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Luitpold Emanuel, Herzog in Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: in Bayern

* 30.06.1890 (München) – † 16.01.1973 (Wildbad Kreuth) · Ringbergkapelle

Luitpold Emanuel

Kinder

Keine Kinder erfasst
Herzog Luitpold Emanuel in Bayern war ein markanter Vertreter der Biedersteiner Linie des Hauses Wittelsbach. Als jüngster Sohn von Herzog Max Emanuel in Bayern und Prinzessin Amalie von Sachsen-Coburg und Gotha verlor er bereits im Kindesalter beide Elternteile, was seine Jugend unter der Vormundschaft seines Onkels Karl Theodor und der Obhut von Gräfin Maria Fugger-Glött prägte.

Im Gegensatz zu vielen seiner Verwandten, die primär militärische Karrieren verfolgten, widmete sich Luitpold Emanuel intensiv der Wissenschaft und der Kunst. Er promovierte zum Dr. phil. und erlangte als Kunsthistoriker fachliche Anerkennung. Seine wissenschaftliche Neigung spiegelte den intellektuellen Geist der Biedersteiner Nebenlinie wider. Er war maßgeblich an der Gestaltung und dem Erhalt des kulturellen Erbes seiner Familie beteiligt, wobei er zeitweise das Schloss Biederstein bewohnte, bevor dieses im Zuge der Stadtentwicklung Münchens abgerissen wurde.

Sein Privatleben blieb weitgehend abseits der großen dynastischen Politik; Herzog Luitpold Emanuel blieb zeit seines Lebens unverheiratet und kinderlos. Er galt als eine der letzten großen Persönlichkeiten des „alten München“, die den Übergang von der Prinzregentenzeit in die Moderne miterlebten und dokumentierten. Durch den Verkauf von Teilen des Familienbesitzes, darunter das Gelände des heutigen Biedersteiner Parks, nahm er direkten Einfluss auf die städtebauliche Entwicklung Münchens. Sein Ableben markierte das Ende der männlichen Linie des Hauses Wittelsbach-Biederstein, womit eine Ära der bayerischen Adelsgeschichte ihren Abschluss fand.