Allerheiligenkirche am Kreuz
| Name | Allerheiligenkirche am Kreuz |
|---|---|
| Stadtbezirk | 1. Altstadt-Lehel |
| Stadtbezirksteil | Hackenviertel |
| Adresse | Kreuzstraße 10 |
| Baujahr | 1485 |
| Baustil | spätgotisch |
| Konfession | katholisch |
| Kategorie | 1 |
| Suchbegriffe | Allerheiligenkirche am Kreuz |
Beschreibung
Kath. Allerheiligenkirche am Kreuz, dreijochiger spätgotischer Saalbau mit hohem Chorturm in schlichtem Sichtziegelmauerwerk, um 1485, Chorturm, nach 1493, An- und Umbau, 17. und 18. Jh., Wiederaufbau in reduzierten Formen, 1947-49; mit Ausstattung.
Geschichte
Allerheiligenkirche am Kreuz Die Bezeichnung >Am Kreuz< verweist nicht auf ein Kreuzpatrozinium, sondern ist eine alte Lagebezeichnung: >Am oberen Kreuz< wurde das Gebiet beim Zusammentreffen von vier Straßen genannt, der Josephspital-, Damenstift-, Brunn-und Schmalzgasse (Letztere heute Kreuzstraße). Ursprünglich Kapelle für den 1478 angelegten Friedhof der Peterspfarrei (1782-89 an die Stephanskirche verlegt, -> Thalkirchner Straße 17), 1480-85 von Jörg von Halsbach (oder Dombauschule?) erbaut, Dachstuhl wohl vom Meister Heinrich von Straubing aufgesetzt; Umbauten 1620, 1722,1772, zwischen 1796 und 1814 öfter profaniert; 1847 erstmals im Innern renoviert, dann 1936 umfassend instand gesetzt. 1944/45 schwer beschädigt, 1948 wieder aufgebaut und 1950-52 restauriert; Renovierung des Hochaltars 1962, des Innenraums 1965. Bis 1979 ukrainische Kirche, seitdem Messen nur sonntags von verschiedenen Konfessionen.
Äußeres: Gesüdeter unverputzter Ziegelbau mit Strebepfeilern, Apsis beim Wiederaufbau leider verputzt; Turmhelm ursprünglich mit Zeltdach, jetzt mit vier gekappten Giebeln. Als Friedhofskirche zwei seitlich gegenüberliegende Eingänge, bei Auflassendes Friedhofs vermauert und 1814 durch Portal in der Nordseite (mit älteren Teilen) ersetzt.
Inneres: Langhaus einschiffig, dreijochig, mit gotischem Netzgratgewölbe, Fenster seit 1620 gerundet; Altarraum ursprünglich imTurmuntergeschoss, 1620 Einzug eines barocken Tonnengewölbes mit Stichkappen und Felderteilung sowie Anfügung des heutigen halbrund geschlossenen Chors 1725; Empore 1722/26. Hochal-tar: 1814 mit älterem Bild >Maria erscheint Augustinus< von Rottenhammer, 1614 (aus ehemaliger Augustinerkirche); Tabernakel ca. 1740/43 aus der Straub-Schule, 1820 von Karmelitenkirche übernommen. Seitenaltäre: links Reliquiar in Rokokoschrein (flankiert von Hll. Isidor und Notburga), darüber Hl. Sebastian; rechts Madonna mit Kind (Kopie des Gnadenbi Ids von Genazzano bei Rom, aus Augustinerkirche; weitere Kopie in Kirche Maria vom guten Rat des Konvents der Augustiner-Eremiten, Hörwarthstra-ße 1); darüber Mater dolorosa, vorzüglicher Louis-seize-Rahmen mit vergoldetem Schnitzwerk. Plastiken: Holzkruzifix um 1520(Leinberger-Schule) überWesttüre, Pie-tä von 1626 links unter Empore. Rest gotischer Freskierung >Christus in der Mandorla< über vermauertem Ostportal. Ehemaliges Chorabschlussgitter heute unter Empore, 1750. Fp/tap/?*für Bankier Philipp Goetz (1627) von Krumper, >Auferweckungdes La-zarus<, rechts im Triumphbogen.
Bedeutung: Kleiner Bau des Meisters (?) der Münchener Frauenkirche, im Innern die Spuren seiner Hand durch Barockisierung teilweise verschwunden. Krumpers Epitaph ein hervorragendes Beispiel für Münchener Bronzeguss, in der Haltung noch Renaissance.
Quellen
- Kreuzkirche „Allerheiligen“
Zauner - München in Kunst und Geschichte 1914 - Kreuzkirche
Reber - Bautechnischer Führer durch München 1876 - Die Kreuzkirche
Nagler - Acht Tage in München 1863