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Margarete von der Pfalz, Herzogin von Lothringen

Haus: Wittelsbach Linie: Pfalz

* 1376 – † 26.08.1434 (Einville-au-Jard)

Margarete von der Pfalz
Eltern
Keine Eltern erfasst

Kinder

Keine Kinder erfasst
Margarete von der Pfalz war eine bedeutende Adlige des ausgehenden Mittelalters, deren Leben die strategische Verzahnung der rheinischen Wittelsbacher mit den großen Dynastien des Reiches verdeutlicht. Als Tochter des Kurfürsten Ruprecht III. (der als Ruprecht I. auch römisch-deutscher König war) und der Elisabeth von Hohenzollern-Nürnberg, wuchs sie in einem der machtpolitischen Zentren des 15. Jahrhunderts auf.

Ihre Heirat mit Herzog Karl II. von Lothringen im Jahr 1393 war ein diplomatisches Meisterstück ihres Vaters. Diese Verbindung sollte den Einfluss der Pfälzer Wittelsbacher nach Westen ausdehnen und ein stabiles Bündnis mit dem strategisch wichtigen Herzogtum Lothringen sichern. Margarete brachte nicht nur eine beachtliche Mitgift in die Ehe ein, sondern auch den Glanz einer Königstochter, was den Status des lothringischen Hauses erheblich aufwertete.

In Lothringen agierte Margarete als kluge und gütige Landesmutter. In einer Zeit, die von ständigen Grenzkonflikten und dem Hundertjährigen Krieg im benachbarten Frankreich geprägt war, sicherte sie durch ihr diplomatisches Geschick den inneren Frieden ihres Territoriums. Besonders hervorzuheben ist ihre tiefe Religiosität und ihr soziales Engagement; sie förderte Klöster und Spitäler und galt in der Bevölkerung als eine Frau von außergewöhnlicher Milde und Weisheit.

Für die Geschichte des Hauses Wittelsbach blieb sie eine wichtige Brückenbauerin. Durch ihre Korrespondenz und ihre familiären Kontakte hielt sie die Verbindung zwischen dem Rheinland und Lothringen aufrecht, was den Wittelsbachern half, ihre Interessen gegenüber den aufstrebenden Burgundern zu verteidigen. Ihre Tochter, Isabella von Lothringen, wurde später durch die Heirat mit René d'Anjou sogar Königin von Neapel und Sizilien, wodurch Margaretes Erbe bis in den Mittelmeerraum ausstrahlte.

Margarete von der Pfalz verstarb im Jahr 1434 in Nancy. Ihr Grabmal in der dortigen Kollegiatskirche Saint-Georges zeugt von der hohen Wertschätzung, die sie sowohl in ihrer pfälzischen Heimat als auch in ihrer lothringischen Wahlheimat genoss. Sie bleibt als eine Frau in Erinnerung, die in einer gewaltvollen Ära durch Frömmigkeit und politisches Augenmaß überzeugte.