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Seite 216
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Alt-Münchner-Bilderbuch

Nr. 216

Nr. 216. kol. L. v. Jul. Hoffmann. 1872. Der Metzgersprung in München ab=gehalten am Fastnachtsmontag jeden Jahres. In der Mitte der neue Fischbrunnen von Konr. Knoll. In Begleitung sämtlicher Handwerksgenossen zogen (zuletzt im J. 1896) die Metzgerlehrjungen von ihrer Badstube im Tal in die St. Peterskirche zum Gottesdienst. Musik voran, auf geschmückten Pferden reitend, die Metzgerlehrlinge, festlich und neu ge=kleidet, geht der Zug zur Residenz, huldigt dem kgl. Haus, zieht zurück zum Marienplatz, wo die Lehrlinge die Freisprechung erhalten und die bekannte Wassertaufe erfolgt. Man knüpft die Entstehung dieses Gebrauches (wohl Reste eines alten Frühlingskultes) an die Pestjahre des 16. Jahrhunderts. Andere Gebräuche waren das Anzünden des Sonnwendfeuers, die Rauchnächte, das Fackelschießen, die Bäckerschnelle, die offiziellen Schlittenfahrten, die Wadler=spende, die Quatembermänner, der Nikolo, der Stephansritt u. u. 

Lit. Münchner Stadtbuch v. Jos. Maria Mayer, 1868.
Lit. J. Burgholzer, Wegweiser durch München, 1796. S. 117. und ff. 
Lit. Dr. J. N. Sepp, München, 1893.