Geschichte 130 - 1390

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  • Mitteleuropa * Die Zeit des mitteleuropäischen Klimaoptimums für den Weinanbau geht langsam zu Ende.


  • München * Der Wein ist das dominierende „Volksgetränk“ in Baiern.

    • Auf dem Münchner Weinmarkt finden sich neben dem einheimischen „Baierwein“ die „Südtiroler Weine“, die man als „Welschweine“ oder auch „Etschweine“ bezeichnet.
    • Das nächstgrößere Einfuhrkontingent der „Fremdweine“ bilden die „Neckarweine“ aus Württemberg. Das liegt daran, weil hier als „Rückfracht“ Salz aus den Münchner „Salzstadeln“ in die Weinfässer gestoßen werden kann.
    • Für die „österreichischen Weine“ gilt die Bezeichnung „Osterwein“. Wegen fehlender „Rückfracht“ ist der Transport sehr kostspielig.
    • Aus Griechenland und Süditalien kommen die „Südweine“.

  • München * Für den besten „Welschwein“ wird ein Preis von 4 Pfennig je Mass festgelegt.


  • Wien * König Albrecht I. von Habsburg, der Onkel der baierischen Herzöge, verhilft Ludwig „den Baiern“ zur Mitregierung in den oberbaierischen-pfälzischen Gebieten.


  • München - Haidhausen * Der Ausbau der Stadt München macht den Erwerb von Lehmgründen in Haidhausen notwendig.

    Wichtige Bauwerke entstehen: von der Stadtmauer bis zu Kirchen-, Verwaltungs- und Repräsentationsgebäuden.
    Sie werden mit Haidhauser Ziegel gebaut und gedeckt.


  • Ruad * Einen weiteren großen Prestigeverlust bereiteten ihnen die „Mamelucken“ beim Überfall auf die mit einhundertzwanzig „Tempel-Rittern“, vierhundert „dienenden Brüdern“ und fünfhundert „Bogenschützen“ besetzte Inselfestung Ruad.

    Die gefangenen „Templer“ werden in „Schimpf und Schande nach Ägypten geführt“.


  • München-Kreuzviertel - München-Hackenviertel * Das „Neuhauser Tor“ wird erstmals in einer Urkunde genannt. 


  • Aragon * Der König von Aragon gibt seine „Kronjuwelen“ der „Templerburg Monzon“ zur sicheren Aufbewahrung.

    Der König, seine Familie, seine Beamten, Kaufleute und verschiedene Seigneurs zählen - neben den „Würdenträgern der Tempelherren“ - zum Kundenstamm der „Templer-Banken“.

    Der sich immer in Geldnöten befindende französische König will sich das riesige Vermögen des „Tempelordens“ sichern, obwohl es gerade der „Tempelorden“ war, der immer wieder den französischen Staat vor dem Staatsbankrott gerettet hat.


  • Paris * Die Missgunst steigert sich immer mehr, nachdem der „Templer-Orden“ ganz offiziell den „Kampf gegen die Heiden“ aufgibt, der „Großmeister“ sich ins damals schon als flott bekannte Paris zurückzieht und viele „Tempelherren“ in ihrer Heimat, vor allem in Frankreich, wichtige Positionen bekleiden - allerdings ohne der französischen Krone Rechenschaft schuldig zu sein.

    Die reichen und arroganten „Templer“, dieser „Staat im Staat“, stört den französischen König Philipp IV., den man „den Schönen“ nennt.

    Er ist ein durchaus tüchtiger Herrscher, der etwas von der Macht versteht und deshalb weis, dass es „Macht ohne Geld“ nicht gibt.

    Doch gegen die gut ausgebildeten und disziplinierten „Templer“ hat selbst der französische König militärisch nichts entgegenzusetzen.
    Außerdem untersteht der „Orden“ direkt dem Papst, gegen dessen Willen er nichts unternehmen kann.


  • München - Fürstenfeldbruck * Herzogin Mechthild von Baiern, die dritte Ehefrau von Herzog Ludwig II. „dem Strengen“, stirbt.

    Ihre Grabstätte befindet sich  in der Kirche des „Zisterzienserklosters Fürstenfeld“.


  • Freising - Mittenwald * Im „Freisinger Urbar“ wird Mittenwald als „forum“ mit einem Richter erwähnt. 


  • Paris * Besorgniserregende Gerüchte über die „Templer“ tauchen auf.

    Es geht dabei um „Ketzerei, Götzenkult und Sodomie“.
    Sie werden von Esquieu de Floyran in Umlauf gebracht.


  • Avignon * Frankreichs König Philipp IV. gelingt es, seinen Wunschkandidaten Bertrand de Got, den „Erzbischof von Bordeaux“, durch ein französisch dominiertes „Kardinalskollegium“, auf den Papstthron zu setzen.

    Der neue „Pontifex maximus“ Clemens V. lässt sich nicht nur außerhalb Roms krönen, sondern residiert dauerhaft in Avignon. 
    Das bedeutete eine Abkehr vom päpstlichen Universalismus.

    Denn während der Papst in Rom und dem Kirchenstaat einigermaßen autonom ist, besitzt er um Avignon herum nur wenig Ländereien, die zudem vollständig vom französischen Staatsgebiet umschlossen sind.
    Das Papsttum gerät damit in Abhängigkeit zur französischen Krone.

    Der Papst verliert seine überparteiliche Autorität.


  • ??? * Wilhelm von Ockham wird zum „Subdiakon“ in gewählt.

    Er gehört damals bereits dem „Franziskanerorden“ an.


  • München-Angerviertel * Die „Klarissinnen-Nonnen“ vom „Kloster Sankt Jakob am Anger“ erhalten das „Brau- und Schankrecht“.


  • Paris * Die Denunziationen gegen die „Tempelherren“ werden zur Anklage aufgebauscht.

    Von Seiten des französischen Königs Philipp IV. wird ein Verfahren wird eröffnet.


  • Paris * Der „Templer-Ritterordensmeister“ Jakob von Molay beruft ein „Ordenskapitel“ nach Paris ein.

    Dort diskutiert man über die verbreiteten Gerüchte.


  • Avignon * Papst Clemens V. will die „Johanniter“ und die „Templer“ vereinen.

    Der Versuch scheitert jedoch.


  • Avaginon * Papst Clemens V. ordnet von sich aus eine Untersuchung gegen die „Templer“ an.

    Aus Angst, dass sich dadurch die Untersuchung verzögern oder im schlimmsten Fall sogar mit einem Freispruch enden könnte, nimmt die königliche Polizei die Sache selbst in die Hand und schafft damit vollendete Tatsachen.


  • Paris * Zur Überraschung von Papst Clemens V. werden im Morgengrauen - gleichzeitig in ganz Frankreich - die „Templer“ verhaftet, ihre Güter beschlagnahmt und die „Ordenshäuser“ unter königliche Aufsicht gestellt.

    Der Überraschungscoup gelingt und es gibt keinen militärischen Widerstand der „Tempelritter“.
    Trotzdem kann der „Großmeister der Tempelherren“, Jacques de Molay, noch kurz vor der Massenverhaftung Bücher und Dokumente des „Ordens“ verbrennen.

    Die Zahl der Verhaftungen lässt sich nur schwer abschätzen.
    In Paris gibt es 138 Festnahmen.
    Lediglich zwölf bis zwanzig „Ordensritter“ können vor der „Razzia“ fliehen, darunter nur ein hoher Würdenträger.

    Der Brief von König Philipp IV., datiert vom 14. September [„Tag der Kreuzerhebung“], hat den folgenden Inhalt:
    „Eine bittere, beklagenswerte, entsetzlich sich vorzustellende Sache [...].
    Ein verabscheuungswürdiges Verbrechen, eine scheußliche Missetat [...].
    Eine ganz und gar unmenschliche, ja jeder Menschlichkeit fremde Sache ist uns dank mehrerer glaubwürdiger Menschen zu Ohren gekommen“
    .

    Und weiter heißt es:

    • „Die Brüder des Ordens der Miliz vom Tempel, die die Wolfsnatur unter dem Schafspelz verbargen und unter dem Habit des Ordens in erbärmlicher Weise die Religion unseres Glaubens beleidigten, werden beschuldigt, Christus zu verleugnen, auf das Kreuz zu spucken, sich bei der Aufnahme in den Orden obszönen Gesten hinzugeben“, und
    • „sie verpflichten sich durch Gelübde und ohne Furcht, das menschliche Gesetz zu beleidigen, sich einander hinzugeben, ohne Widerrede, sobald es von ihnen verlangt wird“.

    Zur Aufdeckung der Wahrheit werden „ausnahmslos alle Mitglieder des selbigen Ordens unseres Königreichs festgenommen, gefangengehalten und dem Urteil der Kirche vorbehalten“.

    Alle ihre Güter, „bewegliche und unbewegliche“, werden „beschlagnahmt, von uns eingezogen und getreu verwahrt werden“.


  • Paris * Ein „Manifest“ wird veröffentlicht, das die „Verbrechen der Templer“ beinhaltet:

    • „Häresie“ [Abkehr vom wahren Glauben],
    • „Blasphemie“ [Gotteslästerung],
    • „obszöne Riten“,
    • „Homosexualität“ und die
    • „Anbetung eines Götzen namens Baphomet“.

    Nach bis heute durchaus geläufigen Methoden konstruiert König Philipp IV. ein Anklagegebäude, dessen Vorwürfe er durch unter der „Folter“ erpresste Geständnisse erhärtet.

    Im Templerprozess lässt Philipp IV. durch den französischen „Generalinquisitor“ Anklage auf „Häresie“ und „Blasphemie“ gegen den Orden erheben, wobei in der Regel die Geständnisse der zahlreich angeklagten Ordensmitglieder unter der Folter erpresst werden.


  • Paris * Frankreichs König Philipp IV. informiert die europäischen Herrscher über die „Operation Templer“ und fordert sie umgehend zum Handeln im Sinne seiner Politik der vollendeten Tatsachen auf.

    Zur Untermauerung enthält das königliche Schreiben die gegen die „Tempelherren“ erhobenen Vorwürfe:

    • „Die Brüder des Ordens der Miliz vom Tempel, die die Wolfsnatur unter dem Schafspelz verbargen und unter dem Habit des Ordens in erbärmlicher Weise die Religion unseres Glaubens beleidigen,
    • werden beschuldigt, Christus zu verleugnen, auf das Kreuz zu spucken,
    • sich bei der Aufnahme in den Orden obszönen Gesten hinzugeben“.

    Und weiter schreibt der König:

    • „Sie verpflichten sich durch ihr Gelübde und ohne Furcht, das menschliche Gesetz zu beleidigen,
    • sich einander hinzugeben, ohne Widerrede, sobald es von ihnen verlangt wird“.

  • Paris * Die Verhöre der verhafteten „Templer“ beginnen.


  • Paris * Der „Großmeister des Templerordens“, Jakob von Molay, bestätigt die Erklärungen des „Präzeptors der Normandie“, Gottfried von Charneys, und des „Generalvisitors der Templer“, Hugo von Pairauds.

    Darin hatten sie und rund 230 „Tempelherren“ - unter der Folter - zugegeben,

    • dass sie „Jesus Christus leugnen und ihn für einen falschen Propheten halten, der für seine Verfehlungen und nicht für die Erlösung der Menschen gestorben ist“,
    • dass sie „bei ihren Zeremonien auf das Kreuz spucken, es mit Füßen treten und drauf urinieren“,
    • dass sie „nicht an sie Sakramente glauben und die Priester des Ordens bei der Messe die Weiheformel vergessen“,
    • dass die „Meister und Würdenträger, obgleich Laien, den Brüdern die Absolution für ihre Sünden erteilen“,
    • dass sie „obszöne Praktiken und Homosexualität leben“,
    • dass die „Brüder durch jede nur mögliche Praxis zur Bereicherung des Ordens beitragen müssen“,
    • dass sie „sich des Nachts im Geheimen versammeln“ und
    • dass „jede Enthüllung im Kapitel bestraft wird, bis hin zur Todesstrafe“

  • Avignon * Papst Clemens V., der ja eigentlich die direkte „Gerichtsgewalt“ über die „Templer“ hat, zeigt sich lediglich gekränkt und schreibt: „Euer überstürztes Vorgehen ist eine Beleidigung gegen Uns und die römische Kirche“.

    Gleichzeitig protestiert er gegen den „Gebrauch der Folter“.


  • London - Paris * König Eduard II. von England antwortet dem Regenten der Franzosen, König Philipp IV., er glaube kein Wort von den gegen die „Templer“ erhobenen Vorwürfe.


  • Paris * Der „Großmeister der Templer“, Jacques de Molay, und die anderen „Templer-Würdenträger“ widerrufen ihr Geständnis vor zwei vom Papst entsandten Bischöfen und begründeten dieses mit ihrer Angst vor der Folter.


  • München * Herzog Ludwig „der Baier“ heiratet Herzogin Beatrix von Schlesien-Schweidnitz, „die Tochter des edlen Polenherzogs Balko I.“


  • Oxford * Wilhelm von Ockham beginnt sein Studium der Theologie an der „Universität Oxford“.


  • Avignon - Paris * Der Papst, der inzwischen von der Unschuld der „Tempelherren“ überzeugt ist, suspendiert die Vollmachten der „Inquisitoren“.

    Die inhaftierten „Templer“ bleiben allerdings in den Gefängnissen des Königs.
    Auch wenn die Vernichtung des „Templer-Ordens“ vorerst fehlgeschlagen ist, so lässt König Philipp IV. dennoch nicht locker.


  • Paris - Avignon * Frankreichs König Philipp IV. überhäuft den Papst mit Drohungen, lässt ihn der „Häresie“ bezichtigen und schickt ihm gleichzeitig ausgewählte „Tempelherren“, die ihre früheren Geständnisse wiederholen.


  • Poitiers * Papst Clemens V. wird bei der Zusammenkunft in Poitiers endgültig der Wille zum Widerstand genommen.

    Mit den führenden „Templern“, Jacques de Molay und Hugues de Pairaud, die in Chinon inhaftiert sind, trifft der „Pontifex maximus“ nie zusammen, weshalb sie ihm auch nie ihre Sicht der Dinge erklären können.

    Deshalb beginnt der Papst allmählich selbst an der Unschuld der „Tempelherren“ zu zweifeln und hebt die „Suspension der Inquisitoren“ wieder auf.


  • Landshut * Herzog Ludwig „der Baier“ wird - gegen den erklärten Willen der Mutter - Vormund der unmündigen Kinder seines verstorbenen Vetters Stephan I. und regiert dessen Teilherzogtum in Niederbaiern.


  • Rom - Avignon * Die Päpste regieren nicht mehr in Rom, sondern in Avignon, wohin Papst Clemens V. seine Residenz verlegt. 


  • Paris * Die „päpstliche Kommission“ nimmt in Paris ihre Arbeit auf und verhört insgesamt 546 „Templer“, die aus dem ganzen „Königreich Frankreich“ kommen.

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