Spuren jüdischen Lebens in Bayern

Erforschung und Präsentation des kulturellen Erbes

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Beschreibung

Die lange und vielgestaltige Geschichte des deutschen Judentums erfährt seit dem Jubiläumsjahr 2021, das an 1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland erinnerte, deutlich mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Das gilt auch und insbesondere für Bayern, das mit der „Hauptstadt der Bewegung" (München) und der „Stadt der Reichsparteitage" (Nürnberg) einst das Zentrum des Aufstiegs der nationalsozialistischen Bewegung war. Dass Jüdisches Leben wieder dauerhaft nach Bayern zurückgekehrt ist und neue Gemeinden entstanden sind, konnte sich nach dem Zweiten Weltkrieg und der Schoa zunächst kaum jemand vorstellen. Wissenschaftlerinnen und Ausstellungsmacher, Gedenkstättenleiter und Archäologinnen sind auf vielfältige Weise herausgefordert: Sie zeugen von der Jahrhunderte alten Geschichte jüdischen Lebens in Bayern und dessen versuchter gänzlicher Auslöschung. Genauso zeigen sie aber auch Geschichten von seinen Neuanfängen, die mit all ihren Hoffnungen und Enttäuschungen bis in unsere Gegenwart und Zukunft weisen. Wo stehen wir im Freistaat bezüglich der Erforschung und Präsentation des jüdischen Lebens? Der Band ermöglicht einen Überblick über Projekte und Entwicklungen der Archäologie, Geschichtswissenschaft, Gedenkstättenarbeit und musealen Darstellung.

  • Karin Eben und Kristina Milz
    Erforschung und Präsentation des bayerischen Judentums:
    Eine Bestandsaufnahme
     
  • Teil I: Historische Perspektiven
    • Michael Brenner
      200 Jahre bayerisch-jüdische Geschichtsschreibung:
      Ein Forschungsüberblick
    • Manfred Treml
      „Siehe der Stein schreit aus der Mauer“ (1988/89):
      Eine Ausstellung als Meilenstein in der Erforschung der jüdischen Geschichte und Kultur in Bayern
    • Hubert Seliger, Alexis Hofmeister und Elisabeth Singer-Brehm
      Sichtbarmachung durch Digitalisierung
      Perspektiven der globalen Zugänglichmachung des schriftlichen Erbes der jüdischen Gemeinden Bayerns
    • Patrick Charell
      Die digitale Plattform Jüdisches Leben in Bayern“ des Hauses der Bayerischen Geschichte
  • Teil II: Erhalten und Präsentieren - aber wie?
    • Bernd Päffgen
      Die Ausgrabungen im jüdischen Quartier in Regensburg und das document Neupfarrplatz
    • Hans-Christof Haas
      Restaurierungs- und Präsentationskonzepte ehemaliger Synagogen in Franken
    • Martina Edelmann
      Gefunden und was dann?
      ​Das Beispiel Veitshöchheim
  • Teil III: Die Erforschung des materiellen Erbes von der Frühen Neuzeit bis heute
    • Bernd Päffgen
      Das materielle Erbe des sogenannten Landjudentums in Bayern
    • Cornelia Berger-Dittscheid
      Mehr als Steine ... Synagogen-Gedenkband Bayern:
      Zur Rekonstruktion verlorener Synagogen und ihrer Einrichtung
    • Susanne Klemm
      Die Inventarisierung jüdischer Friedhöfe durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege
    • Susanne Talabardon und Mona Hess Steinerne
      ​Zeugen digital: Ein Forschungsprojekt zur Erschließung jüdischer Friedhöfe
  • Teil IV: „Wiedergutmachen“, „aufarbeiten“, „bewältigen“?
    • ​Pascal Metzger
      STOLPERSTEINE in Nürnberg
      Kunstprojekt und Initiative des Erinnerns
    • Andreas Heusler
      Die Erinnerungszeichen in München: Vorgeschichte und Umsetzung
    • Louisa Mathes
      Späte Erforschung der eigenen Geschichte:
      Der Ausschluss von Mitgliedern der Bayerischen Akademie der Wissenschaften nach 1933—193
  • Teil V: Was bleibt? Forschen und Erinnern am historischen Ort
    • Sikko Neupert
      Archäologie der Zeitgeschichte: Das Dachauer KZ-Außenlager Allach-Karlsfeld
    • Jörg Skriebeleit
      Haben wir versagt? Ein Rückblick auf die deutsche Erinnerungskultur am Beispiel der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
    • Sybille Krafft
      Am Knotenpunkt der Geschichte(n): Der Erinnerungsort BADEHAUS
  • Verzeichnis der Autorinnen und Autoren
  • Personenregister
  • Ortsregister