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Therese, Prinzessin von Lichtenstein

Haus: Lichtenstein

* 28.07.1850 (Lichtenstein (Schloss)) – † 13.03.1938 (München) · Theatinerkirche

Ehen:
1. 12.04.1882 in Wien · mit Arnulf
Therese
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Therese von Liechtenstein repräsentierte eine bedeutende dynastische Verbindung zwischen dem regierenden Haus Liechtenstein und dem bayerischen Königshaus der Wittelsbacher. Als Tochter des Fürsten Aloys II. von und zu Liechtenstein und der Gräfin Franziska Kinsky von Wchinitz und Tettau entstammte sie einem der ältesten und einflussreichsten Adelsgeschlechter Mitteleuropas. Ihre Einbindung in den bayerischen Hof erfolgte durch die Vermählung mit Prinz Arnulf von Bayern, einem Sohn des Prinzregenten Luitpold, was ihre Stellung im inneren Zirkel der Münchner Gesellschaft festigte.

Diese eheliche Verbindung vertiefte die diplomatischen und familiären Netzwerke zwischen Wien, Vaduz und München nachhaltig. Innerhalb der Wittelsbacher Familie gehörte Therese der einflussreichen Luitpold-Linie an, die während der Regentschaft ihres Schwiegervaters das öffentliche und politische Leben Bayerns maßgeblich prägte. Aus der Ehe mit Prinz Arnulf ging als einziger Nachkomme Prinz Heinrich von Bayern hervor. Der Verlust ihres Sohnes während des Ersten Weltkriegs markierte eine tragische Zäsur in ihrer Biografie und beendete die direkte dynastische Kontinuität dieses spezifischen Familienzweiges im Mannesstamm.

Therese von Liechtenstein wirkte in einer Ära, in der das bayerische Königshaus eine kulturelle Blütezeit erlebte. Ihre Position erforderte eine umfassende repräsentative Präsenz bei offiziellen Anlässen am Münchner Hof, wobei sie die traditionellen Werte ihres Herkunftshauses mit den zeremoniellen Anforderungen der bayerischen Monarchie verband. In der wissenschaftlichen Genealogie bleibt sie eine zentrale Gestalt für die Untersuchung der Verflechtungen des bayerischen Hochadels mit den souveränen Fürstenhäusern des Alpenraums, wobei ihre Biografie beispielhaft für die grenzüberschreitenden Allianzsysteme des 19. Jahrhunderts steht.