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Keine Kinder erfasst
Sophie von Bayern (1376–1428) war eine bedeutende Wittelsbacherin, deren Leben eng mit den dramatischen religiösen und politischen Umbrüchen im Böhmen des frühen 15. Jahrhunderts verknüpft war.
Herkunft und Aufstieg
Sie wurde 1376 als Tochter von Herzog Johann II. von Bayern-München und Katharina von Görz geboren. Als Mitglied der Münchener Linie der Wittelsbacher war sie eine begehrte Partie auf dem europäischen Heiratsmarkt. Im Jahr 1389 wurde sie in Prag mit dem böhmischen König Wenzel IV. (aus dem Haus Luxemburg) verheiratet, der zu diesem Zeitpunkt auch römisch-deutscher König war. Damit stieg Sophie zur Königin von Böhmen und zur römisch-deutschen Königin auf.
Rolle in den Hussitenkriegen
Sophies Regierungszeit als Königin war von den beginnenden hussitischen Unruhen geprägt. Sie gilt als eine historisch sehr interessante Figur, da sie – im Gegensatz zu vielen anderen Adligen ihrer Zeit – eine große Nähe zu dem Reformator Jan Hus zeigte. Hus war zeitweise ihr Beichtvater, und Sophie besuchte regelmäßig seine Predigten in der Bethlehemskapelle.
Obwohl sie offiziell katholisch blieb, versuchte sie lange Zeit, mäßigend auf den Konflikt zwischen den Anhängern von Hus und der katholischen Kirche einzuwirken. Ihr Einsatz für Hus brachte sie jedoch in den Verdacht der Ketzerei und führte zu Spannungen mit dem Papsttum.
[Hier könnte ein Stammbaum der bayerischen Wittelsbacher (Linie Bayern-München) stehen, der Sophies Verbindung zum böhmischen Königshaus zeigt]
Witwenschaft und Lebensende
Nach dem Tod ihres Mannes Wenzel im Jahr 1390 wurde die Lage für Sophie immer schwieriger. Böhmen versank in den blutigen Hussitenkriegen. Als Witwe geriet sie zwischen die Fronten: Ihr Schwager, Kaiser Sigismund, misstraute ihr wegen ihrer hussitischen Sympathien, während die radikalen Hussiten sie als Vertreterin der alten Ordnung ansahen.
Sie floh schließlich aus Prag und verbrachte ihren Lebensabend in Pressburg (heute Bratislava), das damals zum ungarischen Herrschaftsbereich Sigismunds gehörte. Dort lebte sie zurückgezogen und widmete sich religiösen Werken. Sophie verstarb 1428 und wurde im Martinsdom in Pressburg beigesetzt.
Herkunft und Aufstieg
Sie wurde 1376 als Tochter von Herzog Johann II. von Bayern-München und Katharina von Görz geboren. Als Mitglied der Münchener Linie der Wittelsbacher war sie eine begehrte Partie auf dem europäischen Heiratsmarkt. Im Jahr 1389 wurde sie in Prag mit dem böhmischen König Wenzel IV. (aus dem Haus Luxemburg) verheiratet, der zu diesem Zeitpunkt auch römisch-deutscher König war. Damit stieg Sophie zur Königin von Böhmen und zur römisch-deutschen Königin auf.
Rolle in den Hussitenkriegen
Sophies Regierungszeit als Königin war von den beginnenden hussitischen Unruhen geprägt. Sie gilt als eine historisch sehr interessante Figur, da sie – im Gegensatz zu vielen anderen Adligen ihrer Zeit – eine große Nähe zu dem Reformator Jan Hus zeigte. Hus war zeitweise ihr Beichtvater, und Sophie besuchte regelmäßig seine Predigten in der Bethlehemskapelle.
Obwohl sie offiziell katholisch blieb, versuchte sie lange Zeit, mäßigend auf den Konflikt zwischen den Anhängern von Hus und der katholischen Kirche einzuwirken. Ihr Einsatz für Hus brachte sie jedoch in den Verdacht der Ketzerei und führte zu Spannungen mit dem Papsttum.
[Hier könnte ein Stammbaum der bayerischen Wittelsbacher (Linie Bayern-München) stehen, der Sophies Verbindung zum böhmischen Königshaus zeigt]
Witwenschaft und Lebensende
Nach dem Tod ihres Mannes Wenzel im Jahr 1390 wurde die Lage für Sophie immer schwieriger. Böhmen versank in den blutigen Hussitenkriegen. Als Witwe geriet sie zwischen die Fronten: Ihr Schwager, Kaiser Sigismund, misstraute ihr wegen ihrer hussitischen Sympathien, während die radikalen Hussiten sie als Vertreterin der alten Ordnung ansahen.
Sie floh schließlich aus Prag und verbrachte ihren Lebensabend in Pressburg (heute Bratislava), das damals zum ungarischen Herrschaftsbereich Sigismunds gehörte. Dort lebte sie zurückgezogen und widmete sich religiösen Werken. Sophie verstarb 1428 und wurde im Martinsdom in Pressburg beigesetzt.