| Name | Flughafen München |
| Kategorie | Keine Kategorie |
| Baustil | Keine Kategorie |
| Suchbegriffe | Flughafen München |

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Beschreibung
<p><strong>FLUGHAFEN MÜNCHEN FRANZ JOSEF STRAUSS</strong></p>
<p>Benannt nach dem 1988 verstorbenen bayerischen Ministerpräsidenten Strauß; errichtet ab 1980 bzw. (nach fünfjährigem Baustopp) ab 1985; Eröffnung: 1 7. Mai 1992. Lage: 28,5 km nordöstlich des Stadtzentrums München; Höhe über Normalnull 448 m; Flächenausdehnung: 1500 ha.</p>
<p><strong>Geschichte der Münchener Flugplätze:<br />
</strong>Erstes Fluggelände in Bayern 1909 im Moor von Puchheim bei Fürstenfeldbruck sowie Errichtung einer privaten >Academie für Aviatik< 1910; in Puchheim auch erste Flugveranstaltungen durch Flugpionier Otto Erich Lindpaitner. Als geeignetes Gelände näher bei München bot sich der Exerzierplatz Oberwiesenfeld an, auf dem 1909 erstmals ein Luftschiff landete; zunehmende Anzahl der Flugbewegungen behinderten Militär (Fesselballone), was 1913 zum Abzug der Zivilflieger führte. Im Jahr zuvor Aufstellung der »Königlich bayerischen Fliegertruppe! und ihre Stationierung in Schleißheim bis 1919 (-> Schleißheim, Flugwerft). - Nach 1. Weltkrieg wiederum Flugveranstaltungen (u.a. mit Ernst Udet und Ritter von G reim) auf dem Oberwiesenfeld und Errichtung des Geländes für zivile Luftfahrt: erster regelmäßiger Flugverkehr nach Frankfurt (1920), ab 1921 nach Nürnberg, Leipzig, Berlin, Augsburg (durch >Rumpler-Luftverkehr<), ab 1924 nach Zürich, Genf, Wien, Budapest, ab 1925 nach Innsbruck, Salzburg, Bad Reichenhall, Stuttgart, Regensburg. München noch vor Gründung der >Deutschen Luft Hansa< (1925/26) an dritter Stelle im Fahrgastaufkommen (nach Berlin und Hamburg). Damals noch Wartung der Flugzeuge in der Schleißheimer Flugwerft.</p>
<p><strong>Flughafen 1. Ordnung München-Oberwiesenfeld:</strong> Zunehmender Flugverkehr sowie wirtschaftliche Überlegungen führten 1927, nach flugtechnischem und architektonischem Konzept von Mossner, zum Planungsauftrag für Flughafen und Bauten im nördlichen Teil des Oberwiesenfelds (zwischen Landshuter Allee, Moosacher- und Lerche-nauer Straße und Nymphenburg-Biedersteiner Kanal); Baubeginn: 1928, Einweihung: 1.5.1931. Damit besaß München den zweitgrößten Flughafen im Deutschen Reich und die modernste Flughalle. 1939 vom neuen Flughafen in Riem abgelöst, die noch erhaltenen Bauten (trotz Denkmalwürdigkeit als bedeutende Zeugnisse der >Bauhaus<-Ar-chitektur) erst 1968(!) bei Anlage des Olympiageländes ( > Olympia-Park) gesprengt. Flughafen München-Riem: Planung ab 1936 nach Richtlinien des Reichsluftfahrtministeriums durch Sagebiel; gleiches Schema wie bei dessen gleichzeitigen Flughäfen Berlin-Tempelhof und Stuttgart-Echterdingen: ovales Flugfeld (mit sog. >Startköpfen<) und bogenförmige Bebauung durch einheitliche Zusammenfassung aller Flughafengebäude. Der 1938 begonnene Flughafen am 25.10.1939 unvollendet dem Betrieb übergeben, jedoch stellt Lufthansa zivilen Flugdienst ein. Bei Kriegsende ca. 70% der Anlage zerbombt. Nach Behebung der Kriegsschäden Anlage einer 1900 m langen Start-undLandebahn (1949) und Wiederaufnahme zivilen Luftverkehrs (erster deutscherVer-kehrsflughafen nach dem Krieg). 1955 wird München-Riem von acht ausländischen Linien angeflogen, ab April 1955 Aufnahme des (vorerst) innerdeutschen Liniendienstes durch Lufthansa. In folgenden Jahren Anpassung der Anlagen und Einrichtungen (z. B. Verlängerungen der Startbahnen: 1958 auf 2600 m, 1969 auf 2800 m; Flugzeughalle der Lufthansa, von Zuleger, 1964/65) unter Berücksichtigung des ständig wachsenden Verkehrsaufkommens (1961: 1 Mio. Fluggäste, 1977: 5 Mio., 1988: 10 Mio.). Nach Frankfurt zweitgrößter Flughafen der Bundesrepublik, bei weiter steigender Tendenz nicht mehr ausbaufähig; deshalb Anlage eines neuen Airport, der 1992 alten Flughafen ablöst. (Auf dessen Gelände Errichtung der (Neuen) Messe München, > S. 288f., und Anlage der Wohnstadt Neu-Riem unter Einbeziehung der denkmalgeschützten >Wappenhalle< im ehemaligen Empfangsgebäude; alle anderen Bauten abgerissen.)</p>
<p><strong>Flughafen München ll</strong><: Bereits 1963 Gründung der Kommission >Standort Großflug-hafen<. Nach Prüfung von 20 möglichen Standorten Entscheidung für Erding-Nord/Freising (1969). In folgenden Jahren Erstellung des Flughafengesamtplans (>Masterplani) und Prüfung durch internationale Expertenkommission (1971); weitere Bearbeitung durch die Architekturbüros Wilke (Hannover) und Cordes (München) sowie Erstellung des Funktions- und Raumkonzepts durch Gerkan, Marg & Partner (Hamburg). Zwischen 1975 und 1980 Wettbewerbe (mit 105 Teilnehmern). Nach Überwindung zahlreicher verfahrenstechnischer Hürden Baugenehmigung 1979; deren gerichtliche Anfechtung durch Anrainer, Naturschützer etc. führte 1981 zur Einstellung der 1980 begonnenen Arbeiten, die nach Verzicht auf 3. Startbahn erst 1985 wieder aufgenommen werden konnten. Inbetriebnahme des Flughafens München II am 17.5.1992.</p>
<p><strong>Beschreibung: </strong>Die parallel verlaufenden, gegenseitig um 1500 m versetzten Sfarf- und Landebahnen >Nord< und >Süd<(e4 km lang) durch Terminal und zwei gegenüberliegende Betriebsbereiche (>Nord< und >Süd<) voneinander getrennt, durch >Zentralallee< und S-Bahn von Westen her erschlossen. Zentrum der Anlage das Vorfeld mit dem in vier Modulen unterteilten 7erm/na/(1010 m lang, 20 Fluggastbrücken); östlich anschließend der To-wer(78 m hoch) und >Zentralbereich< mit beidseitig symmetrisch angeordneten Park-häusern (mit Tiefgaragen); Planung Busse & Partner. Östlich davon Einzelgebäude für Büros, Kongresszentrum und das Kempinski Airport Hotel München (von Jahn/Chica-go). Die Zunahme des Flugverkehrs (seit 1992 Steigerung auf rd. 25 Mio. Fluggäste und Zunahme des Frachtverkehrs sowie Dienst von 103 Fluggesellschaften, Stand Ende 2001) führte zu weiterem Ausbau: Errichtung des Terminals 2 (mit zusätzlichem Tower, 44 m) nach Plänen von K+P Architekten und Stadtplaner GmbH Koch Drohn Schneider Voigt (Baubeg. 2000, Eröffn. 29.6.2003), ferner Umgestaltung des Empfangsbereichs; das bisherige Zentralgebäude 1997/98 vergrößert und Neubau des München Airport Center (MAC) als multifunktionales Dienstleistungszentrum nach Plänen von Jahn: zwischen zwei L-förmigen, sechsgeschossigen Gebäuden ein ca. 90 m breites >Forum<, in 41 m Höhe überdacht von stählernen Flachbögen mit rautenartig gestalteten Glas- und Membranfeldern; erste Skizzen von Jahn bereits 1989, Baubeginn 1996, Einweihung 1999. - Nördlich der >Zentralallee< Bauten des Betriebsgeländes Nord(Pa-nung: Schmidt-Schicketanz & Partner) sowie Subzentrum (Planung: Auer+Weber); hier auch Besucherpark mit Aussichtshügel am Vorfeld; unterhalb des Besucherhügels als >technisches Denkmal« eine Lockheed Super Constellation (Mitte der 1950er Jahre), eine DC-3 (1941) und eine JU 52 (1945) aufgestellt. (Von hier aus Flughafen-Rundfahrten: S-Bahn-Haltepunkt >Besucherpark<.) Südlich der >Zentralallee< Flight Operation Center Deutsche Lufthansa (Planung: Kochta & Lechner); westlich davon vier Hangars zur Wartung von Großflugzeugen (Planung: Büschl), östlich davon Frachtterminal (Planung: Zobel, Weber, Weißenfeld) - beide Anlagen mit direktem Zugang zur Start-/Landebahn Süd; am Vorfeld des Terminals die Luftpostleitstelle (Planung: Kießling). -Außerhalb des eigentlichen Flughafengeländes am Rand der Startbahn Nord bzw. Startbahn Süd je ein weiterer Aussichtshügel.</p>
<p><strong>Bedeutung:</strong> Derzeit modernster Flughafen Europas, nach Frankfurt/Main der zweitgrößte in Deutschland (vor Düsseldorf und Berlin), in seiner Gesamtkonzeption vorbildlich für neuzeitliche Großflughäfen. (Als erster deutscher Flughafen 2002 mitTitel »Airport oftheYear« ausgezeichnet.) Als >Luftkreuz des Südens< ursprünglich für jährl ich 14 Mio. Fluggäste ausgelegt, Kapazität des Frachtterminals 240 000 t/Jahr, der Luftpostbeförderung 20 000 t/Jahr; seitdem erhebliche Zuwachsraten und steigende Bedeutung als Drehscheibe für Interkontinentalverkehr machten Ausbau durch Terminal 2 notwendig. Bemerkenswert die volle Funktions-fähigkeit des Planungskonzepts seit Inbetriebnahme. Nachteilig dagegen die mangelhafte Anbindung an öffentliche Massenverkehrsmittel, Fehlen eines direkten Anschlusses an das Fernbahnnetz der Deutschen Bahn, dadurch Überlastung der Zufahrtsstraßen (was durch LKW-Verkehr noch verstärkt wird). Das Projekt, die Stadt (das ist vom Hauptbahnhof) mildem Airport durch eine Transrapidstrecke (ca. 12 Minuten Fahrzeit gegenüber rd. 40 Minuten mit der S-Bahn) zu verbinden, ist positiv entschieden; Inbetriebnahme gegen 2012 vorgesehen. Das architektonische Erscheinungsbild der multifunktionalen Gebäude Musterbeispiel einer disziplinierten Gerne!nschatts-leistung von Architekten, Ingenieuren, Technikern und Designern: vrcltläufige additive Konzeption einer »funktionalen Moderne< (deren >Flughafendesign< von Aicher und Stauß als Einheitlichkeit in Vielfalt entwickelt wurde) ermöglichte weitgehende Integration der riesigen technischen Anlage in die Offenheit der Erdinger Landschaft. Die nicht unerheblichen Eingriffe in die natürliche Umwelt durch Schaffung von ökologischen Ausgleichsflächen um den Flughafen (Grüngürtel, Pflanzung von Bäumen und Sträuchern, Schaffung von Feuchtbiotopen; Planung Grimek) und Anlage von Grünflächen innerhalb des Geländes (mehr als 1100 von insgesamt 1500 ha) gemildert.</p>
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