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Otto IV., Herzog von Niederbayern

Haus: Wittelsbach Linie: Niederbayern

* 03.01.1307 – † 14.12.1334 (München)

Otto IV.

Kinder

Keine Kinder erfasst
Otto IV. von Niederbayern war ein Herzog aus dem Haus Wittelsbach, dessen Regierungszeit im 14. Jahrhundert von den typischen dynastischen Konflikten und Teilungsverträgen des spätmittelalterlichen Bayerns geprägt war. Er wurde 1307 als Sohn von Herzog Stephan I. und der Jutta von Schweidnitz geboren.

Die Herrschaft in Niederbayern
Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1310 trat er gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich XIV. die Nachfolge an. Da die Brüder zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig waren, standen sie zunächst unter der Vormundschaft ihres Cousins, des späteren Kaisers Ludwig IV. (dem Bayern). Dies führte jedoch bald zu Spannungen zwischen den niederbayerischen Herzögen und der oberbayerischen Linie, die in kriegerischen Auseinandersetzungen gipfelten.

Konflikt und Ausgleich mit Ludwig dem Bayern
Otto IV. und sein Bruder versuchten zeitlebens, die Unabhängigkeit Niederbayerns gegenüber den Ambitionen Ludwigs des Bayern zu wahren. Die Situation wurde durch interne Streitigkeiten zwischen den Brüdern zusätzlich verkompliziert. Otto IV. residierte vornehmlich in Landshut und Straubing. Erst im Jahr 1332 kam es zu einer Einigung mit Ludwig dem Bayern, der Ottos Position als Mitregent in Niederbayern anerkannte, was die politische Lage im Land vorübergehend stabilisierte.

Ehe und Nachfolge
Im Jahr 1330 heiratete Otto IV. die Prinzessin Richardis von Jülich. Die Ehe war Teil einer Bündnispolitik, um Unterstützung gegen die wachsende Macht des Kaisers zu gewinnen. Aus dieser Verbindung gingen jedoch keine männlichen Erben hervor, die das Erwachsenenalter erreichten. Dies war ein entscheidender Faktor für die weitere Geschichte Bayerns: Nach dem Tod Ottos IV. im Jahr 1334 (und dem späteren Tod seines Bruders) fiel Niederbayern schließlich an die oberbayerische Linie unter Ludwig dem Bayern zurück, womit eine vorübergehende Wiedervereinigung der bayerischen Lande eingeleitet wurde.

Tod und Vermächtnis
Otto IV. verstarb bereits im Alter von etwa 27 Jahren. Er wurde im Kloster Seligenthal in Landshut beigesetzt, der traditionellen Grablege der niederbayerischen Wittelsbacher. In der Geschichtsschreibung steht er oft im Schatten seines mächtigen Cousins Ludwig des Bayern, doch seine Regierungszeit verdeutlicht die Zersplitterung und die komplexen Erbregelungen, die Bayern im 14. Jahrhundert politisch schwächten, bevor die Konsolidierung unter dem Kaiser begann.