Lager Frauenholz

Achtung

Bauwerk nicht mehr vorhanden
Name Lager Frauenholz
Jahr Baubeginn 1937
Jahr Fertigstellung 1937
Jahr Abbruch 1960
Kategorie Wohnbauten
Baustil

Beschreibung

Das Lager Frauenholz im Münchner Norden, westlich der heutigen Schleißheimer Straße und im Bereich des heutigen Hasenbergl-Nord, hat eine wechselvolle Geschichte.

1937–1945: Fliegertechnische Schule
1937 wurden die Baracken als Unterkunft für die Lehrgangsteilnehmer der Fliegertechnischen Schule Schleißheim errichtet. Die Anlage gehörte zum Umfeld des Militärflugplatzes Schleißheim.

1945–1953: DP-Lager Schleißheim
Nach Kriegsende wurden die Baracken als DP-Lager (Displaced Persons) genutzt. Dort lebten vor allem Menschen aus Osteuropa und der Sowjetunion, die nach dem Krieg nicht in ihre Heimat zurückkehren konnten oder wollten. Das Lager wurde deshalb umgangssprachlich auch als „Russenlager“ bezeichnet. Es bestanden unter anderem eine russisch-orthodoxe und eine katholische Kirche.

1953–1964: Städtisches Wohnlager Frauenholz
1953 kaufte die Stadt München das inzwischen geräumte Lager, um angesichts der großen Wohnungsnot obdachlose und wohnungslose Familien unterzubringen. Ab August 1953 wurden die ersten Familien eingewiesen. Zeitweise lebten in 75 Baracken bis zu 4.000 Menschen – damit war Frauenholz eine der größten, wenn nicht die größte städtische Baracken-Wohnanlage dieser Art in der Bundesrepublik.

Das Leben war von schwierigen Wohn- und Versorgungsverhältnissen geprägt. Gleichzeitig entstand eine eigene Infrastruktur mit Kindergarten, Schule, Jugendheim, Gaststätte, Kirchen und zahlreichen Vereinen. Die Baracken wurden durch Straßen und Wege erschlossen, die 1954 Namen nach historischen Goldschmieden erhielten.

1960er Jahre: Ende des Lagers
Mit dem Bau der Großsiedlung Hasenbergl ab 1960 begann der schrittweise Abbruch des Barackenlagers. Die Bewohner konnten nach und nach in neu errichtete Wohnungen umziehen. 1962 wurde das Gebiet offiziell von Oberschleißheim nach München eingemeindet. In den 1960er Jahren verschwanden die letzten Baracken; an ihrer Stelle entstand Hasenbergl-Nord.

Kein Bild vorhanden

Standort