Name Kath. Pfarrkirche Hl. Kreuz
Stadtbezirk 19. Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln
Stadtbezirksteil Forstenried
Straße Forstenrieder Allee 178
Baustil spätgotisch
Sakral katholisch
Kategorie Religiöse Bauwerke
Kirche
Baustil Gotik
spätgotisch
Unterkategorie Kirche  
Suchbegriffe Kath. Pfarrkirche Hl. Kreuz 
Kein Bild vorhanden
Noch kein Bild vorhanden

Bemerkung

Kath. Pfarrkirche Hl. Kreuz, spätgotischer Bau des 15. Jh., 1672 umgestaltet, Turm, eingezogener Chor; mit Ausstattung; Friedhof mit Grabsteinen, um die Kirche. Im Ortskern von Forstenried.

Beschreibung

<p><strong>Heiligkreuz </strong>Pfarr- und Wallfahrtskirche im ehemaligen Gutshof Forstenried des Klosters Polling, errichtet an der Stelle einer wohl um 1000 entstandenen Bartholomäus-Ka-pelle (deren Patroziniumauf Zeit um 1000 verweist); seit 1194 (Krimmer: 1177) Pfarrrechte. Ab 1229 im Besitz des als wundertätigen Gnadenbilds viel verehrten Kruzifix (s. u.) aus der zerstörten BurgAndechs. Heutige Kirche in der ersten Hälfte des 15. Jh. (um 1450 ?) errichtet, etwa seit dieser Zeit neues Patrozinium &gt;Heiligkreuz&lt; (mit Kirchweihfest &gt;Kreuzauffindung&lt; am 3.5.). An Ostseite des Turms durch gotischen Dachstuhl verdeckt und geschützt, romanische Quadrierung und gotische Ornamentmalerei erhalten; 1626 durch achteckigen Aufbau und Zwiebelhaube (1749 erneuert) erhöht. Erneuerung der Altäre etwa 2. Jahrzehnt des 17. Jh., guter Rahmenstuck über Chorraum und West-Empore (abhängig von G. Schmuzer in Polling, um 1621/28); Barockisierung unter Leitung von K. (G.) Zuccalli 1672, bei neuerlicher Modernisierung 1749 durch Rokokoformen und -motive (Engelsköpfe, Bänder, Vasen) von Strasser aus Polling (hauptsächlich im Chorraum) ergänzt; aus derselben Zeit Einbau der drei Oratorien und der farbig gefasste Rocaillenstuck am Chorbogen. Restaurierung 1854 (innen), 1866 (außen), 1929 (Innenreinigung), 1947-50,1965/66 und 1985-88.</p> <p><strong>Beschreibung: </strong>Spätgotischer, nahezu quadratischer einschiffiger Gemeinderaum unter Stichkappentonne zu drei Jochen, eingezogener dreijochiger Chorraum mit 3/8-Schluss; hohe Satteldächer über Schiff und Chor, an seiner Südseite Sakristei (2. Hälfte 17. Jh.) unter abgeschlepptem Pultdach. Außenwände durch abgestufte Strebepfeiler gegliedert; ihnen entsprechen im Innern kräftige Wandvorlagen.</p> <p><strong>Ausstattung: </strong>Hochaltar in der Form von 1749 rekonstruiert, vollständig 1988; über hohem, reichem Tabernakel* (als Rundtempel in Schwarz gebeiztem Holz mit reichen Silberauflagen einer der bemerkenswertesten Tabernakel Altbaierns um 1700), gerahmt von zwei Säulenpaaren eine Rundbogennische mit dem wertvollsten Besitz der Kirche, dem <strong>Kruzifix</strong>*: wohl ein Werk um 1200 des Benediktiners Alban von Seeon; originale byzantinisierende Fassung der Holzplastik 1947 freigelegt. (Im Kloster Seeon um Entstehungszeit des Kruzifix stand Buchmalerei mit stark byzantinischen Anklängen in hoher Blüte.) Frühester nachweisbarer Gekreuzigter, bei dem die Füße von einem Nagel durchbohrt sind: sog. &gt;Dreinagelkruzifix&lt;. - Beiderseits des Gnadenbilds Skulpturen (um 1672) der Hl. Helena und des Hl. Bartholomäus (Vorgängerpatrozinium); im Auszug Plastik Gottvater und Heiliggeisttaube, flankiert von zwei Engeln, wohl Weilheimer Schnitzereien 1611 (Gertrud Thoma). - Beide Seitenaltäre streng aufgebaut: über geradem, sockelartigem Block rundbogiges Mittelbild, von zwei Rundsäulen gerahmt; darüber verkröpftes Gebälk und gesprengter Giebel (besetzt mit Engeln), dazwischen Auszugsbild in Ädikula././n/cer/U-farfwohl 2. Jahrzehnt 17. Jh.) mit Gemälde &gt;Beweinung Christi&lt;, vermutlich auf Kager zurückgehend (1749 übermalt), vorher Gemälde &gt;Schmerzensmutter&lt; nach Key (Mitte 16. Jh., in Alter Pinakothek), jetzt im Pfarrheim; im Auszug Schweißtuch der Veronika, vor Altarblock Hl. Florian in frühem Rokokorahmen (um 1730). Rechter Altar (aufgestellt 1617) mit Gemälde &gt;HimmelfahrtMariä&lt;, vermutlich nach Kager durch Werkstatt ausgeführt früher mit Candid in Verbindung gebracht); imAuszugHl. Dreifaltigkeit, vor Altarblock in Rokokorahmen &gt;Maria vom guten Rat&lt; (Kopie 1770er Jahre des Gnadenbilds von Genazzano). -An den Wandpfeilern im Chor und Langhaus auf Konsolen (mit Allianzwappen der Stifterehepaare) Christus und Maria sowie die zwölf Apostel: fast lebensgroße Holzfiguren, ihre zeitliche/stilistische Zuordnung durch Polierweißfassung (18. Jh.) erschwert - ausgenommen die farbig gefassten Skulpturen von Christus und Maria &raquo;mit einiger Sicherheit um 1620&laquo;; die Apostel in der Tradition der Weilheimer&nbsp;und Münchener Bildschnitzerei des ersten Drittels des 17. Jh. stehend (nicht wie bisher angenommen, 1672), vielleicht angeregt durch Gerhards Terrakotta-Engel in St. Michael (-&gt; Neuhauser Straße 6), jedoch in Holzschnitztechnik umgesetzt (Thoma). - Im Langhaus ferner Kanzel 1749, 14 Kreuzwegstationen (von W. Albert, um 1775), in westlicher Muschelnische &gt;Schmerzensmaria&lt; (1708) sowie an der Tür zum Turm Engel, der unehrerbietige Kirchenbesucher aufschreibt. - Auf dem Friedhof Grab des Oberförsters Max Thoma, Vater des Schriftsteller LudwigThoma.</p> <p><strong>Bedeutung:</strong> Bau und Erscheinungsbild in der Tradition spätgotischer Dorfkirchen, die Barockisierung folgt den üblichen Formen. Religions- und kunstgeschichtlich von kaum zu überschätzender Bedeutung der Kruzifixus: &raquo;Es gehört zu den bezeichnenden und großen Taten romanischer Kunst, dass aus dem toten, dem leidenden Christus im Verlauf des zwölften Jahrhundertsein herrschender, triumphierender, ein lebender Gekreuzigter wird&laquo; (Herbert Schindler).</p>

Weitere Bilder
Gerhard Willhalm - Forstenrieder Kreuz

Forstenrieder Kreuz

Gerhard Willhalm - Hl. Kreuz - Forstenried

Hl. Kreuz - Forstenried