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Therese, Prinzessin von Bayern

Haus: Wittelsbach Linie: Bayern

* 12.11.1850 (München) – † 19.09.1925 (Lindau) · Theatinerkirche

Therese

Kinder

Keine Kinder erfasst
Therese von Bayern war eine der außergewöhnlichsten Frauenfiguren am Münchner Hof und eine Pionierin der Wissenschaft, die weit über die traditionellen Rollenbilder ihrer Zeit hinauswuchs. Als einzige Tochter des späteren Prinzregenten Luitpold und der Erzherzogin Auguste Ferdinande von Österreich genoss sie eine Erziehung, die ihren wachen Geist und ihren unbändigen Wissensdurst förderte. Statt sich dem repräsentativen Leben einer Prinzessin zu fügen, widmete sie sich leidenschaftlich der Naturforschung, der Ethnologie und der Geografie.

Besonders bemerkenswert waren ihre ausgedehnten Forschungsreisen, die sie unter anderem durch Europa, Nordafrika und mehrfach nach Südamerika führten. Oft unter einfachsten Bedingungen und inkognito reisend, sammelte sie tausende botanische und zoologische Exponate sowie ethnografische Artefakte, die heute wertvolle Bestandteile der Münchner Museumssammlungen sind. Ihre wissenschaftlichen Publikationen erlangten internationales Ansehen und führten dazu, dass sie als erste Frau die Ehrendoktorwürde der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität erhielt und zum Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften ernannt wurde.

In der Münchner Stadtgesellschaft blieb Therese trotz ihres wissenschaftlichen Fokus eine respektierte Persönlichkeit, die sich auch für die Bildung von Frauen engagierte. Sie blieb zeitlebens unverheiratet, was ihr die notwendige Freiheit für ihre Forschung ermöglichte, aber auch ihre Sonderstellung im Hause Wittelsbach unterstrich. Ihr Wohnsitz, das Prinz-Carl-Palais am Rand des Englischen Gartens, war ein Zentrum des intellektuellen Austauschs.