Gräber in München
 

Münchner Friedhofsportal

Josef Schmid

geboren 29.01.1821 (Amberg)
gestorben 31.01.1912 (München)
Beruf Unterhaltungskünstler, Marionettenspieler, Puppenspieler
Friedhof Alter Südlicher Friedhof
Straßenbenennung Papa-Schmid-Straße *1950 [1. Altstadt-Lehel - Angerviertel]
Lage 33-03-15
Wikipedia Josef_Leonhard_Schmid
Deutsche Biographie sfz107591.html
Die Grabstätte ist als Städtisches Ehrengrab eingetragen
Josef Schmid wurde 91 Jahre alt.
Nach Josef Schmid wurde die Straße Papa-Schmid-Straße benannt.

Josef Leonhard Schmid (* 29. Januar 1822 in Amberg; † 31. Dezember 1912 in München) war ein deutscher Puppenspieler und Theaterleiter.

Erst durch die Vermittlung des Hofbeamten Franz von Pocci (1807–76) erhielt Schmid am 15. November 1858 die Spielerlaubnis für ein nicht auf Kinder beschränktes, sondern jedermann zugängliches Münchner Marionettentheater, das am 5. Dezember 1858 mit dem von Pocci verfassten Stück „Prinz Rosenrot und Prinzessin Lilienweiß oder Die bezauberte Lilie“ eröffnet wurde. Nach Poccis Tod verfügte Schmid als alleiniger Rechteinhaber über 53 für das „Münchner Marionetten-Theater“ geschriebene Kasperlkomödien, Ritterstücke, Märchenspiele, Prologe und Intermezzi. Stückvorlagen von weiteren Autoren bereicherten den Spielplan, der sich auch trivialen Stoffen nicht verschloß. Schmid wusste seinen Hausautor gewiss zu schätzen, blieb letztendlich aber als „Papa Schmid“ in einem naiven, durch Religion und kleinbürgerliche Sittsamkeit geprägten Kunstverständnis befangen.

Schmid brachte das gesamte historische Spektrum von Darstellungsformen des traditionellen Puppenspiels wie Handpuppen- und Schattentheater, Varieté- und Verwandlungsfiguren, Theatrum mundi und mechanisches Theater sowie Projektionskünste zur Anwendung; sein Theater war so erfolgreich, dass die ursprüngliche Spielstätte in der Prannergasse bald zugunsten eines größeren Lokals aufgegeben wurde. Schmid, der beinahe bis zuletzt selbst den Kasperl sprach, konnte zahlreiche Münchner Künstler, unter ihnen Simon Quaglio und den Hoftheatermaler Johann Mettenleiter, zur Mitwirkung gewinnen; die Orientierung an der miniaturisierten Nachahmung historisch-realistischer Ausstattungen mutete indes bereits zum Zeitpunkt seines Todes künstlerisch museal an.

Mit der Aufführung der Kasperlkomödien Poccis, die der „Lustigen Figur“ einen ironisch-phantastischen und bei aller zeitgebundenen Perspektive universal-humanen Charakter verliehen, erfüllte das „Münchner Marionetten-Theater“ jedoch eine Katalysatorfunktion: Die nachfolgende Generation von Puppenspielern, die Schmids Spielauffassung ästhetisch überwand, konnte auf einer soliden literarischen Überlieferung aufbauen, die inzwischen zum klassischen Repertoire zählt. Die Stadt München errichtete 1900 dem Theater ein festes Haus des Architekten Theodor Fischer, das bis heute bespielt wird.

Dieser Text basiert auf dem Artikel Josef_Leonhard_Schmid aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Papa Schmid

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Schmid  Josef
Josef Schmid
Bildrechte: © Gerhard Willhalm, Papa Schmid, CC BY-NC 4.0
Schmid  Josef
Josef Schmid
Bildrechte: © Gerhard Willhalm, Grab - Papa Schmid, CC BY-NC 4.0