Bayerns Herrscher

Giesler Paul

Name Giesler Paul
Regierungsereich
Titel Ministerpräsident

Paul Giesler (*15. Juni 1895 in Siegen; †8. Mai 1945 in Berchtesgaden) war ein deutscher Politiker der NSDAP und gehörte zu den radikalsten Nationalsozialisten in der Endphase des „Dritten Reiches“. Von 1942 bis 1945 amtierte er als bayerischer Ministerpräsident sowie Gauleiter von München-Oberbayern und führte in dieser Funktion das NS-Regime besonders brutal und fanatisch.

Im Ersten Weltkrieg war Giesler Soldat; später schloss er sich frühzeitig der NS-Bewegung an und wurde ein enger Vertrauter Hitlers. Während seiner Amtszeit setzte er bedingungslos die Politik des NS-Regimes durch, trieb die Verfolgung politischer Gegner und Juden massiv voran und beteiligte sich an der radikalen Umsetzung des Holocausts. Besonders bekannt wurde Giesler durch seine fanatischen Aufrufe zur Verteidigung Münchens bis zur völligen Zerstörung, als alliierte Truppen näherrückten.

Gieslers Herrschaft zeichnete sich durch extreme Brutalität aus: Kurz vor Kriegsende befahl er noch zahlreiche Hinrichtungen von Widerstandskämpfern. Kurz nach der deutschen Kapitulation beging Giesler am 8. Mai 1945 in Berchtesgaden Selbstmord, um seiner Verhaftung durch die Alliierten zu entgehen.

Historisch betrachtet symbolisiert Paul Giesler die rücksichtslose Radikalisierung des NS-Systems in dessen Endphase und zählt zu den Hauptverantwortlichen für zahlreiche nationalsozialistische Verbrechen in Bayern.