Stadtportal zur Münchner Stadtgeschichte
Straßen, Plätze und Denkmäler ehren in Deutschland noch immer Personen und Orte, die mit kolonialen Verbrechen in Verbindung stehen. Viele dieser Widmungen sind nach der historischen Kolonialzeit entstanden. Sie haben ihren Ursprung in der Verherrlichung des deutschen Kolonialismus während der Weimarer Republik und der NS-Diktatur und prägen Stadtbilder bis heute. Die Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland wurde im öffentlichen Raum, in Kulturinstitutionen oder in den Medien dagegen lange nicht erzählt. Nur schleppend und dank des Engagements zivilgesellschaftlicher Initiativen wird in den letzten Jahren an Widerstandskämpfer*innen und Kolonialmigrant*innen erinnert.
Die aktuelle Intervention Erinnerung ist … des NS-Dokumentationszentrums zeigt die Verbindungen von Kolonialismus und Nationalsozialismus anhand zweier Objektgeschichten. Zum einen die Geschichte des Straßenschilds Von-Trotha-Straße, dessen Namensgeber den Völkermord an den Herero und Nama mitverantwortete. Zum anderen die Geschichte des Bierkrugs von Theodor Wonja Michael, der den Nationalsozialismus überlebte und nach 1945 für eine selbstbestimmte afrodeutsche Identität kämpfte.
Die Veranstaltung geht der Frage nach, wie die Verklärung des deutschen Kolonialismus bis heute wirkt und wie eine dekoloniale oder postkoloniale Erinnerungskultur im öffentlichen Raum aussehen kann.
| Veranstalter | NS-Dokumentationszentrum München |
| Datum | 21.03.2026 |
| Uhrzeit | 19:00 - 20:30 |
| Referent/in | Hamado Dipama | Noa K. Ha | Susann Lewerenz | Bebero Lehmann und René Aguigah |
| Treffpunkt | NS-Dokumentationszentrum München Max-Mannheimer-Platz 1 |
| Preis | gebührenfrei |
| Internet | Der koloniale Blick. Aus wessen Perspektive erinnern wir? |
| Veranstaltungsart | Vortrag |