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Seite 229
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Alt-Münchner-Bilderbuch

Nr. 229

Nr. 229. L. mit Tondruck, ca. 1830. Aus dem Verlag v. J. C. Förtsch. Der Bock=keller. Das alte Gewölbe ist gefüllt mit Zechern aus allen Ständen und in den verschieden=sten, durch das Getränk hervorgerufenen Stimmungen und Situationen. Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde der Bockkeller mit der 4. Nachmittagsstunde des letzten April bei un=geheurem Zudrang eröffnet und das edle Naß von Bockdichtern besungen und in den Bock=zeitungen verherrlicht, gewöhnlich 4 Wochen lang bis zum Fronleichnamstage ausgeschenkt. Es war dann vom frühen Morgen bis abends 11 Uhr geöffnet. An dieser Stelle sei auf die bekannten Persönlichkeiten der alten Stadt München hingewiesen: Kapellmeister Sulzbeck, Finessensepperl, Liebespostillon, ewiger Hochzeiter mit dem Hochzeitsstrauß auf dem alten Hut, Professor der unentdeckten Wissenschaften, Hofmusikus und Hofnarr Prangerl*), Ramerlmann und zuletzt auch noch einer, der erst vor einigen Jahren das Zeitliche segnete und kurzweg als der Herr Professor, ein Meister im Klavierspiel bekannt war. 

Lit. München, dessen öffentl. Leben. F. Schiller. 1843. 
Lit. „Bayer. Kurier“, Aus dem Monacensia-Familienschatz. 1873. 
Lit. Münchener Oktoberfestkalender 1865.