Geschichte 15 - 159

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  • München * Es gibt keine Verordnung in Bezug auf die Hygiene der „Prostituierten“.  
    Das hindert jedoch niemanden am Besuch eines „Bordells“.  

    Zwar gibt es schon Verbote, den „Freiern“ kranke Frauen zuzuführen, doch ansonsten begreift man zu dieser Zeit eine Krankheit als „Strafe für ein ausschweifendes und wollüstiges Leben“


  • Graggenau * Der „franziskanische Gottesacker“ wird kurz nach dem Jahr 1500 mit einer sechs bis sieben Meter hohen Mauer umgeben.


  • München * München hat 13.500 Einwohner. 

    Es gibt 14 berufsmäßig betriebene „Badstuben“.


  • Gent * Carl V., der spätere Kaiser aus dem Hause Habsburg, wird in Gent geboren. 


  • Augsburg * Auf dem „Reichstag“ in Augsburg wird eine große „Reichspolizeyordnung“ beschlossen. 

    Sie beinhaltet auch Fragen der „Kleiderordnung“


  • München * Herzog Albrecht IV. nimmt in einer Verordnung Stellung zum „Bäcker-Brauer-Streit“ um die „Hefezubereitung“.

    Der Landesherr spricht sich darin gegen die Herstellung der „Gerben“ durch die Bäcker aus.

    Sollte man den Bäckern den Handel mit Malz gestatten, würde dem herzoglichen Brauwesen - und damit natürlich über die daraus fließenden Abgaben auch an den Herzog - „nit wenig Abbruch zugefügt“.

    Der Herzog festigt mit seinem Spruch das Monopol der Brauer.
    Um aber den Klagen der Bäcker gerecht zu werden, müssen die Brauer auf ihre Kosten einen eigenen Keller einrichten, in denen sie ihre Hefe künftig unter der Aufsicht von „Beschauern“ lagern sollen.


  • München - Landshut * Die Regenten der beiden Teilherzogtümer Baiern-München, Herzog Albrecht IV., und Baiern-Landshut, Herzog Georg, nehmen eine große „Reichspolizeiordnung“, die am 10. September 1500 auf dem „Augsburger Reichstag“ erlassen worden war, zum Anlass, für ihren jeweiligen Bereich entsprechende „Kleiderordnungen“ zu erlassen. 

    Inhaltlich beruhen sie auf einer „Pfälzer Ordnung“ aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, die entsprechend modifiziert und den ober- und niederbaierischen Verhältnissen angepasst werden. 

    Im Gegensatz zu Landshut ist das Landgebot „Ueberfluß und Unmaas der Bekleidung und anders hiernachfolgendes berührend“ die erste „Kleiderordnung“ für München.


  • München * In 39 Münchner bürgerlichen Brauereien wird Bier hergestellt.

    Erstmals stimmt die Zahl der Brauer mit der Zahl der Brauhäuser überein.
    Die 39 Brauhausbesitzer stellen für 13.500 Einwohner Bier her.

    Zum Vergleich: Im Jahr 1372 brauten 21 Brauer für 11.500 Münchner.
    Kamen also 1372 noch 536 Münchner auf einen Brauer, so waren es 1502 nur mehr 346.
    Das kann sich nur dann rentiert haben, wenn sich der Bierumsatz des einzelnen Münchners um mindestens das Eineinhalbfache gesteigert hat.

    War das der Beginn für den unvergleichlichen Aufstieg des Bieres und der Anfang vom Niedergang des Weinkonsums in München?


  • Vatican * Ein Brief beschreibt die Situation im Vatikan derart:  

    „Die Häufigkeit des außerehelichen Beischlafs, des Inzests, der Vergewaltigungen von Knaben und Mädchen, die Zahl der Huren, die im Palast des heiligen Petrus herumlungern, und der Herden von Kupplern, die dort umherlaufen, übersteigt in ihrer Schamlosigkeit jene der Bordelle und der Freudenhäuser“.  

    An der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit sind also „Konkubinat“ und „Hurerei“ beim römischen Priestertum sehr weit verbreitet. 


  • München * Eine Nachricht aus dieser Zeit besagt, dass man den Münchner „Bordellwirt“ doch noch ermordet hat.  

    Die Suche nach dem Täter weitet man sogar bis nach Landshut und Burghausen aus. 


  • Alcalá de Henares * Ferdinand I., der spätere Kaiser und Bruder von Carl V., kommt in Alcalá de Henares bei Madrid zur Welt. 


  • Landshut * Herzog Georg der Reiche von Baiern-Landshut stirbt. 

    In der Folge kommt es zum "Landshuter Erbfolgekrieg" gegen Baiern-München. 


  • München - Landshut * Der "Landshuter Erbfolgekrieg" beginnt.


  • Köln * Der „Kölner Schiedsspruch“ des römisch-deutschen Königs Maximilian I. beendet den „Landshuter Erbfolgekrieg“.  

    • Die wittelsbachischen Teilherzogtümer München-Oberbaiern und Landshut-Niederbaiern werden wieder vereinigt.  
    • Das Landshuter Erbe wird geteilt zwischen dem Pfalzgrafen, den bairischen Herzögen und König Maximilian I..  
    • Das „Fürstentum Pfalz-Neuburg“ wird gebildet. 

  • München * Ein erstmals genannter „Tändlermarkt“ wird wegen der Pest abgesagt.


  • München * Herzog Albrecht IV. legt mit dem „​Primogeniturgesetz" die Unteilbarkeit Baierns fest. 

    Künftig soll nur mehr der erstgeborene Sohn im Baiernland herrschen.
    Für die nachgeborenen Söhne müssen sich die herzoglichen Familienväter anderswo Einnahmen und Finanzquellen eröffnen.


  • München * Es ist wieder ein Pestjahr. 

    Der Schulmeister der städtischen Poeten- oder hohen Schule wird entlassen, weil wegen der Pest die Schüler nicht mehr zur Schule kommen.


  • München * Wegen der herrschenden Pest muss die Stadt zunächst für drei Wochen zusätzliche Totenträger einstellen. 


  • München - Landshut * Wegen der in München grassierenden Pestepidemie residiert Herzog Albrecht IV. in Landshut. 


  • München * Vermutlich wegen der Pest werden in diesem Jahr keine Steuern erhoben. 


  • Angerviertel * Erzürnten Gesellen gelingt erneut die Erstürmung des „Frauenhauses“, wofür sie zur Strafe in der „Schergenstube“ eingesperrt werden. 


  • Kreuzviertel * Ein Handwerkerehepaar kauft das „Sternhaus“, worauf es nicht mehr in den „Steuerbüchern“ auftaucht. 


  • Trient * Maximilian I. wird im Dom zu Trient zum Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“ gekrönt. 


  • Graggenau * In der „Schergenstube“ sitzen erneut mindestens zehn Personen wegen eines Angriffs auf das „Frauenhaus“ ein. 


  • München * Herzog Albrecht IV. stirbt.

    Sein minderjähriger Sohn Wilhelm IV. wird Herzog von Baiern unter der Vormundschaft seines Onkels Wolfgang. 


  • Reichenhall - München * Die Reichenhaller Salzsiedestellen gehen in den Besitz Herzog Wilhelm IV. über.

    Damit verfügt er über das einträgliche Monopol für die Salzgewinnung. 

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