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Ludwig X., Herzog von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern

* 18.09.1495 (Burg Grünwald) – † 22.04.1545 (Landshut)

Ludwig X.

Kinder

Keine Kinder erfasst
Ludwig X. war Herzog von Bayern und regierte von 1514 bis 1545 gemeinschaftlich mit seinem älteren Bruder Wilhelm IV. Sein Leben und Wirken stehen stellvertretend für die glanzvolle Epoche der Renaissance in Bayern und die endgültige Festigung der bayerischen Landeseinheit. Als Sohn von Herzog Albrecht IV. und Kunigunde von Österreich wuchs er in einer Zeit des Umbruchs auf, in der das Herzogtum nach den Wirren des Landshuter Erbfolgekriegs zu neuer innerer Stärke fand.

Obwohl die Primogenitursordnung seines Vaters eigentlich die Alleinherrschaft des Erstgeborenen vorsah, erzwang Ludwig X. durch politisches Geschick und die Unterstützung der bayerischen Landstände eine Teilhabe an der Macht. Die daraus resultierende Doppelherrschaft der Brüder erwies sich entgegen aller Erwartungen als äußerst stabil und fruchtbar für das Land. Während Wilhelm IV. oft die Außenpolitik und die religiöse Verteidigung des Katholizismus in der Reformationszeit leitete, trat Ludwig X. vor allem als großer Mäzen und Kenner der italienischen Kultur hervor.

Für die bayerische Architekturgeschichte leistete er Einzigartiges: Nach einer Italienreise war er so von der dortigen Baukunst beeindruckt, dass er die Stadtresidenz in Landshut errichten ließ. Dieser Bau gilt als der erste eigenständige Palastbau im Stil der italienischen Renaissance nördlich der Alpen. Doch auch in München hinterließ er deutliche Spuren; er förderte die Wissenschaft an der Universität und trug dazu bei, dass der Münchner Hof zu einem der kulturellen Zentren Europas aufstieg, in dem die Künste und das neue Menschenbild des Humanismus gepflegt wurden.

In der Religionspolitik stand er fest an der Seite seines Bruders und des Kaisers gegen die Ausbreitung der Lehren Luthers. Gemeinsam machten sie Bayern zum Bollwerk der Gegenreformation, was die Identität des Landes für die kommenden Jahrhunderte prägen sollte. Ludwig X. blieb zeit seines Lebens unverheiratet, hinterließ jedoch eine außereheliche Tochter, Anna von Leonsberg, für deren standesgemäße Versorgung er Sorge trug.

Mit seinem Tod im Jahr 1545 endete die Ära der Doppelherrschaft, und das Herzogtum fiel vertragsgemäß an seinen Bruder Wilhelm IV. zurück, womit die Unteilbarkeit Bayerns endgültig zementiert wurde. Ludwig X. bleibt in der Geschichte als der „Renaissancefürst“ in Erinnerung, der den italienischen Geist nach Altbayern brachte und durch seine politische Klugheit einen Bürgerkrieg innerhalb der Familie verhinderte.