Geschichte - Freitag den 25.2.1802

München Zeitensprünge
Freitag den 25.2.1802

Auflösung des ältesten „Mönchskonvents“ der Stadt

München-Graggenau * „Aufhebungskommissar“ Graf Philipp von Arco ist mit der Auflösung des ältesten „Mönchskonvents“ der Stadt beauftragt worden.
Ein genaues Inventar des „Franziskaner-Klosters“ ergibt ein recht bescheidenes Kapitalvermögen. Umfangreich war hingegen der Bestand an Kunstwerken zur Ausstattung der Kirchen mit nicht weniger als fünfundzwanzig Altären.

Die Aufnahme des Personalbestandes ergibt, dass im „Hauptkloster Sankt Anton“ dreißig Patres, drei Kleriker und vierzehn Laienbrüder leben, im „Hospiz am Anger“ sind vier Patres und ein Laienbruder, im „Hospiz Josephsburg“ drei Patres und ein Laienbruder untergebracht.

Einen „Laienbruder“ schickt man als „Ausländer“ in seine Heimat Berchtesgaden zurück. Vier weitere „Ausländer“ lässt man aus triftigen Gründen vorübergehend im Kloster.
Für einen nicht transportfähigen alten und kranken „Pater“ setzt sich Graf Arco nachdrücklich ein: „Ihn seinem Schicksal überlassen, hieße der ganzen Klosteraufhebung den Stempel der Grausamkeit aufdrücken und würde eine üble Wirkung bei dem Volke zurücklassen“.
Fünf „Laienbrüder“ werden in „Abteien“ verwiesen, die übrigen „Franziskaner“ sollen möglichst bald nach Ingolstadt gebracht werden.

Die „Ordensmänner“ wissen zwar, dass ihr Kloster aufgehoben wird, darüber hinaus sind ihnen aber weder der genaue Zeitpunkt noch die besonderen Umstände mitgeteilt worden.

© Rudolf Hartbrunner