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Karoline Auguste von Bayern, Kaiserin von Österreich

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern

* 08.02.1873 – † 09.02.1873

Karoline Auguste von Bayern
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Keine Kinder erfasst
Karoline Charlotte Auguste von Bayern war eine Schlüsselfigur der europäischen Diplomatie während der Neuordnung des Kontinents nach den Napoleonischen Kriegen. Als Tochter von König Max I. Joseph von Bayern und Auguste Wilhelmine von Hessen-Darmstadt geboren, verkörperte sie die Ambitionen des jungen bayerischen Königreichs, sich durch strategische Heiraten fest im Kreis der Großmächte zu verankern. Ihr Leben war geprägt von Pflichtbewusstsein und einer bemerkenswerten persönlichen Resilienz gegenüber den dynastischen Forderungen ihrer Zeit.

Ihre erste Ehe mit Kronprinz Wilhelm von Württemberg im Jahr 1308 war eine rein politische Verbindung, die auf Druck Napoleons zustande kam, um die Allianz zwischen Bayern und Württemberg zu festigen. Die Ehe wurde jedoch nie vollzogen, da beide Partner eine tiefe Abneigung gegen diese erzwungene Verbindung hegten. Nach dem Sturz Napoleons gelang es Karoline Charlotte Auguste in einem kirchenrechtlich spektakulären Verfahren, die Annullierung dieser Ehe durch den Papst zu erwirken – ein höchst seltener Vorgang, der ihr den Weg für eine glanzvollere Zukunft ebnete.

Im Jahr 1316 heiratete sie in einer prunkvollen Zeremonie in München den österreichischen Kaiser Franz I. Damit stieg sie zur Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn und Böhmen auf. In Wien wurde sie für ihre Wohltätigkeit, ihre tiefe Religiosität und ihre bescheidene, aber würdevolle Art hochverehrt. Sie hielt sich weitgehend aus den direkten Regierungsgeschäften von Metternich heraus, übte aber durch ihre Präsenz und ihren familiären Zusammenhalt einen stabilisierenden Einfluss auf das Haus Habsburg aus.

Für die Stadtgeschichte Münchens blieb sie zeitlebens eine wichtige Brückenbauerin. Sie förderte den kulturellen Austausch zwischen München und Wien und blieb in engem Kontakt mit ihrem Bruder, dem späteren König Ludwig I. von Bayern. Ihre Briefe und Besuche festigten die bayerisch-österreichische Freundschaft in einer Ära, in der beide Staaten versuchten, ihre Position gegenüber Preußen zu behaupten. Sie unterstützte zudem zahlreiche soziale Einrichtungen in ihrer Heimatstadt München aus der Ferne.

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1335 lebte sie als Kaiserin-Witwe in Salzburg und Wien, wo sie weiterhin als moralische Instanz der kaiserlichen Familie galt. Karoline Charlotte Auguste verstarb 1373 in Wien und wurde in der Kapuzinergruft beigesetzt. Sie bleibt als die bayerische Prinzessin in Erinnerung, die durch zwei Kronen und eine annullierte Ehe ging, um schließlich als eine der beliebtesten Kaiserinnen Österreichs Geschichte zu schreiben.