Alt-Münchner-Bilderbuch
Nr. 225
Nr. 225. St., R. Memmingen bei Christ. Müller und Hamburg bei Meeder u. Müller. Der „Bockkeller“ in München. Das Innere desselben, von zechenden Gruppen belebt, darunter auch ein Grieche in der Fustanella. Urkundlich kommt der Bock in München als „ainböckisch“ Bier i. J. 1553 vor und wurde ursprünglich in der kurfürstl. Wagenremise des alten Hofes ausgeschenkt, später dann der Ausschank in den Gärteler des früheren Hofbräuhauses (in einen Seitenflügel des alten Hauptgebäudes gegen die Hofpfisterei zu) verlegt. Mit dem Abbruch dieses Gärtelers (jetzt steht das Rentamt, früher Katasterbureau, an dieser Stelle) wurde der Bockkeller in das alte ehemalige Münzgebäude verlegt. Dasselbe stand bis zum Jahre 1893 an der Münzstraße (Restaurant „Platzl“). Die Bocksaison begann früher am Fronleichnamstage, vom Jahre 1793 am Christi Himmelfahrtstage od. am Pfingstsonntag; später dann stets am 1. Mai, wodurch dieses beliebte Münchener Getränk den Ruf als „Maitrank“ erhielt.
Lit. Münchner Stadtbuch Jos. Maria Mayer. 1868.
Lit. Bayerland Bd. 7, S. 179.