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Die Münchner Kaffeehäuser um 1840

Wolf - Ein Jahrhundert München (Seite 215)

Die hiesigen Kaffeehäuser lassen sich nach „zu ebener Erde" und „ersten Stock" unterscheiden oder auch in Weiber--, Männer--, Vormittags--, Nachmittags-- und Abend- Kaffees. Bürgerfrauen, meistens der geringern Gewerbe, Marktweiber, Händlerinnen, Köchinnen stellen sich in jenen ein und ruhen sich da ein Stündchen aus. Bekannt als weibliche Kaffeehäuser sind Leitmayer am Petersfreithofe, cidevant Lämmer an der Burggasse, Kastner am Viktualienmarkt, Walser und vorrnals Gießer, dann See-thaler zunächst A. L. Frauenkirche. Diese sind eigentliche Kaffeewirtschaften und werden des Abends geschlossen. In den Küchen wird der sogenannte LaseDie hiesigen Kaffeehäuser lassen sich nach „zu ebener Erde“ und „im ersten Stock“ unterscheiden oder auch in Weiber-, Männer-, Vormittags-, Nachmittags- und Abendkaffees.

Bürgerfrauen, meistens der geringeren Gewerbe, Marktweiber, Händlerinnen und Köchinnen stellen sich in jenen ein und ruhen sich da ein Stündchen aus.

Bekannt als weibliche Kaffeehäuser sind Leitmayer am Petersfreithofe, ehedem Lämmer an der Burggasse, Kastner am Viktualienmarkt, Walser und vormals Gießer, dann Seethaler zunächst an der Liebfrauenkirche. Diese sind eigentliche Kaffeewirtschaften und werden des Abends geschlossen. In den Küchen wird der sogenannte Haserlkaffee gereicht.

Die besuchtesten Männer-Kaffeehäuser sind Tillmetz, Kastner (im zweiten Stock), Scheidel, Krois, Fink, das Englische Kaffeehaus und Reubel im Englischen Garten. Bei Kastner liegen unter allen Kaffees die meisten Tageblätter und Journale; bei Scheidel findet man den Schachklub, bei Tillmetz die ausdauerndsten Kartenspieler.

La banque und der Würfel und alle Hazardspiele sind in Bayern verboten. In vertrauten Kreisen gehen sie dennoch ungestört fort.

Wer die Eleganz der französischen oder Wiener Lokale hier suchen wollte, irrt sich. Nur eines macht den Anspruch, in diesem Sinne fashionable zu sein: Tambosi unter den Arkaden am Eingange des Hofgartens.

Dies ist ein von Künstlerhand geschmücktes Kaffeehaus mit allen begehrten Vorzügen. Tambosi ist das Gesellschaftshaus der jungen Leute. Dort kannst du die ausgezeichnetsten Schauspieler und Musiker, die vorzüglichsten Maler, Literaten, Studenten, vornehme Offiziere, interessante Fremde, die besten Karten- und Billardspieler kennenlernen.

Es wird viel gespielt und kritisiert bei Tambosi. Der Ton ist frei und anständig. Aber auch flotte Burschen und schlechte Zahler fehlen nicht. Man kann gewiß sein, jeden Abenteurer, der nach München kommt, bei Tambosi zu sehen.rlkaffee gereicht. Die besuchtesten Männer-Kaffeehäuser sind Tillmeh, Kastner (im zweiten Stock), Scheidet, Krois, Fink, das Englische Kaffeehaus und Reubel im Englischen Garten. Bei Kastner liegen unter allen Kaffees die meisten Tageblätter und Journale; bei Scheide! findet man den Schachklub, bei Tillmetz die ausdauerndsten Kartenspieler. La banque und der Würfel und alle Lasardspiele sind in Bayern verboten. In vertrauten Kreisen gehen sie dennoch ungestört fort. Wer die Eleganz der französischen oder Wiener Lokale hier suchen wollte, irrt sich. Nur eines macht den Anspruch, in diesem Sinne fashionable zu sein: Tambosi unter den Arkaden am Eingänge des Lofgartens. Dies ist ein von Künstlerhaild geschmücktes Kaffeehaus mit allen begehrten Vorzügen. Tambosi ist das Gesellschaftshaus der jungen Leute. Dort kannst du die ausgezeichnetsten Schauspieler und Musiker, die vorzüglichsten Maler, Literaten, Studenten, vornehme Offiziere, interessante Frenrde, die besten Karten- und Billardspieler kennenlernen. Es wird viel gespielt und kritisiert bei Tambosi. Der Ton ist frei und anständig. Aber auch flotte Burschen und schlechte Zahler fehlen nicht. Man kann gewiß sein, jeden Abenteurer, der nach München kommt, bei Tambosi zu sehen..

Vor dem Buffet unter den Kastanienbäumen des Hofgartens, wo nicht geraucht werden darf, stehen grüne Tischchen für die schöne Welt, und sie sind vorzugsweise an Sonn- oder Festtagen sowie an Mittwochabenden bei der vom Mai an stattfindenden Militärmusik zahlreich besetzt.

Tambosi hat auch eine Schokoladefabrik; aber berühmter ist die von Mayrhofer und die Satini-Babellische. In einem bescheidenen Häuschen in der Mitte der Prannerstraße floriert diese bereits seit fast einem Jahrhundert (wohl ein seltenes Beispiel solchen Bestandes) ebenso bescheiden, und erst in der jüngsten Zeit hat der Inhaber Pietro Poglia ein Schild an den Laden geheftet mit der Firma und mit der Jahreszahl:

„Besteht seit 1765.“

(Münchner Hundert und Eins.)

Das Kaffeehaus von Tillmetz befand sich in der Rosengasse, jenes von Scheidel in der Kaufingerstraße, Krois in der Dienerstraße, Fink – bis zur Gegenwart als Café Baumann bestehend – am Frauenplatz, das Englische Kaffeehaus am Dult- (Maximilians-)Platz, an der Stelle des heutigen Bernheimer-Hauses.