Beschreibung
<p>Optischer Abschluss der -> Prinzregentenstraße am östlichen Isar-Hochufer, zusammen mit ><strong>Prinzregententerrasse</strong><; diese von Hildebrand vorbereitet, von Möhl entworfen, 1891 von W. Zimmermann (bei Gestaltung der Maximilians-Anlagen 1890/91, -> S. 169) vollendet.</p>
<p><strong>Beschreibung: </strong>Leicht über Straßenniveau gegenüber den rechtsseitigen Brückenköpfen erhobener Vorplatz mit Brunnenbecken und Mittelfontäne, von vier wasserspeienden Delphinreitern umgeben. Diese (von insgesamt sechs) ursprünglich für den >Fortuna-Brunnen< im südlichen Bassin vor Schloß Herrenchiemsee bestimmt (Entwurf: Rümann), im 2. Weltkrieg schwer beschädigt und durch Senoner 1990 ff. für Herrenchiemsee restauriert; im Brunnenbecken der Prinzregententerrasse vier Bronzeabgüsse 1993 aufgestellt. An Ostseite des Vorplatzes von Pilastern, Säulen und drei Rundbogennischen gegliederte Futtermauer unterhalb des Friedensengels; in der Mittelnische 1959 Aufstellung einer Statue König Ludwigs II. (Entwurf: Behn) geplant, nicht ausgeführt.-Seitlich zwei gegenläufige Freitreppen zum Plateau über Terrasse und Standplatz für <strong>Friedensengel</strong>. Ab 1893 Konkretisierung von Plänen für ein »Friedensdenkmal«)!) anlässlich des 25. Jahrestags des Friedensschlusses mit Frankreich am 10.5.1871. Zuerst am späteren Weißenburger Platz vorgesehen: ein Brunnen »nicht in Form eines Schlachtenmonuments..., sondern eines Denkmals... [für die bayerische Armee], das zugleich den Dank für die Segnungen des Friedens zum Ausdruck bringt«. Durch Prinzregent-Luitpold-Stiftung jetziger Standort und ein 1895 ausgeschriebener Wettbewerb (»nur in München lebender Künstler«) durchgesetzt: Verlangt, aber nicht zwingend vorgeschrieben, ein Säulenmonument mit Friedensgenius, am Sockel Reliefs mit siegreichen Kriegsszenen (wohl zurückgehend auf Skizze eines >Säu-lendenkmals< vonTh. Fischer 1894). Entscheidung im April 1896, die Arbeiten im Rathausausgestellt: Kein 1. Preis; 2. Preis an Bernauer, Wadere, Romeis; drei 3. Preise an E. Beyrer, Drexler, B. Schmitt; weitere Teil nehmer: Gasteiger, Grässel, Hahn, C. Hoch-eder,Maison, Taschner. Auftrag jedoch (mit Auf lagen) an Düll, Pezold, Heilmaier (Bauaufsicht: Bühlmann). Grundsteinlegung 1.5.1896, Einweihung} 6.7.1899. - Blitzschaden 1934, den Bombenkrieg unbeschadet überstanden; wegen drohender Einsturzgefahr 1981 unsachgemäße Demontage des Engels, was erhebliche Restaurierung erforderte: Erneuerung von Flügel und Standbein (das Original im Stadtmuseum); 1993 mit steileren Flügeln und nach Gesamtsanierung wieder aufgestellt.</p>
<p><strong>Beschreibung: </strong>Von der Balustrade zurückgesetzt hoher quadratischer Sockel für die über zwei seitliche Treppen zugängliche >Halle<; je Seite zwei Koren (vier davon ursprünglich mit vergoldeten Lorbeerzweigen in den Händen) zwischen reich ornamentierten Eckpfeilern. An den Stirnseiten der westlichen Pfeilere drei Reliefmedaillons mit Portraits der Kaiser Wilhelm L, Friedrich l. und Wilhelm II. sowie der Herrscher aus dem Haus Wittelsbach Ludwig II., Otto und des Prinzregenten Luitpold; ferner an den Außenseiten der Pfeiler Bildnisse von Bismarck und der Feldmarschälle Moltke und Roon, ferner der bayerischen Befehlshaber v. d. Tann, Hartmann und Pranckh; an den Seiten der beiden östlichen Pfeiler Reliefmedaillons mit den zwölf Taten des Herkules. Eckbetonung des Dachs durch Trophäen (vgl. Hofgartentor). - Im Innern der >Korenhalle< der kubische Unterbau der Säule mit allegorischen Rundbildmosaiken (entworfen von DülI/Pezold): Friede (an West- bzw. Stadtseite), Krieg und Sieg (im Norden und Süden) sowie Segnungen der Kultur (an Ostseite). Die kannelierte Säule, aus flachem Zeltdach 23 m hoch aufragend, mit korinthischem Kapitell und halbkugeligem Standsockel für die wie zum Flug ansetzende <strong>Engelsfigur</strong>* (Bronzeguss von F. v. Miller, vergoldet): in ihren Umrissen lebhaft bewegt, steil nach oben entfaltete Flügel, das Gewand körperbetonend; in der linken Hand das >Palladion< als Schutzgöttin der Stadt (und nicht, wie fälschlich interpretiert, als Allegorie der Wehrhaftigkeit), die vorgestreckte rechte hält der Stadt den Ölzweig des Friedens entgegen. Vorbild für den Münchener Engel eine 1823 in Pompeji gefundene Bronze-Nike des 1. Jh. v. Chr. (Museo Nazionale/Neapel), die bereits zwischen 1837 und 1839 von Chr. D. Rauch für die sog. >Zweite Charlottenburger Viktoria< als Vorbild diente und als vergrößerter Abguss zur Bekrönung der >Friedenssäule<(!) auf dem ehemaligen Belle-Allianee-Platz (entworfen von Cantian, errichtet 1840-43) verwendet wurde. Vielfach strapazierte Hinweise auf die Berliner >Siegessäule< (entworfen von Strack und Drake, errichtet 1869-73), um die kriegerische Absicht des Münchener Friedensdenkmal glaubhaft zu machen, ignorieren die unterschiedlichen Motive an beiden Säulen: in Berlin unmittelbare Bezugnahme auf tatsächlich geführte siegreiche Kriege (1864 gegen Dänemark, 1866 gegen Österreich, 1870/71 gegen Frankreich); dagegen in München Reduzierung kriegerischer Motive auf allegorisch-symbolhafte Aussagen, bei denen der Gedanke des Friedens im Vordergrund steht: nicht von Ungefähr erfolgte Grundsteinlegung am 25. Jahrestag des »Friedens von Frankfurt (10.5.1871). Dessen ungeachtetwirdeinseitigvon »deutscher Kriegslüsternheit« geschrieben, ohne die Revanchepropaganda auf französischer Seite zur Rückgewinnung von Elsass und Lothringen zu erwähnen.</p>
<p>Bedeutung: Von dominierender städtebaulicher Lage, bei Vermeidung derTheatralik des Historismus eines der besten Denkmäler jener Epoche. Steht Terrasse noch in der Tradition florentinischer und römischer Gartenarchitekturen, so erfolgt im Friedensdenkmal selbst der Rückgriff auf griechisch-klassische Motive, ohne sklavische Kopie zufreierer malerischer Wirkung gesteigert. Abkehr vom reinen Historismus in den Mosaiken am deutlichsten spürbar: Aufnahme sezessionistischerTendenzen. (Münchener Denkmal wohl vorbildhaft für das >Milleniumsdenkmal< in Budapest von Schickedanz undZala, begonnen ebenfalls 1896, vollendet ca. 1926.)</p>
Wikipedia: Friedensdenkmal_(München)
Das Friedensdenkmal wurde von der Stadt München dem damaligen bayerischen Herrscherhaus gestiftet. Es wurde von den Künstlern Heinrich Düll, Georg Pezold und Max Heilmaier gestaltet. Es steht im Münchner Stadtteil Bogenhausen und ist ein Denkmal, das an das 25-jährige Jubiläum des Friedensschlusses nach Ende des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 bis 1871 erinnert. Das Denkmal steht auf der Prinzregent-Luitpold-Terrasse und ist Teil einer dekorativen Anlage im Stil des Historismus. Die gesamte Anlage befindet sich inmitten der Maximiliansanlagen und ist point de vue am östlichen Ende der eine Sichtachse bildenden Prinzregentenstraße. Aus westlicher Richtung fährt man über die Luitpoldbrücke auf die Anlage zu. Dort teilt sich die Prinzregentenstraße, die erst am Europaplatz wieder zusammenfließt. Den Auftakt der Anlage bildet die steinerne Luitpoldbrücke, die 1900 von Theodor Fischer anstelle der eingestürzten stählernen Prinzregentenbrücke errichtet wurde. Daran schließt sich in östlicher Richtung die Prinzregent-Luitpold-Terrasse mit Springbrunnen, Stützmauer und einer Treppenanlage an. Auf der Terrasse erhebt sich das Friedensdenkmal, dessen Bestandteile sich an antiken Vorbildern orientieren. Der Tempel ist an die ionische Korenhalle des Erechtheion auf der Athener Akropolis angelehnt und die goldene Figur an der Spitze ist einer in Pompeji gefundenen Statue der griechischen Siegesgöttin Nike nachempfunden. Diese Figur wird allgemein Friedensengel genannt und ist als goldener Friedensgenius der krönende Abschluss des Friedensdenkmals. Abgeschlossen wird die Anlage mit einem Grünstreifen, der am Europaplatz endet.
Dieser Text basiert auf dem Artikel Friedensdenkmal_(München)
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