Lilli Henoch
Lilli Henoch
Leichtathletik
Julius Hirsch
Julius Hirsch
Fußballspieler
Sarah Poewe
Sarah Poewe
Schwimmerin
Ralph Klein
Ralph Klein
Basketballspieler und -trainer
Alfred und Gustav Felix Flatow
Alfred und Gustav Felix Flatow
Turner
Gretel Bergmann
Gretel Bergmann
Leichtathletikerin
Emanuel Lasker
Emanuel Lasker
Schachspieler
Gottfried Fuchs
Gottfried Fuchs
Fußballspieler
Julius und Hermann Baruch
Julius und Hermann Baruch
Ringer und Gewichtheber
Walther Bensemann
Walther Bensemann
Fußballpionier
Martha Jacob
Martha Jacob
Leichtathletikerin
Erich Seelig
Erich Seelig
Boxer
Helene Mayer
Helene Mayer
Fechterin
Nelly Neppach
Nelly Neppach
Tennisspielerin
Rudi Ball
Rudi Ball
Eishockeyspieler
Sportliche Leistungen

Deutsche Meisterin

1922: Kugelstoßen
1923: Kugelstoßen, Diskuswurf
1924: 4 × 100-m-Staffel, Weitsprung, Kugelstoßen, Diskuswurf
1925: 4 × 100-m-Staffel
1926: 4 × 100-m-Staffel

Weltrekorde

Diskuswurf: 24,90 m (Berlin, 1. Oktober 1922)
Diskuswurf: 26,62 m (Berlin, 7. August 1923)
Kugelstoßen: 11,57 m (Leipzig, 16. August 1925)
4 × 100-m-Staffel: 50,4 s (Köln, 11. Juli 1926 mit der Staffel des Berliner SC)

Lebensweg
Mit dem 19. Osttransport wurde sie am 5. September 1942 gemeinsam mit ihrer Mutter nach Riga lebensweg. Der Zug erreichte das Ghetto jedoch nicht; die Insassen wurden kurz vor Riga in einem Waldgebiet erschossen.

Sportliche Leistungen

siebenmal Fußballnationalspieler 1911–1913
zweimal Deutscher Fußballmeister 1910 und 1914

Lebensweg
Als Jude wurde er im März 1943 von den Nationalsozialisten nach Auschwitz-Birkenau lebensweg und ermordet.

Sportliche Leistungen

Olympische Spiele

2004: Bronzemedaille mit der deutschen 4 × 100-m-Lagenstaffel in Athen
2000: 4. Platz über 100 m Brust in Sydney
2000: 6. Platz über 200 m Brust in Sydney

Weltmeisterschaften

2005: Bronzemedaille mit der 4 × 100-m-Lagenstaffel
2009: Bronzemedaille mit der 4 × 100-m-Lagenstaffel und Europarekord

Europameisterschaften

2012: Europameisterin über 100 m Brust und mit der 4 × 100-m-Lagenstaffel
2012: Bronzemedaille über 200 m Brust
2006: Silbermedaille mit der 4 × 100-m-Lagenstaffel

Weitere Erfolge

2000: Doppel-Weltmeisterin auf der Kurzbahn über 50 m und 100 m Brust
2002: Europameisterin auf der Kurzbahn über 100 m Brust
2003: Europameisterin auf der Kurzbahn über 50 m und 100 m Brust
2004: Europameisterin auf der Kurzbahn über 50 m und 100 m Brust
2011: 16. deutscher Meistertitel

Lebensweg
Sarah Poewe wurde 1983 in Kapstadt, Südafrika, geboren und wuchs dort auf.
Bereits mit 14 Jahren begann ihre internationale Schwimmkarriere. Bis 2001 startete sie für Südafrika, ab 2002 trat sie für Deutschland an. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gewann sie mit der deutschen 4×100-Meter-Lagenstaffel die Bronzemedaille.
2012 beendete sie ihre aktive Karriere. Anschließend engagierte sie sich im Schwimmsport und wurde 2018 Nachwuchstrainerin bei ihrem ehemaligen Verein in Wuppertal.
Poewe ist die erste Jüdin, die nach den Olympischen Spielen 1936 eine Olympiamedaille für Deutschland gewann.

Sportliche Leistungen

Als Spieler

1954, 1955, 1957–1959, 1962–1964: Israelischer Basketballmeister
1956, 1958, 1959, 1961, 1963–1964: Israelischer Basketballpokalsieger
1952: Teilnahme an den Olympischen Spielen in Helsinki
1954: Teilnahme an der Basketball-Weltmeisterschaft
1953, 1959, 1961, 1963: Teilnahme an den Europameisterschaften

Als Trainer

1970–1983: 14-mal Israelischer Basketballmeister mit Maccabi Tel Aviv
1970–1972, 1974, 1976–1983: 12-mal Israelischer Basketballpokalsieger mit Maccabi Tel Aviv
1977: Europapokalsieger der Landesmeister mit Maccabi Tel Aviv
1979: Silbermedaille bei der Europameisterschaft mit Israel
1981: 6. Platz bei der Europameisterschaft mit Israel
1983: 6. Platz bei der Europameisterschaft mit Israel
1984: 8. Platz bei den Olympischen Spielen mit der westdeutschen Nationalmannschaft

Lebensweg
Ralph Klein wurde 1931 in Berlin geboren. Als Kind jüdischer Herkunft floh er mit seiner Familie vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Palästina. Dort begann seine Basketballkarriere als Spieler und wechselte später ins Trainerfach. Mit Maccabi Tel Aviv feierte er zahlreiche nationale Erfolge und gewann 1977 den Europapokal der Landesmeister. Klein überlebte den Holocaust und gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zu den ersten Israelis, die in Deutschland eine Trainerposition übernahmen. Anschließend trainierte er unter anderem die israelische und die deutsche Nationalmannschaft. 1997 starb Klein in Tel Aviv.

Sportliche Leistungen

Alfred Flatow

Turnen
1896: Olympiasieger am Barren im Einzel
1896: Olympiasieger mit der Mannschaft am Barren und Reck
1896: Silbermedaille am Reck im Einzel
1898: Turnfestsieger

Gustav Felix Flatow

Turnen
1896: Olympiasieger mit der Mannschaft am Barren und Reck
1896: Teilnahme an weiteren Turnwettbewerben und Leichtathletik-Wettkämpfen
1900: Teilnahme an den Olympischen Spielen in Paris

Beide gehörten zu den ersten deutschen Olympiasiegern der Neuzeit und prägten die frühe Geschichte des deutschen Turnens.

Lebensweg

Alfred Flatow

Alfred Flatow wurde 1869 in Danzig geboren. Nach seiner erfolgreichen Sportkarriere engagierte er sich für den jüdischen Sport und war 1903 Mitbegründer der Jüdischen Turnerschaft. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er als Jude verfolgt und emigrierte 1938 in die Niederlande. Nach der deutschen Besetzung wurde er verhaftet und 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo er im Dezember desselben Jahres starb.

Gustav Felix Flatow

Gustav Felix Flatow wurde 1875 in Berent in Westpreußen geboren und war ein Cousin Alfred Flatows. Nach seiner Sportkarriere arbeitete er als Kaufmann und Unternehmer. 1933 emigrierte er wegen der nationalsozialistischen Verfolgung in die Niederlande. Nach der deutschen Besetzung lebte er zunächst im Versteck, wurde jedoch Ende 1943 mit seiner Familie verhaftet und 1944 nach Theresienstadt deportiert. Dort starb er im Januar 1945.


Sportliche Leistungen

Hochsprung

1934: Britische Meisterin
1936: Deutsche Meisterin und deutsche Rekordhalterin mit 1,60 m
1937: US-amerikanische Meisterin
1938: US-amerikanische Meisterin

Kugelstoßen

1937: US-amerikanische Meisterin

Weitere Auszeichnung

1980: Aufnahme in die International Jewish Sports Hall of Fame

Lebensweg
Gretel Bergmann wurde 1914 in Laupheim geboren und war eine erfolgreiche Hochspringerin. Wegen ihrer jüdischen Herkunft wurde sie 1933 aus ihrem Sportverein ausgeschlossen und emigrierte nach Großbritannien. 1936 kehrte sie nach Deutschland zurück, durfte jedoch trotz herausragender Leistungen nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen. 1937 emigrierte sie in die USA, wo sie weitere Meistertitel gewann. 2017 starb sie in New York.

Sportliche Leistungen

Schach

1894: Gewinn der Weltmeisterschaft durch den Sieg über Wilhelm Steinitz
1894–1921: Schachweltmeister
1896/97: Titelverteidigung gegen Wilhelm Steinitz
1907: Titelverteidigung gegen Frank Marshall
1908: Titelverteidigung gegen Siegbert Tarrasch
1910: Titelverteidigung gegen Carl Schlechter
1921: Verlust des Weltmeistertitels an José Raúl Capablanca

Lasker war mit 27 Jahren Amtszeit der am längsten amtierende Schachweltmeister der Geschichte.

Lebensweg
Emanuel Lasker wurde 1868 in Berlinchen geboren und studierte zunächst Mathematik. Schon früh widmete er sich dem Schach und wurde 1894 nach seinem Sieg über Wilhelm Steinitz Schachweltmeister. Den Titel hielt er 27 Jahre lang. Neben seiner Schachkarriere arbeitete Lasker als Mathematiker und Philosoph. 1937 emigrierte er mit seiner Frau in die USA, wo er 1941 in New York starb.

Sportliche Leistungen

Fußball

1910: Deutscher Meister mit dem Karlsruher FV
1911–1913: 6 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft
1912: 10 Tore im olympischen Fußballturnier in Stockholm

Mit 10 Treffern in einem Spiel gegen Russland erzielte Fuchs bei den Olympischen Spielen 1912 einen bis heute herausragenden Rekord für die deutsche Nationalmannschaft.

Lebensweg
Gottfried Fuchs wurde 1889 in Karlsruhe geboren. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde er als Jude zunehmend verfolgt. 1937 emigrierte er nach Frankreich und floh 1940 vor der deutschen Besetzung weiter nach Kanada. Dort lebte er unter dem Namen Godfrey Fochs. Er starb 1972 in Montreal.

Sportliche Leistungen

Ringen

Julius und Hermann Baruch gehörten zu den erfolgreichen deutschen Ringern ihrer Zeit. Beide errangen nationale Meistertitel und vertraten Deutschland bei internationalen Wettkämpfen.

Gewichtheben

Neben dem Ringen waren die Brüder auch im Gewichtheben erfolgreich. Sie zählten zu den bekanntesten jüdischen Kraftsportlern Deutschlands und feierten auch in dieser Disziplin nationale Erfolge.

Lebensweg
Julius und Hermann Baruch stammten aus einer jüdischen Familie und wuchsen in Bad Kreuznach auf. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurden die Brüder wegen ihrer jüdischen Herkunft zunehmend ausgegrenzt, verfolgt und entrechtet. Hermann wurde 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Julius wurde 1945 nach Buchenwald verschleppt und starb dort kurz vor der Befreiung des Konzentrationslagers.

Sportliche Leistungen

Fußball

1889: Mitbegründer des ersten deutschen Fußballvereins in Karlsruhe
1891: Mitbegründer des Karlsruher Fußballvereins
1894: Organisation des ersten internationalen Fußballspiels auf deutschem Boden
1895: Mitbegründer des Internationalen Fußballklubs in Karlsruhe

Bensemann gehörte zu den frühen Pionieren des deutschen Fußballs. Er war weniger als Spieler als vielmehr als Organisator, Vereinsgründer und Förderer maßgeblich an der Entwicklung des Fußballs in Deutschland beteiligt.

Lebensweg
Walther Bensemann wurde 1873 in Berlin in eine jüdische Bankiersfamilie geboren. Schon als Schüler kam er in der Schweiz mit dem Fußball in Kontakt und wurde zu einem wichtigen Förderer des Sports in Deutschland. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer arbeitete er als Journalist und gründete 1920 die Fußballzeitschrift „Kicker“. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme emigrierte er 1933 in die Schweiz. Dort starb er 1934 in Montreux.

Sportliche Leistungen

Leichtathletik

1929: Deutsche Meisterin im Speerwurf mit 38,24 m
1933: Englische Rekordhalterin im Diskus- und Speerwurf
1933: Europäische Meisterin der Makkabi-Vereine im Speerwurf und Diskuswurf
1935: Drei Silbermedaillen bei der Makkabiah in Tel Aviv
1937: Südafrikanische Meisterin im Speerwurf

Martha Jacob war eine vielseitige Leichtathletin und wurde 1931 als erste ausländische Trainerin der britischen Frauen-Leichtathletiknationalmannschaft engagiert. 

Lebensweg
Martha Jacob wurde 1911 in Berlin geboren und wuchs nach dem frühen Tod ihrer Eltern bei Verwandten auf. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde sie als Jüdin aus dem Sport ausgeschlossen und verließ Deutschland. Über London und weitere Stationen emigrierte sie 1936 nach Südafrika. Dort gründete sie eine Familie und lebte bis zu ihrem Tod 1976 in Kapstadt.

Sportliche Leistungen

Boxen

1929: Berlin-Brandenburgischer Meister im Mittelgewicht
1931: Deutscher Meister im Mittelgewicht
1933: Deutscher Meister im Halbschwergewicht
1935: Sieg über den ehemaligen Weltmeister Mickey Walker
1938: Platz 6 der Weltrangliste des Magazins „The Ring“

Nach seiner Flucht setzte Seelig seine Boxkarriere in den USA erfolgreich fort. Insgesamt bestritt er 57 Kämpfe, von denen er 40 gewann, darunter 9 durch K.-o.

Lebensweg
Erich Seelig wurde 1909 in Bromberg geboren und lebte in Berlin, wo er mit seinem Bruder ein Boxstudio betrieb. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde er wegen seiner jüdischen Herkunft bedroht und aus dem deutschen Boxsport ausgeschlossen. 1933 floh er mit seinem Bruder zunächst nach Paris und später über Kuba in die USA. Dort setzte er sein Leben fort und starb 1984.

Sportliche Leistungen

Fechten

1925–1930: Sechsmal Deutsche Meisterin im Florett
1928: Olympiasiegerin im Florett bei den Olympischen Spielen in Amsterdam
1929 und 1931: Europameisterin im Florett
1936: Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Berlin
1937: Weltmeisterin im Florett
1934–1946: Achtmal US-amerikanische Meisterin im Florett

Helene Mayer gewann insgesamt zwei olympische Medaillen und gehörte über viele Jahre zur internationalen Spitze des Frauenfechtens.

Lebensweg
Helene Mayer wurde 1910 in Offenbach am Main als Tochter eines jüdischen Arztes und einer evangelischen Mutter geboren. Nach 1933 wurde ihr wegen ihrer jüdischen Herkunft das Stipendium entzogen und sie aus ihrem Fechtverein gedrängt. Sie lebte anschließend in den USA und nahm 1936 noch einmal für Deutschland an den Olympischen Spielen teil. 1937 siedelte sie dauerhaft in die USA über und erhielt 1940 die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1952 kehrte sie nach Deutschland zurück und starb 1953 in Heidelberg. 

Sportliche Leistungen

Tennis

1924: Deutsche Hallenmeisterin im Dameneinzel
1925: Deutsche Meisterin im Dameneinzel
1925: Gewinn von acht von neun möglichen deutschen Meistertiteln
1926: Teilnahme an internationalen Turnieren an der französischen Riviera
1927: Teilnahme an den Französischen Meisterschaften, Achtelfinale
1932: Rang 9 der deutschen Tennisrangliste

Nelly Neppach gehörte in den 1920er Jahren zur Spitze des deutschen Frauentennis und galt als eine der ersten deutschen Sportlerinnen mit internationalem Ruf. 

Lebensweg
Nelly Neppach wurde 1891 als Nelly Bamberger in Frankfurt am Main in eine jüdische Familie geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg heiratete sie Robert Neppach und zog 1919 nach Berlin. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde sie als Jüdin aus ihrem Tennisverein ausgeschlossen. Am 7. Mai 1933 nahm sie sich in Berlin das Leben.

Sportliche Leistungen

Eishockey

1930–1938: Mitglied der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft
1932: Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen in Lake Placid
1936: Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen
1930–1938: Mehrfacher deutscher Meister mit dem SC Riessersee

Rudi Ball gehörte zu den erfolgreichsten deutschen Eishockeyspielern der 1930er Jahre. Er spielte als Stürmer und war für seine technische Stärke und Torgefahr bekannt.

Lebensweg
Rudi Ball wurde 1911 in Berlin geboren und stammte väterlicherseits aus einer jüdischen Familie. Während der NS-Zeit konnte er seine Sportkarriere zunächst fortsetzen. 1936 nahm er an den Olympischen Winterspielen in Garmisch-Partenkirchen teil. 1948 zog er zu seinen Eltern nach Johannesburg und lebte dort bis zu seinem Tod 1975.

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