Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
Blatt 14. zeigt das Haus Nr. 18 im Rosenthal und die Sebastianskapelle.
Das Haus Nr. 18 gehörte zu dem Haslinger'schen Haus auf dem Rindermarkt und war ursprünglich Eigenthum des Barthlmä Schrenk, kam dann sammt dem Garten gegenüber an Jakob Fugger, von diesem zwischen 1580 und 1610 an den Herzog Ferdinand, Pfalzgraf bei Rhein, Sohn Albrecht V. und Oheim des Kurfürsten Maximilian I. Als Ferdinand 1608 gestorben, kaufte der Kurfürst das Haus sammt den anderen von des Herzogs Gläubigern und übergab es wieder Ferdinands Kindern, den Grafen von Wartenberg. Von diesen kam es 1736 durch Heirath an die Freiherren von Haslang auf Hohenkammer und Dietersling und 1787 an Xav. Haslinger, kurfürstl. Obersthofmeister-Stabsamts-Schätzer, nach dem es sammt dem Vorderhaus Nr. 6 am Rindermarkt noch heut genannt wird. Jetzt ist es mit Nr. 5 bezeichnet und Eigenthum des Sporermeisters Herrn Joseph Miller.
„Die von Herzog Ferdinand erbaute Kapelle nächst dem Einlasse oder dem vormaligen Schifferthore gelegen, wurde den 12. März 1589 zu Ehren des heiligen Sebastians und Nikolaus von Tolentin eingeweiht und von dem Herzoge mit Glocken versehen. Von außen ist eine Sonnenuhr angebracht. — Die Kirche ist oben mit einer schönen, auf Marmorsäulen ruhenden Galerie umgeben. Im Hintergründe auf dieser Galerie befindet sich wieder ein Altar.“
In der Mitte des Kirchengewölbes hing ein Kardinalshut herab, über den indeß nichts Näheres zu ermitteln ist, während wir von dem ehemals im Chor der Frauenkirche gehangenen wissen, daß es der des Cardinals Melchior Klesel war, der es vom Münchener Bäckersohn bis zum Fürsten der katholischen Kirche brachte. Er starb als Erzbischof von Wien dortselbst im Oktober 1630. An der hinteren Innenwand dieser Kirche befand sich das von Hans Krumper in Erz gegossene Grabdenkmal des Stifters der Kirche in Lebensgröße, das nach der Säkularisation in die hl. Geistkirche übertragen wurde, wo es sich hoch oben an der Rückwand befindet.
Was übrigens die Behausung des Herzogs Ferdinand anlangt, so bestand selbe keineswegs aus dem jetzigen Hause Nr. 6 am Rindermarkt allein, wie man nach der daran befindlichen Gedenktafel annehmen dürfte, sondern außerdem auch noch aus den Häusern Nr. 5 (Rosenwirthshaus des Herrn Benedikt Preisinger) und Nr. 4 (vordem Eigenthum der Familie Ruedorfer und jetzt des Glasermeisters Herrn Gottlieb Hildebrand), sammt den Hintergebäuden im Rosenthal und seinem ebenda gelegenen Hofgarten.