
Geschichte und Zielsetzung des Projekts (691 f.), Der Widerstandsbegriff im politischen Leben Nachkriegsdeutschlands (692 f.), Formen zivilen Mutes im täglichen Leben (693), Feldforschung und Fallstudicn als Methoden der Gesellschaftsgeschichtswissenschaft (693f.), Themen, Akteure und Schauplätze (695), Projektbczogene Publikationen (695f.), Thematische Begrenzungen (696), Ausweitung des untersuchten Zeitraums (696 f), Definition von Resistenz (697), Unterschiedlichkeit der Begriffe »Widerstand« und »Resistenz« (697 f.), Situative Beurteilung der Zumutbarkeit von Widerstand (698), Verhaltensgeschichtliche Ursachen und Motivationen des Widerstandes (699), Forschungsbereiche: Agrarische Provinz und Arbeiterschaft (699f.), Darstellungen zum agrarischen Sektor (700 L), Beharrungskraft ländlicher sozialer Gefüge (701), NS und bäuerlicher Traditionalismus (702), Resistenz des kath. Milieus (702 f.), Untersuchungen zur Arbeiterbewegung (703), Möglichkeiten von Lokalstudien (703 f.), Verfolgung sozialistischer Arbeiter (704 f.), Bewertung des kommunistischen Widerstands (705f.), Bedingungshintergründe für illegale Widerstandstätigkeit (706f.). Sozialer Protest im politischen Gewand (707f.), Passive und partielle Opposition der Arbeiter (708 f.)
Anhang
Bildnachweis
Biographisches zu den Autoren
Abkürzungsverzeichnis
Personen-und Sachregister