Alt-Münchner-Bilderbuch
Nr. 138
Nr. 138. A. v. Schoenfeld. Der Falkenturm zu München. Ursprünglich zur Falk=nerei benützt, diente derselbe später als Kriminal=Gefängnis für schwerere Verbrecher. Man richtete in seinen unterirdischen Räumen die Folterkammer ein mit allen Schrecknissen und Qualen der Tortur. Noch 1782 schreibt Westenrieder: „In den engen und ungesunden Keu=chen sitzen die Arrestanten gewöhnlich mit einer, oft mit mehreren Ketten angeschlossen.“ Seit 1826, der Erbauung der Angerfrohnfeste, überflüssig geworden, gehörte der Turm zum Zeug=haus. Am 10. Aug. 1864 wurde er abgebrochen. In unmittelbarer Nähe stand durch einen Gang verbunden der sogen. Regenturm.
Lit. F. Trautmann. Alt=Münchener Wahrzeichen, Seite 252.