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Seite 194
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Alt-Münchner-Bilderbuch

Nr. 194

Nr. 194. K. Vermutlich das Proscenium des churfürstlichen Opernhauses mit Balletszene aus der Oper „Servio Tullio“ anläßlich der Vermählungsfeier des Kurfürsten Max Emanuel mit Maria Antonia. 1686. — Das Opernhaus befand sich, ein längliches Viereck bildend, beiläufig an der Stelle des heutigen Schulhauses am griechischen Markt und hatte seinen Haupteingang dem Ministerium (Theatinerkloster) gegenüber. Von der Residenz führte der sogenannte Hofgang direkt zum Theater. Der nahe befindliche Jung=fernturm, der im J. 1804 abgebrochen wurde, diente im 16. Jahrhundert zur Aufbewahrung der Dekorationen und Requisiten dieses Theaters. Der erwähnte Hofgang, welcher von der Residenz zur Herzog=Maxburg bis zum Herzogsspital sich hinzog, verschwand ebenfalls schon 1804.) Das alte Opernhaus wurde 1656 unter Churfürst Ferdinand Maria nach dem vor=bildlichen Theater von Palladio in Vicenza durch Santurini erbaut. Zur Aufführung kamen deutsche Singspiele und in das Deutsche übersetzte Opern, 1778 war es noch das eigentliche Hoftheater für Oper, Schauspiel und Ballet, 1802 wurde es wegen Baufälligkeit abgebrochen (siehe auch Blatt 195). 

Lit. Oskar Merz, Opernhäuser. (Zustchn. M. N. N. 1895.)