Name Kapuzinerkloster St. Anton
Architekt Zwerger Wolfgang  Berger Matthias  
Straße Kapuzinerstraße 36
Jahr Baubeginn 1846
Jahr Fertigstellung 1856
Kategorie Religiöse Bauwerke
Kloster
Baustil Keine Kategorie
Unterkategorie Kloster  
Suchbegriffe Kapuzinerkloster St. Anton Kloster 
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Bemerkung

Kapuzinerkloster St. Anton, schlichter Vierflügelbau von 1846 bis 1856, mit spätklassizistischem Portalvorbau. Schmerzhafte Kapelle, barocker Rundbau, 1702-03 von Wolfgang Zwerger, mit Laternenkuppel und schlicht romanisierendem Langhaus des mittleren 19. Jh. von Matthias Berger; an der Ostseite des Klosters; mit Ausstattung; um die Kapelle nördlich und östlich Mauer an der Straße (Klosterfriedhof).

Beschreibung

<p> <strong>St. Anton und St. Laurentius</strong> Pfarr- und Kapuzinerklosterkirche. Der 1528 für Armen-und Krankenpflege in Italien gegründete Kapuzinerorden durch Herzog Maximilian 1600 &nbsp;nach München berufen. Bau von Kloster mit Kirche außerhalb der Stadtbefestigung am heutigen Lenbachplatz gegenüber Herzog-Max-Burg: Grundsteinlegung 1601 &nbsp;durch Wilhelm V, Weihe der Kirche &gt;St. Franciscus Seraphicus&lt; 1602, des Klosters 1605 (Baumeister Huetter unter Leitung von P. Paul von Trient); beim Bau der Festungsanlagen 1623 ff. in eine Bastion einbezogen; im Zug der Entfestigung (1791 ff.)&nbsp;und Säkularisation Kirche samt Kloster abgerissen (1802) und Orden aufgelöst. Neugründung des Ordens unter Ludwig l. (1826) und Bau eines Klosters (1846/47) südlich des Südfriedhofs bei der »Schmerzhaften Kapelle&lt; (-* Kapuzinerstraße 38). Durch Bevölkerungswachstum (2. Hälfte 19. Jh.) größere Kirche notwendig: Neubau durch Schurr nach Vorprojekt von Marchert(nach anderen Angaben durch Baufirma Dietrich &amp;Voigt); Grundsteinlegung 11.6.1893, Weihe 10.3.1895; zur Pfarrkirche erhoben 1936. Bei Restaurierung 1938 noch vorsichtige Versachlichung, nach Beheben der Kriegsschäden weitere Restaurierung 1946, 1951; 1966/67 erfolgte verständnislos purifizierende Neugestaltung des Inneren durch Steinbrecher; Außenrenovierung 1983/84.</p> <p> <strong>Beschreibung: </strong>Gesüdeter Backsteinbau mit Muschelkalkgliederung; Straßenfront mit dreijochiger Vorhalle und übergiebeltem Mitteljoch, beidseitig flankiert von zweistöckigen &gt;Risaliten&lt;; hohe Nordfassade mit drei Blendbogen, im mittleren Bogen Rosettenfenster, in den beiden seitlichen Nischen Skulpturen der Ordenspatrone Franziskus und Fidelis von Sigmaringen (von A. Heß um 1895). Hohes &gt;Mittelschiff&lt; (fünf Joche mit je zwei Rundbogenfenstern) täuscht durch seitenschiffähnliche Anbauten (unter Pultdächern) Basilikaquerschnitt vor; über Ostgiebel bettelordens-typischer Dachreiter.</p> <p> <strong>Inneres:</strong> Fünfjochiger, heute kahler Gemeinderaum, in Tonnengewölbe einschneidende abgerundete Stichkappen; über Eingangsjoch Orgelempore, die restlichen vier Joche mit kapellenartigen Nischen zwischen schmalen Wandpfeilern (hier vor 1966 mit acht Nebenaltären belegt); von ursprünglich neuromanischer/neu-gotischer Ausstattung (teilweise von Klosterbrüdern gestaltet) nur noch Einzelstücke erhalten, die vielfigurigen Wandgemälde in Apsis und Obergaden über den Kapellennischen (von Kastner/Wien) Opfer der Modernisierung. Bedeutung: Im Gegensatz zum äußeren basilikalen Erscheinungsbild eines neuromanischen Sakralbaus folgt Innenraum dem Spätrenaissance-/barocken Schema einer Wandpfeilerkirche (vgl. St. Joseph, -&gt; Josephsplatz 1) über einem Grundrissplan von P. Linus Mörner. Neuartiges Konstruktionsverfahren bei Einwölbung in Eisenbeton. - Die sog. &gt;Restaurierung&lt; in den 1960er Jahren erfolgte nach modernistischer Auffassung, nach der weder die Wandmalereien noch die Altäre hohen künstlerischen Wert besessen hätten: damit kam es zu einem bedauerlichen Verlust eines stilgeschichtlichen Zeitdokuments vom Ende des Historismus.</p> <div> <div> <strong>Nachtrag 2009</strong></div> <div> Kapuzinerkloster teilweise aufgegeben und 2006-2009 nach der Entkernung durch Architekturbüro hirner &amp; riehl für die kath. Journalistenschule<strong> Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses e.V. (ifp)</strong> ausgebaut. Der Pfarrsaal der 1970er Jahre abgebrochen und samt Pfarrbüro im ehem. Drittordenssaal in einem Trakt neben der Kirche zusammengeführt. Im ehemal. Refektorium der Seminarbereich Print eingerichtet, in der ehemal. Pforte und Armenspeisung sowie in den Gästezimmern die Abteilung Hörfunkausbildung. Das 1854-1856 an die Schmerzhafte Kapelle angefügte Langhaus 2008 wieder abgetrennt und darin Fernsehstudio eingerichtet. Die Mönche und das Provinzialat in neu ausgebauten Klostertrakt an der Isartalstraße 4 übersiedelt.</div> </div> <div> &nbsp;</div> <div> <hr /> <p> <strong>1 Presbyterium </strong>mit Zelebrationsaltar (1966/67), darüber Hängekreuz (18. Jh.) aus Kapuzinerkloster Eichstätt; hinter Altar Tabernakelstele (von Hamberger 1966/67); in den sieben Rundbogenfenstern der Apsis Glasgemälde (von Schöppfe 1967): Motive aus &gt;Sonnengesang des Hl. Franz&lt;.<br /> <strong>a</strong> Gemälde: &gt; Verehrung der Eucharistie&lt; (von Schnitzelbaumer 1867).<br /> <strong>2</strong> Marienaltar mit farbig gefasster Holzskulptur, Typus der&gt;Patrona Bavariae&lt; (Kopie, wohl 19. Jh.).<br /> <strong>b</strong> Hl. Joseph (von Zenker 1895, Gemälde vom ehemaligen Josephsaltar), c Hl. Veronica (von Zenker 1895, Gemälde vom ehemaligen Veronika-Altar) und &gt;Mutter Anna belehrt Maria&lt; (von Wirsching 1895, Gemälde vom ehemaligen Anna-Altar).<br /> <strong>d Kreuzwegkapelle: </strong>Bronzekreuz (von Hamberger) und 15 bronzene Kreuzwegreliefs (von Faller um 1967). 3 Altar in 1966/67 angebautem &gt;Andachtserker&lt; mit viel verehrtem Gnadenbild &gt;Elisabeth und Johannes d. T. bei der Heiligen Familie&lt; (Gemälde* von Candid 1602); ursprünglich in der Gruft des ersten Kapuzinerklosters (außerhalb der Stadtmauer, etwa heutiger nördlicher Lenbachplatz), von 1802-52 in Schleißheimer Gemäldegalerie, dann in Schmerzhafter Kapelle, seit 1895 in St. Anton,<br /> <strong>e</strong> &gt;jesuskind erscheint dem Hl. Laurentius von Brindisn (anonymes Gemälde Ende 18. Jh.); gegenüber zwei streifenartige Ölskizzen &gt;Leben der Hll. Antonius und Lau-rentius&lt; (von Kastner 1896, Entwürfe für die&nbsp;1966 entfernten Wandgemälde an den Hochschiffwänden,<br /> <strong>f Taufkapelle: </strong>Neugestaltung 1997 mit Taufstein (von Hamberger), an derapsidi-alen Wand barocke Josephsfigur mit Jesuskind, darüber Rosettenfenster mit Glasgemälde Auferstandener Christus&lt; (von Schöppfe).<br /> <strong>g</strong> Stigmatisation des Franziskus&lt; (von Zenker 1895, Gemälde vom ehemaligen Franziskus-Altar).<br /> <strong>h</strong> &gt;Maria als Ro-senkranzkönigin&lt; (von Hohfelder 1895, Gemälde vom ehemaligen Rosenkranzaltar). In fünf Fenstern der westlichen Langhauswand Glasmalerelen mit Szenen aus dem Leben des Hl. Franz (von Schöppfe).</p> </div> <p> &nbsp;</p>