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Münchener Stadtbuch

XVII. Die Bürger von München in der Schlacht von Alling. 1422.

Graffschaft, die ihm mit der Aussteuer seiner Gemahlin zugefallen war, Graf  von Mortain.

Sein unruhiger Geist gab bald nach seiner Zurückkunft Anlaß zu neuen Verwicklungen. Den vor zwanzig Jahren geschehenen Schiedsspruch hatte er immer noch nicht anerkannt, und noch immer gelüstete ihn nach dem schönen Fürstensitz tz München, Haß trug er daher gegen die Herzoge Ernst und Wilhelm von München, noch mehr aber war entrüstet gegen Herzog Heinrich von Landshut, welcher ihm die geforderte Zahlung einer jährlichen Entschädigung von achttausend Gulden für abgetretene Theile des Niederlandes Bayern verweigerte, und den er nur den er nur den „fahrigen Mörder Heinrich, der sich nennt von Bayern“ nannte, -- und gegen den Burggrafen Friedrich, welcher von Kaiser Sigmund die Mark Brandenburg um viermalhunderttausend ungarische Gulden erhalten hatte (wodurch er Stifter des gegenwärtigen königlichen preußischen Hauses wurde). Seit dessen Erhebung in seine neue Würde, wodurch er zugleich Kurfürst des Reiches geworden war, nannte Herzog Ludwig ihn nur den „Neu-Webel“.

Die Fürsten, fürchtend den unruhigen Geist Ludwigs, machten am 17. Februar 1414 zu Kelheim mit einander ein Schutz- und Trutzbündniß auf vier Jahre. Herzog Ludwig hielt sich zwar zur Zeit noch immer ruhig; jedoch entschlossen, dem Herzog Heinrich bon Landshut die Ortschaften, welche er bei der Theilung vom Jahre 1392 zu viel erhalten, um jeden Preis wieder abzunehmen, schloß er mit mehreren ausländischen Fürsten, z.B. mit dem Erzbischofe Eberhard von Salzburg und mit den Herzogen
 

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