Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
Luise von Kobell plaudert anziehend über die alten, heute zumeist ganz verschwundenen Namen alter Straßen und Gassen. Auch manche Läufer, nicht nur die Wirtshäuser, trugen besondere, oft komische Namen.
Viele Straßennamen deuteten auf Gewerbe und Zünfte hin, wie die Lederer-, Pfister-, Mühl-, Windenmacher- und Lirtenstraße, das Sattler-, Bräuhaus-, Pflug-, Koch-, Küchelbäcker-, Fischer-, Metzger-, Pfaffen-, Lebammen-, Schmied- und Schlossergäßchen. Aber auch einzelne Läufer hatten noch Namen, die teilweise so ursprünglich aus den Lebensanschauungen herausgewachsen waren, daß sie wie eine aufgeschlagene Chronik erzählen: Die Bierwirtschaft „Zur Arche Noah" in der Wurzerstraße, „Zu den drei Laufern" (Diener, die ehedem vor und mit dem Wagen des Lerrn laufen mußten) am Maximiliansplatz, „Zum Knödelbäcker" in der Knödelstraße (jetzt Lartmannstraße), „Zur Maus" am Promenadenplatz, „Zum Eichelober" und „Zum Schindlhüter" an der Wasserstraße, das „Pesthaus" in der Magazingasse, der „Lusarenstadel" in der Bayerstraße, „Zum grünen Ast" in der Prielmaier- straße, „Zum Kuchloch" am Platzl, „Zur Geis" in der Kaufingerstraße, „Zur Bayerweinschenke", „Zum Pfaueneck", „Zum Limmelschäffler", „Zum Krautbärtl" im Färbergraben, das „Raisonnierhäuschen" in der Residenzstraße, „Zur Schärgen-stube" in der Burggasse, „Zum Thürlbader" in der Ledererstraße, „Zur Schafglocke" in der Pfistergasse, „Zum Alletag" in der Vruderstraße, „Zum Iudenbranntweiner", „Zum Obernfutterbeni" im Tal Mariä, „Zum Teufelsmelber" und „Zum Paradieskramer" im Tal Petri, „Zum Laarpuderwaberl" am Petersplatz, „Zum Fetzengarten" in der Blumenstraße, „Zum schelchen Märtl" am Äeumarkt, das „Tatzlhaus" und „Puzenhäuschen" an: Oberanger, „Zum Koch" in der Lölle (Sendlinger Straße), „Zum Iesuitenmelber", „Zum Narr" in der Karlsstraße (jetzt Neuhauser Straße), „Zum Lateinischen" in der St. Annastraße (Damenstiftstraße), „Zum Brotesel" in der Äerzogspitalstraße, „Zum Pestraucher" am Schulplatz, „Zum Schlafhauben-- kramer" in der Weinstraße. Schreckensvolle Gestalten tauchen auf bei dem Namen „Äexengang", der sich im Graggenauerviertel befand.