Karl Süßheim Bey (1878–1947)
Eine Biografie über Grenzen
Bibliografische Angaben
| Autor:in | Milz Kristina |
|---|---|
| Verlag | Metropol-Verlag |
| Jahr | 2022 |
| Seiten | 789 |
| ISBN | 3863316371 / 9783863316372 |
| Personen | Süßheim Bey Karl |
Inhalt
Er war ein glühender bayerischer Patriot, tiefgläubiger Jude und leidenschaftlicher Orientalist: Der in Vergessenheit geratene Karl Süßheim hat die Grenzen seiner Zeit herausgefordert wie kaum ein anderer. Er wuchs in Nürnberg auf, lebte als junger Mann lange im Nahen Osten. Sein Tagebuch verfasste er auf Italienisch, Osmanisch und Arabisch. Ob über den Aufbruch der Türkei in die Moderne, die Waffenbrüderschaft im Ersten Weltkrieg oder den Genozid an den Armeniern: Süßheims Notizen geben einzigartige Einblicke in die Ambivalenzen der deutsch-türkischen Geschichte. An der Universität München unterrichtete er bekannte Wissenschaftler wie Gershom Scholem und Franz Babinger, bis die Nationalsozialisten ihn entließen. 1941 sah der zur Emigration gezwungene Professor Istanbul schließlich wieder: Mit seiner Flucht entkam er in letzter Minute dem Holocaust. Die erste Biografie über Süßheim erkundet die Möglichkeitsräume eines deutsch-jüdischen Lebens in einer Welt voller Vielfalt und Ambiguität – und voll von deren Feinden.
Inhaltsverzeichnis
Hinführung
I. Jugend eines Grenzgängers. In Kaisers und Sultans Reich
- Zion ist überall? Ein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens.
- „Ich, Karl Süßheim, israelitischen Glaubens“
Ein Spross der liberalen Nürnberger Gemeinde
- „Ich weiß nicht, ob ich beschnitten bin“
Indifferent im Reich der Religion
- „Kein Deutscher, sondern nur ein Jude“
Vertraute Ressentiments in der Fremde
- „Die Geheimtüren des Tempels“
Konversionsgedanken.
- „Vor allem, weil ich Jude bin“
Zurück in Europa: Ein Hürdenlauf
- „Nun ja, aber er ist sehr intelligent“
Vergebliche Liebesmüh
- „Weltfremde Theologen“
Leben im Diesseits, Leben in München
- Patrioten unter sich: Ein Untertan und Teilzeitrevolutionär
- „Treue und Selbstlosigkeit“
Eine schrecklich politische Familie
- „Er lebe hoch!“
Die Wittelsbacher: Süßheim und der König
- „Freund der 300 Millionen Mohammedaner“
Das Wilhelminische Zeitalter: Süßheim und der Kaiser
- „In diesem Land sind alle gleich“
‘Abdülhamid IL: Süßheim und der Sultan
- „Die Zentrale guter Gesinnung“
Osmanischer Frühling in Kairo: Eine beobachtende Teilnahme
- „Der asiatische Potentat“
Süßheim und der Sultan, der zweite Akt
- „Vergiftete Pfeile von tödlicher Kraft“
Jungtürkische Götterdämmerung
- Grau ist alle Theorie. Ein Orienthistoriker
- „Ein Mediziner werde ich nie“
Der Student oder die Geschichte der großen Männer
- „Politisch und ökonomisch verwertbares Wissen“
Der Schüler vom SOS
- „Translator, dragoman orsimilar“
Auf Arbeitssuche
- „Ich habe sehr davon profitiert“
Ein eurasisches Netzwerk
- „Ob das Werk wirklich würdig ist“
Anlaufprobleme an der Alma Mater
- „Friedliche Eroberung“
Der Wissenschaftler und der kulturelle Imperialismus
- „Die im Adamskostüm herumziehenden Jemeniten“
Orientalismus im Süßheim’schen Frühwerk
II. Kampf eines Außenseiters. Zwei Welten und zwei Kriege
- „Unentbehrlich" an der Heimatfront: Der Nahostexperte im Großen Krieg
- „Kämpfen wie ein Moslem“
Als Jude an die Front?
- „Jihad made in Germany“
Der Nahe Osten im Krieg: Ein Spielplatz für Orientalisten
- „Dolce far niente im Sonnenschein“
Währenddessen im Kaiserreich: Ein Flirt mit dem Islam
- „Der König kannte meinen Namen“
Öffentliche Expertise im Ausnahmezustand
- „Totale Verschwiegenheit“
Militärzensur: Das Leben der Waffenbrüder
- „Ich habe einen Freund verloren“
Der Genozid von 1915/16 und Talät Pasa
- „Ich würde meiner gesamten Vergangenheit abschwören“
Als Spion in den Orient?
- Vater und Sorgenkind - Münchner Jahre, Weimarer Zeit
- „Vor überstürzten Experimenten bewahren“
1918: Revolution - 1919: freie Wahl?
- „Die aus dem Felde zurückkehrenden Kommilitonen“
Eine Universität im Krisenmodus
- „Schändliche Gedanken in verdorbenen Köpfen“
Umdenken in der „Hauptstadt der Bewegung“
- „As an academic teacher he was verygood, but outside..."
Ein außerordentlicher Professor
- „He had been single until he met my mother“
Eine späte Hochzeit und eine verheimlichte Scheidung
- „She was always very much intimidated by her in-laws“
Gestatten, Ina Süßheim
- Stille -
... und ein Blick in die Atatürk sehe Republik
- Auftritt Mehmed Arif. Haymatloz: Verfolgung, Emigration und Exil
- „Es wäre mir sehr angenehm, wenn ich mich ausruhen könnte“
Schicksalsjahr 1933
- „Ina verzieh mir, dass ich das Geheimnis von Dachau preisgab“
Ein jüdischer Vater im NS-Staat
- „Ich habe vermutet, dass Deine Situation schlechter wird“
Briefe aus der Türke
- „zwischen Hangen und Bangen zu leben“
Ein besonderes Aufnahmeverfahren
- „Wie eine Erinnerung an eine unerfüllte große Liebe“
Willkommen in der „Kolonie B“
- „Ich dachte, die Professur sei angenommen worden“
Assistent an der Istanbul Üniversitesi?
- „Der große Gelehrte“
Topografie eines Todes, Bilanz eines Lebens
Das Nachspiel. Zwischen damnatio memoriae und Restitution
Was bleibt: Nachdenken über Karl Süßheim
Abkürzungen
Quellen
Literatur
Abbildungen
Dank
Personenregister