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Stephan von Pfalz-Simmern

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz-Simmern

* 1421 – † 1485

Stephan von Pfalz-Simmern

Kinder

Keine Kinder erfasst
Pfalzgraf Stefan von Pfalz-Simmern-Zweibrücken ist eine der bedeutendsten Weichensteller im weitverzweigten Geflecht des Hauses Wittelsbach. Als Sohn des Königs Ruprecht III. war er derjenige, der durch eine geschickte Erbteilung und eine noch klügere Heiratspolitik die Grundlagen für die Linien Pfalz-Simmern und Pfalz-Zweibrücken schuf. Er nimmt eine Schlüsselposition ein, da fast alle späteren bayerischen Könige des 19. Jahrhunderts direkt auf ihn als ihren gemeinsamen Ahnherrn zurückzuführen sind.

In den dynastischen Aufzeichnungen wird Stefan als ein Regent beschrieben, der das spätmittelalterliche Ideal des verwaltenden Fürsten verkörperte. Durch seine Vermählung mit der Erbtochter Anna von Veldenz gelang es ihm, bedeutende Gebiete an der Mosel und in der Pfalz in den wittelsbachischen Besitz zu integrieren. Sein Wirken zeichnete sich durch den Versuch aus, die Machtbasis seiner Familie über die Stammlande hinaus zu erweitern und gleichzeitig den innerfamiliären Frieden zu wahren.

Innerhalb des Stammbaums repräsentiert Stefan den Ursprung einer neuen dynastischen Ära. Mit der Aufteilung seines Erbes unter seine Söhne Friedrich und Ludwig legte er den Grundstein für zwei Zweige, die über Jahrhunderte hinweg die europäische Geschichte mitbestimmen sollten. Seine Biografie verdeutlicht, wie durch strategische Gebietszusammenführungen im 15. Jahrhundert jene Machtzentren entstanden, die später das kulturelle und politische Gesicht Bayerns und der Pfalz prägten. Er bleibt als der große „Stifter“ in Erinnerung, ohne dessen Wirken die spätere Prachtentfaltung der bayerischen Monarchen in München kaum denkbar gewesen wäre.